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9. November 2025 Heilige Orte – auch in Aurich?

Wenn man das in Aurich fragt, kommen sicher ganz verschiedene Antworten.
Manche denken vielleicht an das Ellernfeld oder an die Sparkassen-Arena,
wenn der OHV spielt und die Halle tobt.
Andere vielleicht an den Friedhof, wo man automatisch leiser wird
und merkt, dass man dort Menschen ganz nah ist, die einem wichtig waren.

Für mich persönlich ist  das Auricher Krankenhaus ein besonderer Ort.
Kein heiliger im kirchlichen Sinn –
aber dort sind meine vier Kinder geboren worden.
Jedes Mal, wenn wir daran vorbeifahren, erzähle ich es ihnen.
Dann wird aus einem ganz normalen Gebäude ein Stück Familiengeschichte.

Heilige Orte – das sind ja nicht nur Kirchen.
Es sind Plätze, an denen Menschen etwas erlebt haben,
das Spuren hinterlässt.
Orte, die eine Geschichte haben.

In der Bibel sagt Gott zu Mose:
„Zieh deine Schuhe aus, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger Boden.“
(2. Mose 3,5)
Gott will damit sagen: Mach dir bewusst, wo du gerade bist.
Dieser Ort ist wichtig.
Hier geschieht etwas, das zählt.

Auch in Aurich gibt es solche Orte.
Der Synagogenplatz gehört dazu.
Viele gehen jeden Tag daran vorbei –
auf dem Weg zum Markt, zur Arbeit oder zum Bus.
Nur eine Tafel erinnert daran,
dass hier früher die Synagoge stand.

Früher kamen hier Menschen zusammen,
die beteten, sangen und lachten,
die hier zu Hause waren.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938
wurde ihr Gotteshaus zerstört.
Heute bleibt der Platz –
still, aber voller Geschichte, die nicht vergessen werden darf.

Und so, wie ich meinen Kindern erzähle,
dass sie im Auricher Krankenhaus zur Welt gekommen sind,
so sollten auch wir von den anderen Orten erzählen –
von denen, an denen Leben, Glaube und Hoffnung einmal zu Hause waren.
Wenn wir das nicht tun,
weiß es irgendwann keiner mehr.

Deshalb treffen wir uns 
am Sonntag, 9. November, um 18 Uhr
am Synagogenplatz in Aurich.
Dort erzählen wir weiter,
was hier einmal war. 
Dann bleibt die Erinnerung lebendig
und macht Aurich ein Stück reicher, hoffnungsvoller und mahnender!

Pastorin Cathrin Meenken