Robert ist ein cooler Typ. Er lacht so gerne. Offen geht er auf andere Menschen zu. Robert lebt in Süddeutschland und gehört zu unserer Familie. Er freut sich, wenn es gesellig zugeht und hört gerne Musik. Robert hat seine eigene Sprache. Manchmal versteht er nur sich selbst. Er spricht wie eben nur Robert. Und dann juchzt er laut. Robert hat das Down-Syndrom. Trisomie 21. Das Leben mit ihm ist manchmal ein Geduldsspiel, denn Robert hat sein eigenes Tempo. Es gibt Tage, da kippt seine Stimmung schnell um. Aber wer kennt das nicht? Robert wohnt fast selbständig. Er hat seine eigene Wohnung. Er lebt in einem Haus mit anderen zusammen, denen es so ähnlich geht wie ihm. Und dort hat er sogar eine Partnerin gefunden. Seine Eltern und sein Hilfeteam fördern ihn liebevoll. Das Leben mit Robert ist ein außergewöhnliches Leben. Nicht immer leicht. Oft: unbeschwert. Und miteinander fröhlich.

Verschieden sein und doch gemeinsam leben. Eine Sprache finden, die verbindet. Miteinander neue Seiten des Lebens entdecken. Sich in aller Verschiedenheit gegenseitig bereichern. Das ist so schön. Begeisternd. Ja, da wirkt ein guter Geist. So muss es beim ersten Pfingstfest gewesen sein. Ein Brausen, ein Rauschen wie von einem starken Wind. Menschen staunen und wundern sich. Menschen werden von einem Heiligen Geist erfüllt.
Und plötzlich können sie sich in Sprachen verständigen, die ihnen bisher fremd waren: Reden wie wir nur mit Robert reden können. Und: Hochdeutsch und plattdeutsch, ukrainisch und russisch, farsi und englisch, arabisch und hebräisch. Menschen, ganz verschieden, finden zusammen, gehen aufeinander zu. Sie verstehen sich über alle Sprachbarrieren hinweg. Wir sitzen auf einer Parkbank mit einer Iranerin, können uns mit keinem Wort miteinander verständigen, teilen Pistazien und lachen und freuen uns. Das sind dann die richtigen Worte und Zeichen. Pfingsten reden Frauen und Männer von einem Gott, der sich freut, wenn Menschen sich verstehen. Und dann wird es gesellig. Mut packt sie. Mehr miteinander! Ja, lasst uns neu anfangen. Lasst uns suchen, was uns verbindet. Staunen. Die Schönheit der Verschiedenheit entdecken. Mit den Augen des Herzens gucken. Vertrauen wagen. Das ist ein neuer Geist. Dann gehört Robert dazu. Und ich. Und Du. Und Glück wächst. Und Friede. Und unser „Wir“ ist mehr als jeder Einzelne für sich. Miteinander. Komm, Heiliger Geist! Frohe Pfingsten!
Tido Janssen, Superintendent im Kirchenkreis Aurich