Kirche von A bis Z

Abendmahl. Das Abendmahl ist neben der →Taufe eines der beiden kirchlichen →Sakramente, welche die Reformatoren als biblisch begründet anzuerkennen bereit waren. Es erinnert an das letzte Mahl Jesu im Kreise seiner Jünger am Abend des →Gründonnerstages (Mk 14, 12-25 und Parallelen) und stiftet bei seiner gottesdienstlichen Feier mit Brot und Wein Gemeinschaft der Glaubenden untereinander, aber ebenso mit Christus. Wegen des damit verbundenen Kirchenverständnisses trennt die Feier des Abendmahls nach wie vor →katholische und →evangelische Christen, doch seit der Übereinkunft in der Leuenberger Konkordie von 1973 gewähren sich zumindest alle protestantischen Kirchen volle Abendmahlsgemeinschaft untereinander. (Dr. Andreas Lüder)

ACK →Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen.

Advent. Advent (vom lateinischen adventus Ankunft) bezeichnet die Zeit, die zur freudigen Vorbereitung auf die Geburt Jesu Christi an den vier Sonntagen vor dem Weihnachtsfest (→Weihnachtsfestkreis) begangen wird. Die Festlegung auf vier Adventssonntage erfolgte erst im 7. Jahrhundert nach Christus. Daneben erinnert diese Zeit auch an die zweite Wiederkunft →Jesu Christi zum Gericht und ist damit liturgisch (→Liturgie) gesehen eine Bußzeit. Beide Motive stehen nebeneinander und geben der Adventszeit eine gewisse Mehrdeutigkeit, die sich in der Gestaltung der Sonntage niederschlägt. In den letzten Jahren hat sich die evangelische Kirche bemüht, durch Aktionen wie „Advent ist im Dezember“ den besinnlichen und zur Einkehr rufenden Charakter der Adventszeit wieder zu betonen und vom Konsum und Aktionismus der Vorweihnachtszeit abzugrenzen. (Uwe Tatjes)

Agape. Griechisch: agape = Liebe. In der alten Kirche ein diakonisches „Liebesmahl“ für Bedürftige; wird heute eher als „Freundschaftsmahl“ gefeiert, auch (da kein →Sakrament), um noch nicht Konfirmierte an das Sakrament des Heiligen →Abendmahles heranzuführen, z.B. im Kindergarten, im Kindergottesdienst oder auch in Verbindung mit dem Heiligen Abendmahl. (Hans Bookmeyer)

Agnus Dei. Lateinisch: Gottes →Lamm. Im Alten Testament ist das Lamm ein Opfertier. Beim Auszug des Volkes Israel aus Ägypten wird ein Lamm geschlachtet, dessen Blut an die Türpfosten gestrichen wird. In Texten des Neuen Testamentes, besonders im Johannesevangelium, wird Jesus als „Lamm Gottes“ bezeichnet. Das Abendmahl feiern Jesus und seine Jünger in Zusammenhang mit dem jüdischen Passahfest. Jesus stirbt, als im Tempel die Passahlämmer geschlachtet werden. Jesu Sterben am Kreuz wird mit dem Bildwort „Lamm Gottes“ als Opfertod zur Erlösung gedeutet. Darum wird in der Abendmahlsliturgie gesungen: Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd‘ der Welt, erbarm dich unser. In der christlichen Bildkunst wird Christus als Lamm Gottes häufig mit einer Fahne als Zeichen der Auferstehung dargestellt. (Andreas Scheepker)

Albe. Lateinisch alba (f.) = weiß bezeichnet ein weißes, meist aus Leinen gewebtes, Gewand für Mitwirkende im Gottesdienst. Seit Aufkommen liturgischer Gewänder (ca. 4. Jahrhundert nach Christus) ist die Albe das klassische, knöchellange Gewand der Geistlichen. Ursprünglich als „Untergewand“ unter anderen liturgischen Gewand-Elementen getragen, wird die Albe heute auch ohne weitere Elemente als liturgisches Gewand getragen. In evangelischen Kirchen außerhalb des deutschsprachigen Raums ist sie das klassische Gewand für diejenigen, die einen Gottesdienst (mit-)gestalten. (Jens Blume)

