Sonntagsbetrachtungen 2018

Worte zur Woche aus den Ostfriesischen Nachrichten

7. Januar 2018: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

– mit der Jahreslosung für das Jahr 2018 aus dem Buch der Offenbarung (Offb. 21,6) grüße ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, herzlich zur ersten Andacht in der ON im neuen Jahr. Umsonst – dieses Wort fällt mir auf in der Jahreslosung. Umsonst – das ist ein Wort mit zwei Bedeutungen. Es kann eine negative Bedeutung haben im Sinn von vergeblich oder auch eine positive Bedeutung im Sinne von gratis. In der Jahreslosung ist natürlich die zweite Bedeutung gemeint: Gott will uns aus der Quelle des lebendigen Wassers umsonst, also gratis, geben, als ein Geschenk, das wir nicht bezahlen müssen, sondern das wir einfach so erhalten. Doch wenn ich etwas einfach so geschenkt bekomme, dann macht mich das erst einmal skeptisch. Ich lasse mich nicht gern beschenken. Ich muss doch etwas zurückgeben, wenn ich etwas bekomme – dafür bezahlen oder arbeiten, oder dem anderen auch ein Geschenk machen. Letztes Jahr hat mir jemand etwas zu Weihnachten geschenkt, dieses Jahr bekommt er euch etwas von mir. Wenn ich etwas umsonst erhalte von jemanden, den ich nicht kenne, dann macht mich das misstrauisch. Da muss es doch einen Hintergedanken geben. Im Leben ist schließlich sprichwörtlich nichts umsonst. Im Leben nicht, aber bei Gott schon. Gott will uns aus der Quelle lebendigen Wassers geben, und zwar allen, die durstig sind – und das ganz ohne Bezahlung, ohne Leistung, ohne Gegenwert, einfach umsonst gratis, geschenkt. Ja, liebe Leser, was uns bei unseren Mitmenschen manchmal unangenehm ist, dürfen wir bei Gott getrost annehmen. Gott will uns beschenken, einfach so, einfach, weil wir seine geliebten Kinder sind. Und Gott schenkt uns noch viel mehr: seine Gnade. Es gibt eben doch Dinge, die wir nicht kaufen können, sondern die wir nur als Geschenk erhalten und annehmen können. Gott sei Dank! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Jahr 2018

Von Anika Langer, Pastorin in Engerhafe, Forlitz-Blaukirchen und Wiegbolsbur