„Eine wie sie fehlt in dieser Zeit“ – Vom Buchcover blickt mir Astrid Lindgren entgegen und ich denke: „Stimmt!“ Wäre es nicht ein bisschen heller, wenn sie noch da wäre? Wenn sie über manche Gestalten, die sich schon ermächtigt haben oder es noch wollen, den Kopf schütteln würde? Sie mit Pippi-Ronja-Klugheit Dummheit entlarven würde?
Als Jesus sich von seinen Nachfolgerinnen und Jüngern verabschiedet, steht in den vielen Letzte-Male-Situationen die Frage mit im Raum: Wie soll es ohne ihn gehen? Wer zeichnet in den Sand, während andere Steine werfen wollen?

Jesus weiß das: Dass es mit ihm an der Seite leichter ist, als wenn er nicht zu sehen ist. Er schaut seine Leute an: Salz der Erde! Licht der Welt! Solche wie euch wird es in jener fernen Zeit geben: Im Sommer 2026.
Viele von uns sammeln den Sommer gerade ein. Als Wärme auf der Haut, als Muscheln im Gepäck, auf Erinnerungsfotos, in Marmeladengläsern. „Ich sammle mir einen großen Sommerklumpen zusammen und von dem werde ich leben, wenn…wenn es nicht mehr Sommer ist.“ (Ronja Räubertochter)
Wenn es kälter wird. Dunkler. Wenn wir uns nach einer Astrid oder nach einem Freund wie Jesus sehnen. Nach Klarheit, Mut und Gelassenheit in den richtigen Momenten. Jesus hat versprochen, einen Erinnerer zu schicken, eine Geistkraft, Feuer fürs Herz, wenn uns bang ist. Dieser Geist ist immer höchstens einen Seufzer entfernt! Ein Stoßgebet: Komm! Und dann kommt er. Erinnert. Bestärkt. Tröstet. Und ist ein Kompass, um selbst mutig und trotzig den Kopf zu schütteln. Und ja, vielleicht Widerspruch einzulegen. In Pippi und Ronja blitzt der Geist der Freiheit manchmal durch: „Ich will euch nur sagen, dass es gefährlich ist, zu lange zu schweigen. Die Zunge verwelkt, wenn man sie nicht gebraucht.“ (Pippi Langstrumpf)
Christiane Preising, Pastorin im Ev.-luth. Kirchengemeindeverband Aurich