Altar: Der Altar ist in vielen Religionen der zentrale Ort eines Heiligtums, an dem Gott angebetet und an dem Opfer gebracht werden. In lutherischen Kirchen steht an zentraler Stelle ein Tisch aus Stein oder Holz, meist in der Mitte des Altarraumes. Traditionell stehen ein Kreuz und Kerzen auf dem Altar, geschmückt wird er mit einem Tuch (Antependium) in der kirchenjahreszeitlichen →Farbe. Am Altar wird das →Abendmahl gefeiert, es wird gebetet und von hier aus wird der Segen zugesprochen. In reformierten Kirchen steht an zentraler Stelle meist ein schlichter Abendmahlstisch aus Holz. (Andreas Scheepker)

Altes Testament. Das Alte Testament, im christlich-jüdischen Dialog auch Erstes Testament genannt, umfasst die 39 Schriften im ersten Teil der →Bibel. Ursprünglich ganz überwiegend auf (Alt-)Hebräisch, teilweise aber auch auf Aramäisch geschrieben, vereint es erzählende Schriften zur frühen Geschichte des israelitisch-jüdischen Volkes mit prophetischen Büchern, weisheitlichen Schriften zur Frage der Lebensgestaltung sowie den →Psalmen. Für Christen war das Alte Testament von Beginn an der Schlüssel zum Verständnis dessen, was Gott durch Jesus von Nazareth und in ihm geoffenbart hat, wie der fortlaufende Rückgriff auf das Alte Testament in allen neutestamentlichen Schriften zeigt. (Dr. Andreas Lüder)

Amen. Dieses Wort kommt aus der hebräischen Sprache und erscheint schon im →Alten Testament (z. B. in Ps 41,14). Es bedeutet „so sei es“ und wird als Bekräftigung am Schluss eines →Gebetes oder als liturgische Antwort benutzt. (Dr. Detlef Dieckmann)

Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen e.V. (ACK) ist ein Zusammenschluss christlicher Kirchen in Deutschland, vergleichbar dem „Ökumenischen Rat der Kirchen“ auf internationaler Ebene. Es gibt örtliche Arbeitsgemeinschaften sowie Arbeitsgemeinschaften auf Landes- und auf Bundesebene. Die Mitgliedskirchen erkennen sich gegenseitig als christliche →Kirchen an. (Peter Schröder-Ellies)

Arbeitsstelle für evangelische Religionspädagogik in Ostfriesland (ARO). Die Arbeitsstelle in Aurich begleitet und fördert die religionspädagogischen Aktivitäten im Bereich Ostfriesland in Kirche und Schule. Sie ist eine Einrichtung der Ev.-ref. Kirche mit Sitz in Leer und der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers.

Wir haben Material für den Religionsunterricht in der Schule und für die Kinder-, Jugend-und Konfirmandenarbeit. In unserer Bibliothek am Georgswall 7 in Aurich finden Sie – auch mit fachkundiger Beratung durch Sonja Skoczylas – diverse Medien für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Schulen und Kirchengemeinden.

Fortbildungen zu (religions-)pädagogischen Themen (z.B. biblische Prophetie) oder supervisorische Angebote (z. B. Coaching für Elterngespräche) finden Sie in der halbjährlich erscheinenden ARO-aktuell und im Internet (www.aro-aurich.de). (Ute Beyer-Henneberger)

Aschermittwoch: Der Aschermittwoch hat seinen Namen von einem alten Brauch erhalten: die Asche der verbrannten Palmzweige des Vorjahres wurde gesegnet und dann die Gläubigen am Beginn der Passionszeit mit einem Aschekreuz (als Zeichen der Buße) gesegnet. Der Termin des Aschermittwochs richtet sich nach dem wandernden Ostertermin als Beginn der vorösterlichen →Fastenzeit (Dienstbesprechung Victorbur).

