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31. Dezember 2025 Zeit, die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt!

Dieses Zitat von Schriftsteller Ernst Ferstl gefällt mir. Es ist doch wirklich so: Zeit nehme ich mir nur für das, was mir wichtig ist. Und diese Zeit ist unendlich wertvoll, ausgefüllt, erfüllend, sie gibt mir etwas. Zeit, die ich mir für Menschen nehme, die bewusst für sie reserviert ist. Besonders merke ich das als Pastorin in den vielen Gesprächen vor einer Bestattung.

Das ist Zeit, in der Menschen mir berichten, was wertvoll und unersetzbar ist, besonders in dem Wissen, dass diese gemeinsame Zeit nicht wiederholt werden kann und zu Ende gegangen ist. Nicht wiederholbar und dennoch nicht verloren, denn diese wertvolle Zeit hat uns geprägt und ist unvergesslich, wir tragen sie in unserem Herzen und erinnern uns. Diese gemeinsame Zeit ist Fundament für unser Leben geworden, nichts und niemand kann sie uns wegnehmen, auch nicht der Tod. Wertvolle, unbezahlbare Zeit, die wir uns gegenseitig geschenkt haben. Sie erwärmt unser Herz, auch wenn wir sie nicht wiederholen können.

Der Psalmbeter sagt in Psalm 31: „Meine Zeit steht in deinen Händen, Gott.“ Damit ist unsere Zeit Gott übergeben, der sie bewahrt, die guten und wichtigen Momente, aber auch diejenigen, von denen wir das Gefühl haben, dass wir sie vertan und nicht ausgefüllt haben. Vielleicht waren ja gerade diese Momente wichtig, in denen wir nichts mit uns anzufangen wussten oder in denen wir zauderten, weil es manchmal schwer ist, sich für einen Weg zu entscheiden. Gott jedenfalls hat auch diese Zeit in seinen Händen und tröstet uns: Sie ist nicht verloren! Am Ende des Jahres Frieden schließen mit den guten und schweren, den voll ausgenutzten und den vertanen Momenten. Gott hat sie in Händen und bewahrt sie.

Pn. Heike Musolf, Ev.-lt. Paulusgemeinde Aurich-Kirchdorf