„Na, ist der Koffer schon gepackt?“ Mit dieser Frage wurde vor Kurzem zur großen Gesamttagung „Kirche mit Kindern“ eingeladen. Tage voller Inspiration liegen hinter uns. Doch was nimmt man eigentlich von so intensiven Momenten mit nach Hause, zurück in den normalen Alltag?

Das Motto der Tagung, „Aus heiterem Himmel“, erlebe ich in meiner Arbeit ständig: Da bereite ich eine Gruppenstunde vor, und plötzlich, völlig unvermittelt, stellt ein Kind eine Frage über Gott, die Welt oder das Leben, die alles auf den Kopf stellt. Ein anderes Mal wirft ein kleiner Streit die schönste Planung über den Haufen. Das Leben mit Kindern bricht meistens genau so über uns herein: wirbelig, voller Überraschungen und unvorhersehbar.
Um in solchen Augenblicken liebevoll, flexibel und kompetent zu reagieren, brauche ich selbst immer wieder Kraft, Kreativität und Rückhalt. All das durfte ich auf der Tagung auftanken. Die Welt, in der Kinder heute aufwachsen, ist komplexer geworden und steckt voller Herausforderungen. Gerade deshalb ist unsere kirchliche Begleitung so wertvoll. Wir bieten sichere Räume, in denen Kinder die Gewissheit erfahren, behütet zu sein. Räume, in denen sie staunen können und genau so sein dürfen, wie sie sind. Es geht darum, Kinder zu stärken, sie zu beteiligen und ihnen Mut für ihren ganz eigenen Lebensweg zu machen.
Mein Koffer für die Heimreise war am Ende prall gefüllt: mit neuen Praxisideen, Liedern und kreativen Zugängen zu biblischen Geschichten. Vor allem aber mit der Erkenntnis, dass Gott uns oft genau in den Momenten begegnet, die wir eben nicht durchplanen können – ganz unverhofft, aus heiterem Himmel.
Astrid Gronewold
Diakonin im Kirchenkreis Aurich