Aussegnung →Einsargung.

Beichte. Laut biblischem Zeugnis ist es der gesamten Gemeinde aufgetragen, Schuld/Sünde im Namen Gottes zu vergeben (Mt 16,19, Joh 20,21-23 u.a.).

Beichte gibt es als Einzelbeichte in einem besonders geschützten Raum oder als gemeinsame Beichte – im Gottesdienst oder auch in einem anderen Rahmen. Die Beichte kann als gesprochenes Bekenntnis, als Meditation oder als Dialog z.T. mit Fragen und Antworten geschehen oder in einem Beichtgebet, wie es die Form der „offenen Schuld“ anbietet, oder auch im Rüstgebet bei →Abendmahlsgottesdiensten.

Beichte kann über ein konkret vorliegendes Problem/konkrete Verfehlung stattfinden oder eine allgemeine Form haben (so vor allem im Gottesdienst).

Weitere Informationen und eine Beichtanleitung stehen im →Ev. Gesangbuch unter Nr. 792-802. (Roman Ott)

Bestattung. In christlichen Kirchen wird die Bestattung eines/einer Verstorbenen in der Regel in Zusammenhang mit einem Trauergottesdienst vorgenommen. In der Regel wird in der Kirche oder in der Friedhofskapelle eine Trauerandacht mit Predigt und meist traditionellen Gesängen gehalten. In der Predigt wird neben der Verkündigung auch an die Person des/der Verstorbenen erinnert. Die Bestattung erfolgt meist direkt im Anschluss an den Trauergottesdienst, wenn der Sarg zum Grab getragen und beigesetzt wird. Die Trauerfeier schließt mit Bibelwort, Aussegnung, Vaterunser und Segen. (Andreas Scheepker)

Bibel. Die Bibel (vom griechischen Begriff biblia, „Bücher“) ist die Heilige Schrift der weltweiten Christenheit und damit der Maßstab für ihr Reden und Handeln. Die insgesamt 66 Schriften des →Alten und des →Neuen Testaments spiegeln weit mehr als ein Jahrtausend zunächst israelitisch-jüdischer und sodann urchristlicher Religionsgeschichte wider. Zwischen 1522 und 1534 übersetzte Martin Luther sämtliche biblischen Schriften einschließlich der sogenannten Apokryphen ins Deutsche und schuf damit die Grundlage evangelisch-lutherischer Volksfrömmigkeit bis zum heutigen Tage. Seither mehrmals sprachlich überarbeitet, ist die Luther-Bibel über Jahrhunderte ein in zahllosen Auflagen verbreitetes Volksbuch geblieben.

Grundlegende Informationen finden sich auf www.wibilex.de. (Dr. Andreas Lüder).

Brot für die Welt ist das große Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), das mit Projekten zur Selbsthilfe weltweit Menschen in den benachteiligten Regionen unserer Erde unterstützt. Der Name ist Programm: Jeder Mensch soll mit dem „täglichen Brot“ (Vater unser!), also mit dem, was sie und er zum Leben benötigt, versorgt sein. Brot für die Welt sammelt dafür nicht nur Spendengelder zur Adventszeit, sondern informiert, stellt Hintergründe der ungerechten Verteilung der Güter dieser Welt dar und ruft zu Schritten der Veränderung auf. (Susanne Schneider)

Choral. In der katholischen Kirche ursprünglich auf die einstimmigen liturgischen Gesänge der Chöre im Gottesdienst bezogen (Gregorianik), versteht die evangelische Kirche unter einem Choral jedes der Kirchenlieder, die für den gottesdienstlichen Gemeindegesang gesammelt und eingerichtet sind (→Evangelisches Gesangbuch). (Dr. Andreas Lüder )

Christlicher Verein junger Menschen (CVJM). Der CVJM ist ein überkonfessioneller christlicher Jugendverband, der sich zum Ziel gesetzt hat, junge Menschen für den Glauben an →Jesus Christus zu begeistern.

