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10. Mai 2026 Beten – wie ging das nochmal?

Die Hände falten, die Augen schließen und das Herz öffnen. Mit diesen einfachen Worten leite ich gerne das Gebet für die Kleinen in unserer Gemeinde ein.

Die ersten beiden Schritte zeigen bereits, wie simpel Beten im Grunde ist. Es braucht keine besondere Vorbereitung, keine besondere Fähigkeit – und eigentlich nicht einmal Worte.

Oft bete ich im Stillen. Meine Lippen bewegen sich nicht, kein Laut ist zu hören. Manchmal forme ich Worte in meinem Inneren, doch selbst das ist nicht immer nötig. Es gibt Augenblicke, in denen mir die Worte fehlen – ganz gleich, ob laut oder leise. Und doch bleibt dieses tiefe Bedürfnis, mit Gott zu sprechen.

Ich denke, solche Momente kennt jeder Mensch: Zeiten, in denen ein Verlust so schwer auf dem Herzen liegt, dass es mir sprichwörtlich die Luft nimmt. Oder Augenblicke, in denen die Überforderung so groß wird, dass ich nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll.

Gerade dann tut es mir gut, mich an Gott zu wenden. Ihm das hinzulegen, was mich bewegt – die Angst, die Fragen, die eigene Hilflosigkeit. Hier bekommt der dritte Schritt seine Bedeutung: das Herz öffnen, alles aussprechen – oder auch unausgesprochen lassen – und in Gottes Hände legen.

Denn Gott weiß, was in uns vorgeht. Er kennt unsere Gedanken, unsere Gefühle, selbst das, was wir nicht in Worte fassen können. Im Gebet dürfen wir ihm alles anvertrauen – unseren Schmerz, unsere Freude, unsere Verzweiflung – auch dann, wenn wir keinen einzigen Satz formulieren können.

Pastor Tom Betten

Kirchengemeinde Spetzerfehn