Kirchengemeinden und Schulen feiern in dieser Zeit Schulanfangsgottesdienste. Für die Kinder fängt etwas Neues an. Auch für andere ist es ein Anfang: Eltern müssen ihre Kinder ein bisschen loslassen. Das ist nicht so einfach. Lehrerinnen und Lehrer beginnen mit einer neuen Gruppe kleiner Persönlichkeiten, die sie in den nächsten Jahren begleiten werden.
In der Lambertikirche haben wir einen Begrüßungsgottesdienst für Kinder in den 5. Klassen des Ulricianums gefeiert. Im Juni fand hier der Abiturgottesdienst statt: das Ende der Schulzeit und ein Anfang in Ausbildung, Studium oder mit anderen Vorhaben, voller Hoffnung aber manchmal auch mit Sorgen. Ich verlasse eine vertraute Welt und vertraute Menschen. Alles verändert sich; ich werde mich auch verändern. Das kann Unsicherheiten auslösen.

Unser ganzes Leben beinhaltet große und kleine Anfänge. Oft blicken wir mit Zuversicht auf das Neue: das Brautpaar startet auf den gemeinsamen Weg, das ältere Ehepaar hat Wünsche für den Ruhestand aufgespart, die Familie zieht mit Erwartungen an einen neuen Ort. Manchmal gibt es auch Anfänge, bei denen wir traurig zurücksehen und unsicher den neuen Weg gehen: nach einer Trennung, in Trauer, nach einem Scheitern.
Die Bibel ist ein Buch voller Anfänge. So beginnt es schon mit dem ersten Vers: Im Anfang schuf Gott. Und im letzten Buch wird in den letzten Texten ein guter Anfang für alle versprochen, wenn Gott zusagt: Ich mache alles neu. Dazwischen werden viele große und kleine Anfänge erzählt. Im Vertrauen auf Gott können auch wir neu anfangen. Auch in Unsicherheiten können wir auf das vertrauen, was Gott Abraham bei seinem neuen Anfang zuspricht: Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein.
Andreas Scheepker
Schulpastor am Ulricianum
und Studienleiter in der ARO