Entstanden ist der CVJM als eine Vereinigung junger Männer. Heute steht die Mitgliedschaft in vielen Ländern allen jungen Menschen offen. In Deutschland wird dies insbesondere deutlich in der Umbenennung der einzelnen CVJM von „Christlicher Verein Junger Männer“ in „Christlicher Verein Junger Menschen“ in den 1970er Jahren.

Das Engagement des CVJM folgt dem Grundsatz einer offenen Mitgliedschaft, die Menschen ohne Rücksicht auf ihren Glauben, ihr Alter, ihr Geschlecht, ihre Rasse und ihre sozialen Verhältnisse umfasst. Dabei steht– im Kirchenkreis Aurich aktiv praktiziert – eine gedeihliche Zusammenarbeit mit christlichen Kirchen jeglicher Konfession im Vordergrund. Eine solche wird auch durch die gemeinsame Durchführung von Jugendfreizeiten mit einzelnen Auricher Kirchengemeinden unterstrichen. (Karsten Beekman)

Credo. „Ich glaube“, also lateinisch „Credo“. Dieses Anfangswort steht als Begriff für das gesamte Glaubensbekenntnis. Im Gottesdienst wird meist das sogenannte „Apostolicum“ oder „Apostolisches Glaubensbekenntnis“ gesprochen. Es stammt in den ältesten Teilen aus dem 2. Jahrhundert, allerdings nur dem Namen nach von den Aposteln. Ursprünglich war es das Taufbekenntnis der westlichen Kirche. Im Laufe der Kirchengeschichte gab es immer wieder Streitigkeiten über das richtige Bekenntnis. Das Apostolicum hat sich – außer in der orthodoxen Kirche – bis heute ökumenisch als Grundbekenntnis erhalten. Das Glaubensbekenntnis, das wir heute das „Nizänische“ nennen, verbindet fast alle →Kirchen auf der ganzen Welt – einschließlich der Kirchen des Ostens („Orthodoxe Kirchen“). Es ist in der Regel Feiertagen vorbehalten und entstand im Zusammenhang mit den sogenannten „Trinitarischen Streitigkeiten“ des 4. Jahrhunderts, als jahrzehntelang immer wieder leidenschaftlich um die Bedeutung Jesu Christi und das Verhältnis der drei Personen der Dreieinigkeit (Vater, Sohn und Heiliger Geist) gerungen wurde.
Einen vorläufigen Abschluss fand der Streit auf dem Konzil von Nizäa-Konstantinopel im Jahre 381 mit der Verabschiedung dieses Bekenntnisses, das als „Nizäno-Konstantinopolitanum“ oder, etwas vereinfacht, „Nizänum“ in die Kirchengeschichte einging und zu einem der wichtigsten Glaubensbekenntnisse der Alten Kirche wurde.

Im Text heißt es: »Wir glauben an den Heiligen Geist… und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche«. »Katholisch« stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt „über die ganze Erde“. Hier ist es im Sinn weltumspannender Gemeinschaft aller Getauften gemeint und eben nicht im Sinne einer bestimmten Konfession. Die meisten evangelischen Kirchen ersetzen es daher durch »eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche«.
Im Abschnitt über den Heiligen Geist heißt es in der Tradition der abendländischen Kirche: »Wir glauben an den Heiligen Geist… der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht«. Dass der Heilige Geist auch aus dem Sohn (lateinisch: filioque; deutsch: »und dem Sohn«) hervorgeht, wurde in der Westkirche dem Bekenntnis erst im Mittelalter hinzugefügt. Als Ausdruck des gemeinsamen Glaubens aller Christen aus der Ost- und Westkirche kann das Bekenntnis in der Urform ohne »filioque« verwendet werden, wie es in den orthodoxen Kirchen des Ostens (z.B. Griechenland oder Russland) bis heute geschieht. Neben der Tradition werden immer wieder auch aktuelle Bekenntnisse formuliert, in einer zeitgemäßen Sprache. (Silke und Lars Kotterba)

CVJM →Christlicher Verein junger Menschen.

