Barstede

barstedeDie Kirche

Die kleine Kirche soll eine der ältesten in der Umgebung von Aurich sein. Erbaut wurde sie um 1250. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Kirche erst 1408. Früher schloss ein Steingewölbe das Kirchenschiff nach oben ab. Später wurde das Gewölbe durch eine flache Holzdecke ersetzt – ähnlich wie in vielen anderen ostfriesischen Kirchen. Meist war unsicherer Baugrund daran schuld, dass die schweren Gewölbedecken die Seitenmauern des Kirchenschiffs auseinander drängten. Der drohende Gewölbeeinsturz wurde durch den Abbruch des Gewölb es vermieden. 1951 musste die Kirche abgebrochen werden; einige Gräber waren zu dicht an der Kirche ausgehoben worden, die Kirche selbst hatte als Fundament nur mehrere große Findlinge; die Kirchwarf war auseinander gewichen, und hatte im Mauerwerk so starke Risse verursacht, dass Einsturzgefahr bestand.
Bis 1953 wurde die Kirche um 5 Meter verkürzt wieder aufgebaut. Die Fundamente sind aus Eisenbeton, zum Teil wurde der aus Findlingen bestehende Grundbelag der alten Kirche mit verwendet. Der gesamte Bau wurde in neuem roten Backstein ausgeführt. Als Decke wählte man ein hölzernes Tonnengewölbe. Ein Eisenbeton-Ringanker, der innerhalb der Kirche in Gesimshöhe angeordnet ist, hält die Umfassungswände zusammen. Die Innenausstattung (Sitzbänke, Altar, Kanzel und der uralte Taufstein) lehnt sich weitgehend an die alte Kirche an.

Die Glocken, der Turm

Bis zum 1. Weltkrieg gab es zwei Glocken. 1917 musste eine Glocke für Kriegszwecke abgeliefert werden. Erst 1964 konnte wieder eine zweite Glocke angeschafft werden. Der Glockenturm ist jetzt das älteste Gebäude in der Gemeinde. Am Turm befindet sich ein Halseisen, das früher an der Kirche war, und erinnert an kirchliches Sühnerecht und Strafvollzug.

Der Taufstein

Der Taufstein aus Bentheimer Sandstein ist der älteste Teil der Kirche, von ca. 1200.

Der Altar

Aus einer alten Kirchenbeschreibung: 
Über dem Altar befindet sich ein Triptychon (dreiteiliges Altarbild), „so mit zwei Türen versehen ist, die auf- und zugehen und mit der Passiosnhistoria und inwendig mit der Austeilung des heiligen Abendmahls bemalt sind. Oben an der Südseite befindet sich ein aufgerichteter, zum Greifen fertiger weißer Löwe mit roten Strichen um die Brust, den Leib, die beiden Hinterbeine und den Schwanz. Gegenüber an der Nordeite zeigt sich eine goldgelbe gekrönte Harpyie (Raubvogel), und zualleroberst steht Anno 1644“.

Die Tiere sind Wappentiere. Daraus schließt man, dass der Altar ursprünglich vom Grafen Ulrichs II. und seiner Gemahlin Juliane von Hessen-Darmstadt herstammt. Allerdings hat er ihn nicht direkt der Kirche vermacht, sondern der Altar stand lange Zeit in der „Burg“ von Barstede, die 1790 abgebrochen wurde.

Die Kanzel

Die Kanzel stammt ebenfalls aus Mitte des 17. Jahrhunderts und ist reichlich mit geschnitzten Figuren der Evangelisten ausgestattet.

Die Orgel

Die Orgel wurde 1801 vom Orgelbauer Gottfried Rohlfs aus Esens erbaut. 


Der Kirchenvorstand verhinderte nach Abbruch der Kirche den Verkauf durch die Landeskirche und sie wurde schließlich restauriert.

Die Kronleuchter

Die Leuchter sind aus kostbarem Messing und stammen aus den Jahren 1708 und 1883.
Vergrößerung der Kirchengemeinde durch Neu-Barstede
Die Kolonie Neu-Barstede kam erst 1822 zum Kirchspiel (Kirchengemeinde) und zur Hauptschule hinzu. Zuvor waren die Kolonisten nicht gebunden, hatten aber von jeher in Barstede alle kirchlichen Handlungen vollziehen lassen.

Das Gemeindehaus (Marie-Riese-Haus)

Das ehemailige Pfarrhaus wurde 1813 auf dem alten Fundament des Vorgängerhauses erbaut. Es war ein Gulfhaus von 1777, das infolge Blitzschlages abgebrannt war. 
In der Nachkriegszeit spielte lange Zeit die Tochter des letzten Pastors, Marie Antoinette Riese (1898 – 1988) die Orgel und übernahm auch oft seelsorgerische Dienste bei Trauerfällen (hauptsächlich beim Einsargen) . Sie lebte bis zuletzt im Pfarrhaus, und nach ihr ist das Haus benannt.

Der Gemeindeverbund

Ab 1. November 1948 war Pastor Eielt Arends der erste Pastor, der für Barstede, Ochtelbur und Bangstede zuständig war. Es folgten Pastorin Engel, Vakanzvertreter Pastor Janssen, Pastor Rothermundt, Pastor Treblin und Pastor Bookmeyer.
Das verbundene Pfarramt wurde mit Ablauf des 31. Dezember 2012 aufgelöst. Über 60 Jahre hat es eine gemeinschaftliche Zusammenarbeit mit Bangstede und Ochtelbur gegeben.
 Ab dem 01. Januar 2013 ist die Kirchengemeinde Barstede mit der Ev.-luth. Kirchengemeinde zu Westerende und der Ev.-luth. Kirchengemeinde Bangstede unter einem Pfarramt mit Pfarramts-Sitz in Westerende verbunden.
Die Kirchengemeinden haben ihre Eigenständigkeiten behalten.

Die Kirche kann gerne nach Absprache besichtigt werden.
 Wegen des Schlüssels bitte mit dem Kirchenvorstand Frau Meyer 04942/2761, Herrn Dettmers 04928/599 oder der Küsterin Frau Bredenberg 04928/725 in Verbindung setzen.
 Der Kirchenvorstand wird gerne weitere Auskünfte über die Kirche und Geschichte der Gemeinde erteilen.

Pfarramt:

Kirchengemeinde Westerende/Bangstede/Barstede

Kirchweg 1
26632 Ihlow-Westerende
Telefon 04941 3146