Der besonderen Stern am Himmel schien den drei Weisen aus dem Morgenland auf eine besondere Herrlichkeit hinzuweisen und so beschlossen sie, ihm zu folgen. Am Ende ihrer Reise landen sie mitten im Leben. Gottes Herrlichkeit zeigt sich in seinem eigenen Bereich mit großer Strahlkraft und allem Glanz, der bis auf die Erde niederstrahlt. Die Könige erkennen diese Herrlichkeit, und auch die Hirten sind überwältigt vom Anblick der Engel, vom Leuchten, vom Klingen. Sie fürchten sich. Menschliche Sinne sind nicht in der Lage, Gott zu erfassen, sie sind überfordert.

Und nun erscheint Gott in seiner Herrlichkeit mitten in unserer beengten Welt. Er tut es so, dass kein Mensch überfordert ist: Er kommt als Baby und in Armut, er wählt sich eine völlig durchschnittliche Familie. Kein Mensch soll abgewiesen werden, niemand ausgeschlossen. Also muss es ein Stall sein, nicht ein Palast. Geerdete Herrlichkeit, die man auf den ersten Blick als solche nicht erkennt, man muss sich auf sie einlassen.
Es ist in unserem Leben immer so, dass die Herrlichkeit da ist und für uns bereitliegt, wir aber sehen sie erst, wenn wir uns ansprechen und anrühren lassen. Der Mensch neigt dazu, Verstand und Sinne zu überschätzen. Und dann läuft er ein Leben lang an der Herrlichkeit vorbei, die gesucht und gefunden werden will. Vielleicht in einem anderen Menschen, für den wir uns Zeit nehmen, oder in der Natur, die so wunderschön von Gott für uns gemacht ist, oder in unserem Glauben, der von Licht spricht, das herrlicher und größer als alles Licht dieser Welt ist und über uns leuchtet. Als vernünftig gilt der, der nur glaubt, was er beweisen kann. Glaube aber kann nur trösten, wenn er dem, was höher ist als alle unsere Vernunft und Sinne, Raum lässt.