Desktop

Tablet / Mobil

Desktop

Tablet / Mobil

23. November 2025 „Besuchszeiten da oben“

„Ich wünschte, es gäbe Besuchszeiten da oben. Dann könnte ich einfach mal vorbeischauen mit all den Neuigkeiten.“
Diese Zeilen aus Ed Sheerans Lied Visiting Hours treffen etwas, das viele kennen: den Wunsch, noch einmal mit jemandem reden zu können, der fehlt. Nur kurz erzählen, was sich verändert hat. Einmal noch fragen, was sie oder er wohl dazu sagen würde.

Und dann bleibt nur die Vorstellung – ein Gespräch, das man im Kopf führt, beim Warten an der Ampel oder wenn man eine Tasse Tee trinkt und daran denkt, dass man das früher oft gemeinsam getan hat. Diese kurzen Momente, in denen Erinnerung und Gegenwart ineinanderfließen. Sie treffen uns oft unvorbereitet, aber sie tragen auch etwas Gutes: das Gefühl, dass Liebe und Erinnerungen nicht einfach aufhören.

„Siehe, ich mache alles neu“, heißt es in der Bibel. Das soll kein lautes Trostwort sein, sondern uns eine Richtung zeigen. Gott lässt nicht los, was uns lieb war. Er hält fest, was wir loslassen müssen. Der Vers zeigt, Gott lässt etwas Neues wachsen, auch dort, wo wir nur Leere spüren.

Im Gottesdienst am Ewigkeitssonntag hören wir die Namen der Verstorbenen des vergangenen Jahres noch einmal laut. Für jeden Namen brennt eine Kerze. Diese Kerzen zeigen: Die Verstorbenen werden nicht vergessen. Sie bleiben in unseren Herzen und in Gottes Händen. Ich glaube, dass sie nun in Gottes Licht geborgen sind – an einem guten Ort. Und dieses Licht reicht bis zu uns. Es erinnert uns daran, dass wir nicht allein durch die Dunkelheit gehen müssen.

Taalke von Blumröder, Pastorin in der Kirchengemeinde Aurich-Lamberti