Jesus spricht: „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ (Lukas 9,62). Ist es etwa falsch, auf geleistete Arbeit prüfend, vielleicht zufrieden oder gar stolz zurückzublicken?
In einem Ruderboot sitzen die Rudernden mit dem Rücken in Fahrtrichtung. Sie rudern im gleichen Rhythmus. Jeder gibt, was er kann, dabei schauen sie auf die zurückgelegte Strecke. Keiner entscheidet unabhängig vom anderen. Die Ruder aus der Hand zu legen und einfach stehen zu bleiben, wenn das Wasser unruhig wird, oder gar umzukehren, ist keine Option. Nur Einer ist der Steuermann. Er wählt den Weg und alle anderen vertrauen sich ihm an.

Vergewissernde Rückblicke sind notwendig, um Traditionen zu prüfen, die persönliche und gesellschaftliche Geschichte zu befragen, und um den jetzigen Standpunkt zu verorten. Wo komme ich her, wo stehe ich jetzt, welchen Weg will ich – wollen wir – weitergehen?
Wenn Jesus mich in seine Nachfolge ruft, dann ruft er mich heraus aus meiner Komfortzone, um Neues und Unbekanntes zu wagen. Das widerstrebt meiner Sehnsucht nach Geborgenheit und Absicherung. Besonders in diesen ungewissen und friedlosen Zeiten, wo wir an alten Formen und bewährten Strukturen festhalten wollen, fällt uns das schwer.
Christus ruft nicht nur mich als einzelnen, sondern uns als christliche Gemeinschaft, als Kirche in seine Nachfolge. Sie ist immer verbunden mit dem Dienst am hilfsbedürftigen Nächsten, dem Feiern von Christi Gegenwart in unserer Mitte und dem Weitersagen von Gottes Liebeserklärung an uns. Auch in stürmischen Zeiten dürfen wir auf Jesu Zusage vertrauen, dass er uns nicht verlässt, sondern leiten wird.
Pastor John Förster, Kirchengemeinden Riepe und Ochtelbur