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24. Dezember 2025 Wie hoch hängt die Latte?

Die Vorbereitungen laufen schon seit Wochen und mit jedem neuen Türchen am Morgen steigt die Vorfreude genauso wie meine Anspannung. Für den Gottesdienst steht alles bereit und auch die Kirche ist so schön geschmückt wie das ganze Jahr noch nicht. Die Latte liegt hoch. Selbst der riesige Tannenbaum der Kirche kann sie nicht überragen. Die Erwartungen an Heiligabend sind so vielfältig wie die Lichter am Baum.  

Die einen sehnen sich nach dem Fest ihrer Kindheit. Sie träumen von mehr Lametta und echten Kerzen. Für andere ist das festliche Essen mit der ganzen Familie der wichtigste Moment. Das Essen, was hier Kartoffelsalat mit Würstchen, dort die Weihnachtsgans und woanders Rinderrouladen bedeuten kann.

Wird dann im Anschluss zusammen gesungen oder sogar ein Gedicht vorgetragen, bis es schließlich in die „gute Stube“ geht?  Oder beginnt das fröhliche Getümmel unter dem Tannenbaum schon nach der letzten Kelle Rotkohl? Oder ist es nochmal ganz anders?

Ich glaube wir haben da alle unsere eigenen Vorstellungen und Ansprüche, die uns häufig das Genießen und das Eintauchen in diese Festzeit schwer machen. Das stehe ich mir oft genug selbst im Weg und muss mich erstmal wachrütteln und sagen:

Es geht nicht um die richtige Deko oder Mahlzeit. In der Krippe gab es beides nicht. Da waren ein Kind, eine Mutter und ein Vater, die den glücklichsten Moment ihres Lebens teilten. Da war unser Gott, der uns das größte Geschenk aller Zeiten gegeben hat. Da war und ist Jesus, der uns jeden Moment unseres Lebens so annimmt wie wir sind. Er stellt keine hohen Ansprüche an uns. Jesus genügt es voll und ganz, wenn wir an ihn glauben. Dann ist Heiligabend schon perfekt.

Tom Betten, Pastor der Kirchengemeinde Spetzerfehn