„Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ Der Wind blies ihm scharf ins Gesicht. Die Mächtigen in Worms sind mächtig genervt von diesem renitenten Mönch aus der Provinz. Keine Diskussionen mehr. Luther soll seine Bücher widerrufen. Jetzt und hier. Dann ist er ein freier Mann. So lautet der Deal. Standpunkte interessieren nicht.

„Nein, da wird nichts draus. Ich widerrufe nicht, weil ich schon ein freier Christenmensch bin! Durch die Gnade Gottes in Jesus Christus befreit! Ich lasse mich von euch nicht fangen.
Gefangen ist mein Gewissen allein in Gottes Wort.“
Hier stehe ich! Am Reformationstag ist es eine gute Gelegenheit, unseren Standpunkt zu suchen und zu überprüfen: Wo stehe ich, wie stehe ich zu mir, zu dir, zu meinem Gott, zu meinem Glauben und zu meinem Zweifel? Bin ich erkennbar in meiner Haltung? Was gibt mir Halt, damit ich Haltung zeigen kann? Stimmt: Es gibt auch Haltung ohne Glauben. Aber ich kann mir keinen Glauben ohne Haltung vorstellen. So muss jeder Mensch für sich eine wichtige Frage klären: Nehme ich Gottes Liebe an oder nicht? Ich habe meine Antwort gefunden. In der Bibel lese ich: „Einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ (1. Korinther 3,11) Solus Christus, allein Christus – das sagte Luther. Wenn wir unser Leben auf Jesus Christus aufbauen, können wir mit seiner Weisheit und Kraft rechnen. Das heißt nicht, dass wir frei von Herausforderungen wären, aber es bedeutet: Wir haben ein Fundament, das trägt – egal, wie stark die Stürme toben. Soviel steht fest.
Sandra Stelzenberger Diakonin in den Kirchengemeinden Victorbur und Weene