Auf meinem Nachtschränkchen steht ein technisches Museumsstück, das mit seinem Retrostil schon fast wieder angesagt ist: mein alter Radiowecker. Seit über 30 Jahren leistet er uns treue Dienste. Morgens werden wir von ihm mit den Nachrichten geweckt und spät abends hören wir noch ein bisschen „Das war der Tag“. Doch nun brauchen wir nötig eine Programmänderung. Die ersten Worte, die am Morgen unser Ohr erreichen, lauten seit mehr als einem Jahr „Der amerikanische Präsident Donald Trump hat erklärt…“, und das letzte, was uns gegen Mitternacht entgegendröhnt, ist „Der amerikanische Präsident Donald Trump will…“. Nicht genug, dass dieser Mann scheinbar die ganze Welt in seinem Griff hat. Ist er nun auch noch die Klammer um jeden einzelnen unserer Lebenstage? Wir ärgern uns über die mit ihm verbundenen Nachrichten und fühlen uns davon genervt. Wir schütteln den Kopf und fassen es nicht. Wir müssten lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

Was wir hören, erfüllt uns mit Angst und großer Sorge – erst recht vor dem Hintergrund des Irankrieges und der Explosion der Gewalt im Nahen Osten. So können wir nicht leben. Angst und Sorge ersticken jede Lebensfreude. Sie legen sich wie ein Grauschleier über die schönsten Vorfrühlingstage mit ihrem warmen Licht und dem strahlendblauen Himmel.
Auch wir selbst werden immer grauer: muffelig, pessimistisch, schlecht gelaunt. Es macht einfach keinen Spaß, an die Zukunft zu denken und Pläne zu schmieden. Wir fühlen uns müde, erstarrt und ausgebremst. Der Schwung geht uns verloren. Aber das kann es doch wohl nicht sein, oder? Wie kommen wir wieder in Gang, wie bekommen wir neuen Wind in unsere schlaffen Segel? Wir brauchen tatsächlich eine Programmänderung. Wir müssen die Klammern von Trump am Morgen und Trump am Abend loswerden. Und das ist gar nicht so schwer. Bei meiner Oma in der Küche hing ein toller Spruch, auch so richtig retro, aber cool: „Mit Gott fang an, mit Gott hör´ auf; das ist der beste Lebenslauf.“
Probieren Sie es doch einmal aus! Erzählen Sie Gott vor dem Frühstück die Sorgen, die Ihnen den Schlaf geraubt haben, und Ihre Albträume. Danken Sie ihm am Abend für den Tag und überlassen Sie ihm die Rätsel und das Unvollendete. So beginnt und endet der Tag positiv und mit einer Entlastung. Ich wünsche Ihnen die Erfahrung, dass Gott Ihr Leben nicht umklammert und umkrallt, sondern mit liebevollen Händen umschließt und trägt. Er stellt unsere Füße auf weiten Raum. Versprochen. Amen.
Andrea Düring-Hoogstraat, Pastorin in Victorbur