Diese Worte rufe ich dir, liebe Leserin und lieber Leser, zu Beginn zu. Und jetzt lade ich dich zu einer Reise in meine Vergangenheit ein:
Als junge Frau war ich mit einem guten Freund in Garmisch Patenkirchen. Wir saßen an einer Bushaltestelle auf einer Bank und warteten auf den Bus.
Mit einem Mal kam eine alte Frau auf uns zu. Sie hatte eine große Handtasche bei sich, aus der ein Holzstiel lugte und in deren Tiefe man einen mit Wasser gefüllten Topf sah.

Die Frau stellte sich direkt vor uns hin und griff den Stiel in ihrer Tasche. Zum Vorschein kam etwas, das aussah, wie ein Staubwedel.
Die alte Frau schwenkte den Wedel, der mit dem Wasser aus dem Topf getränkt war, über meinen Kopf. Dazu sprach sie: „Gott segne dich!“ Danach tat sie dasselbe bei meinem Freund. Dann drehte sie sich um und ging ohne ein weiteres Wort weg.
Zunächst war ich total erstaunt. So etwas war mir noch nie passiert!
Aber dann klangen die Worte: „Gott segne dich!“, in mir nach. Erst in meinen Ohren. Und dann in meinem Herzen. Ich spürte eine unbändige Freude in mir. „Ich bin gerade gesegnet worden! Diese Frau hat mir eben Gottes Segen zugesprochen!“ jubilierte es in mir.
Nun aber wieder zurück ins Hier und Heute, lieber Leser und liebe Leserin.
Es ist Samstag. Du sitzt wahrscheinlich gerade am Frühstücktisch und liest diese Andacht. Und vielleicht brauchst du es ja gerade jetzt: Dass mal jemand zu dir sagt: „Gott segne dich!“
Deswegen mache ich das am Ende noch einmal. Ich habe zwar kein Wasser und auch keinen mit Wasser getränkten Staubwedel, aber ich habe die richtigen Worte. Und ich rufe sie dir noch einmal zu: „Der Herr segne dich und behüte dich!“
Beate Gärtner, Pastorin im Kirchenkreis