DEA →Deutsche Evangelische Allianz.

Deutsche Evangelische Allianz (DEA). Die DEA versteht sich als ein Bund von Christusgläubigen, die verschiedenen christlichen Kirchen, Gemeinden und Gruppen angehören. Sie steht unverkürzt zu den Heilstatsachen der →Bibel und bekennt sich zur ganzen Bibel als Gottes Wort, ohne sich an eine bestimmte Inspirationslehre zu binden.
In der DEA pflegen Christen – über ihre Zugehörigkeit zur eigenen Gemeinde hinaus – Gemeinschaft mit anderen Christen aus anderen Denominationen, unterstützen einander in der gegenseitigen Liebe, motivieren zum →Gebet und geben Hilfe zum diakonischen Dienst und evangelistischem Einsatz.
Ein gemeinsamer Höhepunkt ist die „Allianz-Gebetswoche“, die jährlich im Januar in den Regionalkreisen durchgeführt wird. (Michael Senner)

Diakon/in. Diakoninnen und Diakone sind in den unterschiedlichsten Bereichen unserer Landeskirche tätig. So vielfältig wie die Anstellungsträger, Werke, Dienste, Gemeinden oder der →Kirchenkreis (wie bei uns im KK Aurich), so umfangreich und spezialisiert sind die Berufsfelder. Ein einheitliches Berufsbild „Diakon“ gibt es deshalb nicht.

Die Regelausbildung in unserer Landeskirche Hannover ist das Studium der Religionspädagogik in Verbindung mit dem Studium des Sozialwesens. Aber dies ist nur ein Weg zum Beruf des Diakons – es gibt innerhalb der Landeskirchen in Deutschland viele unterschiedlich konzipierte und traditionsreiche Ausbildungen, wie zum Beispiel in Bethel, mit eigenen Schwerpunkten und Abschlüssen.

Allen gemeinsam ist, Diakone zu befähigen, kompetent ihren „diakonisch-pädagogischen Dienst im Rahmen des Verkündigungsauftrages, mit einem Schwerpunkt in der Arbeit mit einzelnen und mit Gruppen wahrzunehmen“ (aus der Diakonenordnung unserer Landeskirche).

Für die konkrete Arbeit bedeutet das:

Diakone sollen mit ihrem Dienst

  • verkündigen und zum christlichen Glauben ermutigen
  • Gruppen und Projekte professionell leiten
  • ehrenamtliches Engagement unterstützen, fördern und begleiten
  • diakonisch handeln, beraten und seelsorgerlich begleiten
  • kirchliches Leben gestalten und reflektieren

Diakone können sich einer Diakoniegemeinschaft anschließen, müssen es aber nicht. In unserer Landeskirche ist das die Diakoniegemeinschaft Stephanstift in Hannover und der Diakoniekonvent Lutherstift Falkenburg. (Anke Kaun)

Diakonie / Diakonisches Werk (DW)

EC→Entschieden für Christus

EG →Evangelisches Gesangbuch

Einsargung: In vielen ostfriesischen Gemeinden gibt es die gottesdienstliche Feier der Einsargung. Am Abend des Sterbetages oder am Abend des nächsten Tages wird der/die Verstorbene im offenen Sarg in der Friedhofskapelle oder Leichenhalle aufgebahrt. Angehörige, Nachbarn und Freunde kommen zu einer kurzen Andacht mit Lesung, →Gebet und Segen. Diese Andacht dient der Vorbereitung auf die Trauerfeier und den Abschied. Oft findet im Anschluss eine →Teetafel statt. (Andreas Scheepker)

