Manchmal kommen alte Themen immer wieder auf den Tisch. Spät am Abend, im Gespräch mit Freunden, reden wir über unsere Eltern. Darüber, was war, was uns gefehlt hat und was sich verändert hat, als unsere Eltern selbst zu Großeltern wurden.
Einer sagt: Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass meine Eltern stolz auf mich gewesen wären.

Ein Satz, der hängen bleibt. Denn viele kennen ihn. Der Wunsch nach Anerkennung. Danach, gesehen zu werden – nicht wegen besonderer Leistungen, sondern einfach, weil man ist, wie man ist.
Wie würde es sich anfühlen, diesen Satz zu hören:
Du bist mein geliebter Sohn. Du bist meine geliebte Tochter.
Worte, die weich machen. Die aufrichten. Die den Rücken stärken.
In der biblischen Geschichte von der Taufe Jesu fällt genau so ein Satz. Am Beginn seines Weges. Bevor er predigt, heilt, streitet, leidet. Noch bevor er irgendetwas „geleistet“ hat, sagt Gott: Du bist mein geliebter Sohn.
Die Taufe ist ein Übergang. Für Jesus bedeutet sie Abschied vom alten Leben als Sohn des Zimmermanns und Aufbruch ins Ungewisse. Ein neuer Weg beginnt – riskant, offen, voller Fragen. Und genau dort hört er diese Stimme, die ihm den Rücken stärkt.
Vielleicht brauchst du diesen Satz heute genauso. Wenn Entscheidungen anstehen. Wenn du spürst, dass etwas in dir wachsen will. Wenn du dich aus dem Vertrauten hinauswagen müssen.
Gottes Zusage gilt nicht nur Jesus. Sie gilt auch dir:
Du bist mein geliebter Sohn – oder du bist meine geliebte Tochter!
Nicht, weil alles gelingt. Sondern weil Gott zu dir steht – auf jedem Weg.
Amen.
Steffen von Blumröder
Pastor in der Ev.-luth. Kirchengemeinde Aurich-Lamberti