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3. Mai 2026 Allein?

Letzte Woche musste ich zu einer Fortbildung nach Hannover.
Und ich gebe es ehrlich zu: Ich bin extra so gefahren, dass ich vorher noch ein paar Stunden ganz für mich allein hatte.
Einmal ohne Kinderstimmen, ohne „Mama, wo ist …?“, ohne Einkaufszettel für sechs Personen. Einfach nur ich.
Ich habe mich richtig darauf gefreut.
Also bin ich durch die großen Kaufhäuser gezogen. Habe Kleidung angeschaut, Schmuck, Bücher, Schreibwaren – all die Dinge, von denen man denkt: Dafür muss man in die große Stadt.

Und ja, am Anfang war das herrlich.
Aber je länger ich unterwegs war, desto merkwürdiger wurde es. Mein Herz wurde irgendwie schwer. Ich sah Familien zusammen lachen, Paare mit Kaffeebecher in der Hand, Menschen, die einfach gemeinsam unterwegs waren.
Und plötzlich dachte ich: Ach. Meine Bande fehlt mir.



Am Ende habe ich nichts für mich gekauft. Nur ein paar Kleinigkeiten für die Kinder.
Und auf der Rückfahrt wurde mir klar: Vieles von dem, was ich gesucht habe, finde ich eigentlich auch zuhause. In unseren ostfriesischen Städten, in kleinen Läden, in vertrauten Straßen, ist das, was ich brauche und zu mir passt oft näher als gedacht.
Und das Wichtigste sowieso: die Menschen, die auf mich warten.
In der Bibel heißt es gleich am Anfang: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.“
(1. Buch Mose 2,18)
Wie wahr.
Es ist gut, auch mal Zeit für sich zu haben. Aber wir leben nicht von vollen Einkaufstüten.
Wir leben von Beziehungen.
Von Zuhause.
Von Menschen, bei denen wir ankommen.
Und manchmal merkt man das erst zwischen Rolltreppe und Schaufenster.

Pastorin Cathrin Meenken, Aurich-Lamberti und Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Aurich