Einsetzungsworte. Die Einsetzungsworte gehören zum Abendmahl, zum letzten Mahl, das Jesus mit seinen Jüngern in Jerusalem feierte, bevor er verurteilt und gekreuzigt wurde. Mit den Einsetzungsworten deutet Jesus das Brot und den Wein auf sich. Viermal wird im Neuen Testament von dieser Einsetzung des →Abendmahls berichtet – bei Matthäus 26,26-28, Markus 14, 22-24, Lukas 22, 19-20 und im 1. Brief des Paulus an die Korinther, 11, 23-25. Diese Berichte stimmen nicht wörtlich überein, haben ihre Form vermutlich durch den liturgischen Gebrauch der ersten Christengemeinden erhalten und wurden im Zusammenhang mit dem jüdischen Passahmahl gesehen. Dass die Worte Jesu zum Brot: „Nehmet und esset. Das ist mein Leib“ und zum Kelch: „Trinket alle daraus; das ist mein Blut, das vergossen wird zur Vergebung“ von Anfang an bei der Sakramentsfeier gesprochen wurden, gilt als sicher. Gegenüber der römisch-katholischen Lehre von der Wandlung der Elemente (Brot und Wein in Leib und Blut Christi) in dem Augenblick, in dem die Einsetzungsworte gesprochen werden, machte Martin Luther geltend, dass die Worte Jesu nicht nur als Segnung von Brot und Wein zu verstehen sind, sondern auch Verkündigung für die Gemeinde darstellen. Sie sollen also von den Feiernden deutlich zu hören sein. Genau an diesen Stiftungsworten hat sich ein jahrhundertelanger Streit um das Abendmahl entzündet, genauer um das Verständnis darum, wie →Jesus Christus seinen Leib und sein Blut mit Brot und Wein gleichsetzt. Die unterschiedlichen Deutungen führten zur Trennung am Tisch des Herrn. Mittlerweile gibt es vielfältige Annäherungen, besonders durch die Leuenberger Konkordie von 1973 gelang eine Abendmahlsgemeinschaft zwischen den lutherischen, reformierten und unierten Kirchen in Europa, die mittlerweile selbstverständlich ist. (Silke Kampen)

Entschieden für Christus (EC). Der EC Kreisverband Ostfriesland ist der Zusammenschluss der EC-Jugendarbeiten aus ganz Ostfriesland. Er gehört zum EC Niedersachsen und ist ein selbständiger Jugendverband innerhalb der evangelischen Kirchen. EC heißt: „Entschieden für Christus“ und markiert die grundsätzliche Ausrichtung aller Aktivitäten. Der EC finanziert seine Arbeit im Wesentlichen durch Spenden. (Michael Senner)

Weitere Informationen unter www.ec-ht.de

Ephorus. Anderes Wort für →Superintendent.

Epiphanias. Der Sonntag Epiphanias am 6. Januar ist das älteste Christusfest. Das griechische Wort „Epiphanie“ bedeutet „Erscheinung“. Zu diesem Tag wird gefeiert, dass Gott in →Jesus Christus in der Welt „erschienen“ ist. Dem Epiphaniasfest wurden verschiedene Ereignisse im Leben Christi zugeordnet: die Geburt Jesu, die Taufe Jesu oder das Weinwunder zu Kana. In der westlichen Kirche hat man das Fest eng mit den „Weisen aus dem Morgenland“ verbunden. Sternsinger-Kinder gehen in der Zeit um Epiphanias als Könige verkleidet von Haus zu Haus und folgen einem  Stern-Träger. Sie sammeln Geld für die Unterstützung von Kindern in einem anderen Land. Die ursprünglich katholische Aktion wird mittlerweile an vielen Orten ökumenisch gestaltet, so auch in Aurich. Nach dem Singen an der Haustür schreiben sie mit Kreide zwischen die jeweilige Jahreszahl C + M + B – die Abkürzung für den lateinischen Segen: Christus Mansionem Benedicat (Christus segne dieses Haus). C, M, B lässt sich aber auch als Abkürzung der Namen der drei Weisen lesen: Caspar, Melchior und Baltasar. Die liturgische Farbe von Epiphanias ist weiß, Farbe der Freude über →Jesus Christus. (Silke und Lars Kotterba)

