Die Kantorei der Kirchengemeinde Aurich Lamberti und der Heinrich-Schütz-Chor der Lutherkirche Leer sind am Sonntag, 7. September, in der Lambertikirche mit zwei Uraufführungen und mit einem großen Werk von Felix Mendelssohn-Bartholdy zu hören. Orchestral und solistisch unterstützt werden die Chöre von der Kammerphilharmonie Europa aus der Nähe von Köln, der Leeraner Singschule „United to Sing“, der Sopranistin Hae Min Geßner und dem Tenor Wolfgang Klose unter der Gesamtleitung von Kirchenkreiskantor Maxim Polijakowski. Das etwa zweistündige Festkonzert mit Catering-Pause beginnt um 18 Uhr. Karten gibt es an der Abendkasse für 20 Euro oder im Vorverkauf bei Reservix. Schülerinnen und Schüler haben freien Eintritt.
Das erste Werk des Abends existiert erst seit einigen Wochen: Das 60-Minuten-Oratorium schrieb der Leeraner Kirchenmusiker Johannes Geßner anlässlich des 350. Jubiläums der Lutherkirche Leer. Die „Leeraner Messe“ ist der Versuch, die klassische evangelische Liturgie in ein festliches und modernes Gewand zu kleiden, denn gerade diese traditionellen liturgischen Gesänge sind im Aussterben begriffen und werden immer weniger zelebriert. Die einzelnen Sätze orientieren sich deshalb in moderner Form am Gottesdienstablauf der Agende I, inklusive der Lesungen und Gemeindegesänge.
Das zweite Werk ist wiederum eine Uraufführung: die der „Symphonischen Tänze“ für Orgel und Orchester, komponiert von Maxim Polijakowski. In seinem Werk kombiniert der Auricher Kreiskantor lateinamerikanische Rhythmen, Vogelstimmen und effektvolle Klänge miteinander. Mit dieser Komposition möchte er die klangliche Vielfalt der 2023 renovierten und um ein drittes Manual erweiterten Arend-Brunzema-Orgel erlebbar machen.
Felix Mendelssohn-Bartholdys große „Sinfonie-Kantate“, der sogenannte „Lobgesang“, bildet den Abschluss. Den Auftrag zur Komposition erhielt Mendelssohn wohl 1839 vom Rat der Stadt Leipzig anlässlich der Vierhundertjahrfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst durch Johannes Gutenberg. Mendelssohn rang lange mit der geeigneten Form für das Werk, dachte an ein Oratorium oder eine großangelegte Psalmvertonung, bis er schließlich in einer Mischung aus Sinfonie und Kantate die für ihn geeignete Form fand. So entstand der „Lobgesang“, der am 25. Juni 1840 in einem großen Festkonzert in der Leipziger Thomaskirche erstmals erklang. Die Uraufführung des „Lobgesang“ war ein beachtlicher Erfolg, und das Stück wurde zu einem der meistaufgeführten Werke Mendelssohns zu seinen Lebzeiten.
Beteiligt an der Aufführung sind auch viele singbegeisterte Kinder und Jugendliche aus Aurich: zum einen der Kinderchor der Musikschule und des Kirchenkreises Aurich, zum anderen die Kleine Chor-AG des Gymnasiums Ulricianum.
