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30. Juli 2023 Ein Sommer voller Gnade

Wenn die Tage nicht zu heiß werden, dann genießen wir den Sommer mit Sonne und Freude, mit Leichtigkeit und viel Aufenthalt im Freien. Lange Spaziergänge, Fahrradtouren oder auch ein kühles Bad, am liebsten im Meer. Für viele auch Ferien- und Urlaubszeit. Die Seele baumeln lassen im Licht der Sonne, unter grünen Bäumen und in blühenden Gärten.

Der Theologe und Liederdichter Paul Gerhardt hat die Freude über den Sommer in seinem bekannten Sommerlied wunderbar zum Ausdruck gebracht:
„Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben.

Schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben.“ (Evangelisches Gesangbuch 503)

Für mich gehört dieses Lied mit seinen 15 Liedversen einfach zum Sommer dazu. Dieses Lied, das Paul Gerhardt im Jahr 1653 dichtete, kommt so frisch und fröhlich daher. Dabei war die Zeit, als er dieses Lied dichtete, alles andere als schön und leicht. Als Pastor und Familienvater hatte er selbst viel Lied erfahren. Das Wüten und die Gräuel des Dreißigjährigen Krieges wirkten immer noch in seinem Leben nach.

Trotzdem oder gerade deshalb wendet er seinen Blick umso dankbarer in die Natur.

In seinen Versen beschreibt er die Blumen und Tiere, den Fleiß der Bienen ebenso wie das Wachsen des Weizens. Für den Dichter ist das alles ein Hinweis auf Gottes Güte und ein Gleichnis für das eigene und sogar für das ewige Leben. Wenn es schon hier auf der Erde so schön blüht und wächst, wieviel schöner wird es dann erst mit Christus im himmlischen Paradies sein. So fragt Paul Gerhardt in einer der Strophen seines Liedes.

Er bleibt aber nicht bei der Betrachtung der wunderschönen Natur stehen. Vielmehr wünscht er für sich selbst von Gott dem Schöpfer so einen Segen, „der vom Himmel fließt“ für das eigene Leben. Nicht nur auf den Feldern und in den Gärten sollen die schönen Früchte wachsen, sondern durch den Glauben auch im eigenen Leben. Er singt darum aus vollem Herzen: „Gib, dass der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrüchte ziehe.“

Paul Gerhardt weiß und glaubt: Dass etwas wächst an Gaben und Vielfalt ist in der Natur ebenso Geschenk und Gnade wie im eigenen Leben.

Möge uns dieser Sommer ein Sommer voller Gnade werden, in dem wir geschenkte Tage aus Gottes Händen empfangen.

Regionalbischof Dr. Detlef Klahr

Ev.-luth. Sprengel Ostfriesland-Ems