„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Matthäus 22,39) – Dieses Gebot Jesu fasst das Herzstück des christlichen Lebens zusammen. Nächstenliebe ist die aktive Zuwendung zu unseren Mitmenschen, geprägt von Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Empathie.
Wenn ich die Pflegekinder meiner Eltern beobachte, sehe ich, wie der Bruder mit seiner Schwester selbstverständlich seine Süßigkeiten teilt, oder die Schwester dem Bruder hilft, wenn er auf einen Baum klettern will. Diese natürliche Form der Nächstenliebe ist für uns Erwachsene ein wertvolles Beispiel. Kinder handeln oft aus einem reinen Herzen heraus und zeigen uns, wie einfach es sein kann, Gutes zu tun.

In unserem Alltag sind wir oft gefangen in Hektik und Stress. Wir haben kaum Zeit, uns um andere zu kümmern, geschweige denn, bewusst Liebe und Unterstützung zu schenken. Doch gerade hier ruft uns Jesus dazu auf, innezuhalten und aufmerksam zu sein für die Bedürfnisse unserer Mitmenschen. Ein freundliches Wort, eine helfende Hand oder ein offenes Ohr können einen großen Unterschied im Leben eines Anderen machen.
Die Bibel ermutigt uns immer wieder, einander zu lieben und zu dienen. Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10,25-37) zeigt uns Jesus, dass Nächstenliebe keine Grenzen kennt. Der Samariter hilft einem Fremden in Not, ohne auf dessen Herkunft oder Hintergrund zu achten. Diese bedingungslose Liebe und Hilfsbereitschaft sollen auch unser Handeln prägen.
Nächstenliebe bedeutet nicht nur, große Taten zu vollbringen. Oft sind es die kleinen Gesten des Alltags, die wahre Liebe zeigen: Ein Lächeln, ein ermutigendes Wort oder die Bereitschaft, jemandem zuzuhören. Durch solche Taten der Liebe schaffen wir eine Atmosphäre des Vertrauens und der Gemeinschaft.
Lassen wir uns also von der Liebe inspirieren und jeden Tag kleine Taten der Nächstenliebe vollbringen.
Lara Wissemann
Diakonin