„Siehe, ich mache alles neu.“
Puh… das sind große Worte.
Alles neu. ALLES!
Gerade zu Beginn eines neuen Jahres sind wir gewohnt, über Veränderungen achzudenken. Was war gut? Was soll anders werden? Unsere Vorsätze kennen wir: ein bisschen gesünder, achtsamer, ordentlicher. Meist geht es um Reparaturen, kleinen Stellschrauben – nicht um einen radikalen Neuanfang.

Und dann dieser Satz Gottes: nicht ein bisschen besser, nicht teilweise, sondern alles neu. Das entlastet nicht sofort. Denn „alles neu“ bedeutet auch Kontrollverlust. Wer Neues bekommt, verliert vielleicht Vertrautes: Routinen, Sicherheiten, Gewohntes.
„Siehe, ich mache alles neu“
Für manche klingt dieser Satz beunruhigend. Für andere verheißungsvoll. Wer feststeckt, sehnt sich nach einem Neuanfang. Wer zufrieden ist, der hält an Bekanntem fest. Ein Satz – und doch trifft er Menschen ganz unterschiedlich.
„Siehe, ich mache alles neu.“
Ein Satz aus dem Buch der Offenbarung, einem Trostbuch für Menschen, deren Welt zerbricht. Gott erklärt nicht. Er fordert nicht. Er sagt nicht: Strengt euch mehr an.
Er sagt: Ich mache alles neu.
Gott wirft die Welt nicht weg. Er erneuert sie. Wie ein Polsterer alte Möbel neu bezieht: Das Vertraute bleibt, aber das Verletzte wird geheilt. Vielleicht dürfen wir diesen Satz deshalb als Angebot hören. Wie ein Zettel am schwarzen Brett Gottes. Und jeder und jede kann sich einen Streifen davon abreißen.
„Siehe, ich mache alles neu.“
Nicht auf einen Schlag.
Nicht nach unserem Zeitplan.
Aber verlässlich.
Und wahr.
Monja Paetzmann, Vikarin in der Matthäusgemeinde Aurich