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5. Oktober 2025 Erntedank

Diesen Sonntag sind unsere Kirchen wieder mit einer farbenfrohen und wohlriechenden Vielfalt an Obst, Getreide und Gemüse geschmückt. Unser Ortskindergarten Zwergennest und auch die Kindergottesdienstkinder bringen ihren gefüllten Bollerwagen zur Kirche. Unsere große und von vielen Händen gebundene Erntekrone wird unter das Kirchendach gehängt. Dies sind wichtige, gemeinschaftlich gepflegte Traditionen im Jahreszyklus unseres Glaubenslebens.

Vielen mag der eigentliche Sinn, nämlich Dankbarkeit für die jahreszeitlich passende, landwirtschaftliche Ernte verlorengegangen sein, da wir im Alltag durch volle Supermarktregale hasten. Wenn wir all das, was wir zum Leben brauchen, durch eigenen Einsatz verdient und im Überfluss haben, dann fällt es schwer, Dankbarkeit zu empfinden. Das gelingt eher, wenn wir das Glück haben, im eigenen Garten Gemüse, Obst und Kräuter anzubauen und uns am Wachstum, an der Pflege und schließlich an der Ernte erfreuen. Den besonderen Geruch einer Tomate aus dem Schrebergarten meiner Kindheit suche ich heute noch, auf Wochenmärkten wiederzuentdecken.

Solange wir vieles als selbstverständlichen Verdienst unserer Leistung sehen, entsteht kaum ein Gefühl der Dankbarkeit. Dankbar sind wir vor allem dann, wenn uns etwas geschenkt wird, wenn wir Hilfe empfangen. Wer nicht dankbar ist, lebt oft ge-Dank-enlos. Erntedank ist mehr als eine Feier materieller Güter, sondern hat auch mit geistlichem Wachsen zu tun. Wo habe ich im vergangenen Jahr neue Lebenserfahrungen gesammelt, neue, mir wichtige Erkenntnisse erhalten, Menschen besser kennenlernen dürfen? Auch dafür dürfen wir von Herzen dankbar sein.

Mit herbstlichen Grüßen, Pastor John Förster, Pastor in Riepe und Ochtelbur