Epistel. „Epistel“ bezeichnet einen „Brief“ aus dem Neuen Testament. Solche Briefe an Gemeinden haben Apostel wie Paulus geschrieben. Auch in der Apostelgeschichte oder der Offenbarung sind Briefe zu finden. Im Gottesdienst wird jeweils ein Teil eines Briefes gelesen, die sogenannte Epistel-Lesung. Daneben stehen Texte aus den Evangelien oder dem →Alten Testament. (Anne Ulferts-Tatjes)

Erntedank. Gott wird im Glauben nicht nur punktuell als Retter, sondern auch als ausdauernd segnende Kraft oder Kraftquelle erfahren. Er ruft alles ins Leben (Schöpfung), was wiederum dem Menschen zu seinem Lebenserhalt dient. Laut jüdischem Brauch darf nichts aus dieser Welt genossen werden, ohne dem Geber (Gott) dafür zu danken. Das Kirchenjahr unterstützt das Denken daran mit dem Erntedankfest, das in der Regel am ersten Sonntag im Oktober gefeiert wird (genauer: am ersten Sonntag nach dem Tag des Erzengels Michael [Michaelis = 29. September]). (Roman Ott)

Evangelische Allianz →Deutsche Evangelische Allianz (DEA)

Evangelisches Gesangbuch (EG). So heißt das derzeit gültige Lieder- und Gebetbuch der evangelischen Kirchen, das in den Jahren 1993–1996 in Deutschland als Nachfolger des „EKG“ (Ev. Kirchengesangbuch) eingeführt wurde. In allen Ausgaben finden sich 535 übereinstimmende Beiträge, darüber hinaus sind unter anderem Psalmen, Gebete für alle Lebenslagen, Bekenntnis- und Katechismustexte sowie Gottesdienstordnungen vertreten. Im allgemeinen Gebrauch ist in der Region besonders auf die Unterschiede zur evangelisch-reformierten Ausgabe zu achten, das z.B. mit einem ausführlichen Psalmliederteil beginnt. (Dienstbesprechung Victorbur)

Evangelium. Evangelium (griechisch: euaggellion = Gute Botschaft): Schriftliche Darstellung, in welcher von der Person Jesu, seiner Verkündigung in Bezug auf Gott sowie von seinem Wirken, Leben, Sterben und seiner Auferweckung berichtet wird. In die →Bibel (dort im →Neuen Testament) sind vier Evangelien aufgenommen werden: die Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

Im Gottesdienst bezeichnet das Evangelium jene Lesung aus einem der vier genannten neutestamentlichen Bücher, die den Sonntag prägt. (Hans Bookmeyer)

Ewigkeitssonntag (Totensonntag). Das Kirchenjahr endet am Sonntag vor dem 1. →Advent mit dem Ewigkeitssonntag. Dieser Sonntag wird auch „Totensonntag“ genannt, weil an ihm in vielen Gemeinden der Verstorbenen des zu Ende gehenden Kirchenjahres gedacht wird. Das Thema des Ewigkeitssonntages ist Gottes Zukunft mit der Schöpfung und seinen Geschöpfen. Die mutmachende Botschaft dieses Sonntags: Gott schenkt uns Menschen Zukunft nach unserem Sterben. (Edzard Stiegler)

Farben, liturgische. Je nach Kirchenjahreszeit werden farbige Tücher (Paramente) an Altar, Lesepult und Kanzel angebracht, die meist mit einem Bild, einem Symbol oder einem kurzen Text versehen sind. In unserer Kirche sind die folgenden Farben vor allem in den folgenden Zeiten gebräuchlich: Als Farbe des Lichtes ist Weiß die Christusfarbe zu den Christusfesten →Weihnachten und →Ostern und den daran anschließenden Wochen. Violett als Farbe der Buße und Veränderung ist die Farbe der Vorbereitungszeiten (Advent, Passionszeit) auf die Christusfeste. Rot als Farbe des Blutes und Farbe des Lebens ist die Farbe für die Kirchenfeste →Pfingsten, →Konfirmation, →Reformationstag und besondere kirchliche Anlässe. Grün als Farbe des lebendigen Wachsens schmückt die Kirche in den Kirchenjahreszeiten, die nicht besonders geprägt sind und in denen wir im Glauben und Leben wachsen sollen (z.B. Trinitatis-Sonntage, Epiphanias-Sonntage). In einigen Gemeinden ist Schwarz als Farbe für den →Karfreitag gebräuchlich. (Andreas Scheepker)

