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24. August 2025 Hoffnung

Ende Juni/Anfang Juli hatte ich das Glück, zwei sehr schöne Konzerte besuchen zu können. Das erste Konzert gab es in der Georgskirche in Weener. Ein Abend mit Musik von Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach. Wunderbar! Sopranistin Marie Luise Werneburg herausragend. Aber nicht nur die Musik war außergewöhnlich, sondern auch der Moderator, der witzig und charmant durch den Abend führte.

Händel und Bach wurden beide im Jahr 1685 geboren, sind sich aber nie persönlich begegnet. Moderator Bernhard Schrammek stellte sich vor, wie ein Treffen der beiden ausgesehen haben könnte, bei einem Glas Bier in Leipzig. Sehr geistreich und superkomisch.

Das zweite Konzert fand im Stadtpark in Groningen statt: Van Morrison und Neil Young traten nacheinander auf. Beide sind 79 Jahre alt bzw. jung, wenn man bedenkt, dass Altmeister Bob Dylan bereits 84 ist. Das spielt aber keine Rolle, denn es geht um Musik, um Kunst. Van Morrisons Auftritt erinnerte mich beinahe an einen Gottesdienst. Anscheinend ist er ein spiritueller Mensch. Die Atmosphäre, die er gemeinsam mit seiner phantastischen Band erschuf, war nicht mehr so ganz von dieser Welt. Vor allem , als er „Summertime in England“ sang, gab es keine Erdenschwere mehr. Dann übernahm Neil Young mit seinen „Chrome Hearts“ die Bühne und eroberte die Herzen im Sturm. Das Stück „Old Man“ sangen 25.000 begeisterte alte und junge Fans mit. Ein großartiges Erlebnis!

Ich kann immer lange von solchen Konzerterlebnissen zehren. Wenn der Alltag zu anstrengend wird mit unüberschaubar vielen Terminen und nicht enden wollendem Papierkram , dann rufe ich mir diese Momente in Erinnerung und denke und singe: „Weichet nur, betrübte Schatten“ ( J.S.Bach) oder „Rejoice greatly“ ( G.F. Händel) oder „Into the mystic“ ( Van Morrison) oder „Heart of Gold“ (Neil Young) oder „Tangled up in blue“ (Bob Dylan).

Ab und an müssen wir den Alltag durchbrechen, um darin nicht vollständig aufzugehen, um zur Ruhe zu kommen. Mitten im hektischen Alltag tut es gut, kleine Pausen einzulegen, und seien es auch nur gedankliche Unterbrechungen. Um sich zu erden, aber eigentlich um sich zum Himmel hin zu öffnen.

In der Coronazeit habe ich viel in den Psalmen gelesen, 150 an der Zahl, Lieder, Gebete aus dem alten Israel. Das hat mir Hoffnung gegeben.

Jedem Sonntag im Kirchenjahr ist ein Psalm zugeordnet. Für den morgigen Sonntag ( 10.Sonntag nach Trinitatis) ist es Psalm 122. Er begleitet uns geistlich durch die neue Woche.

Ein Segenswunsch für Jerusalem. Von David, ein Wallfahrtslied.

„Ich freute mich über die, die mir sagten: Lasset uns ziehen zum Hause des Herrn!

Nun stehen unsere Füße in deinen Toren, Jerusalem.

Jerusalem ist gebaut als eine Stadt, in der man zusammenkommen soll, wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des Herrn,

wie es geboten ist dem Volke Israel, zu preisen den Namen des Herrn. Denn dort stehen Throne zum Gericht, die Throne des Hauses David.

Wünschet Jerusalem Frieden! Es möge wohlgehen denen, die dich lieben!

Es möge Friede sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen!

Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen. Um des Hauses des Herrn willen, unseres Gottes, will ich dein Bestes suchen.“

Psalm 122,1-9.

Schalom!

Christoph Schoon, Pastor der Kirchengemeinden Mittegroßefehn und Timmel