Fasten. Fasten ist ein freiwilliger, zeitlich begrenzter Verzicht auf (bestimmte) Nahrungs- oder Genussmittel. Im Kirchenjahr gelten seit dem frühen Christentum die vorösterliche Passionszeit und die vorweihnachtliche →Adventszeit als Fastenzeiten, Zeiten der Vorbereitung auf das jeweilige Hochfest. Die Reformatoren warnten davor, Fasten als Form von „Werkgerechtigkeit“ zu verstehen, als könne man sich durch den Verzicht eine Leistung, einen Verdienst vor Gott anrechnen lassen. In jüngerer Zeit erlebt das Fasten eine Renaissance im Sinne eines „Heilfastens“:  eine Zeit der Reinigung von Körper und Seele, eine Möglichkeit, intensiv spirituelle Erfahrungen zu sammeln, indem man weltliche Abhängigkeiten durch einen Verzicht relativiert. (Jens Blume)

Fisch. Keine Werbung für den Angelsport, sondern ein geheimes Erkennungszeichen der frühen Christen. Als Christen durch die Staatsgewalt bedroht waren und sich nicht offen zeigen durften, haben sie sich an der Zeichnung eines Fisches erkannt, denn die Anfangsbuchstaben für das griechische Wort „Fisch“ waren eine Kurzformel des Glaubens: →Jesus Christus, Sohn Gottes, Retter. Besonders als Aufkleber ist ein Fisch bis heute ein Erkennungszeichen für Menschen, die an →Jesus Christus glauben. (Holger Rieken)

Freikirche. Dieser Begriff bezeichnet eine christliche Kirche, die – im Gegensatz zu einer Staatskirche – vom Staat unabhängig ist. Dabei wird das Attribut „frei“ im Sinne von freiwilliger Zugehörigkeit, organisatorischer Unabhängigkeit, Zugehörigkeit zu einer Minderheit oder als Hinweis auf eine bestimmte theologische Einstellung verstanden.

Zu den größten deutschen Freikirchen gehören die FEG („freie christliche Gemeinde“) , die Baptisten („Evangelisch freikirchliche Gemeinde“) sowie die Methodistische Kirche. Im Rahmen der Ökumene unterhält der Kirchenkreis Aurich zu allen Auricher Freikirchen regelmäßige Kontakte, die sich u.a. in der Durchführung des jährlichen ökumenischen Stadtfestgottesdienstes sowie anderer gemeinsamer Aktionen widerspiegeln. (Karsten Beekmann)

Fürbittengebet. Als Fürbittengebet bezeichnet man das →Gebet, mit dem wir vor Gott für andere Menschen eintreten. Das Fürbittengebet, das früher auch „Allgemeines Kirchengebet“ genannt wurde, kann an verschiedenen Stellen des Gottesdienstes stehen, zumeist bildet es den Abschluss des zweiten Gottesdienstteils, Verkündigung und Bekenntnis. Wenn das →Abendmahl gefeiert wird, dann erfolgt zuweilen eine Verbindung mit dem Dankgebet am Ende des Abendmahlteils.

Seinem inneren Aufbau nach folgt das Fürbittengebet traditionell der Struktur des Vaterunsers:

Um das Kommen des Reiches Gottes

Um die Ausbreitung des Evangeliums und den Dienst der Kirche

Für Staat und Gemeinwesen, sowie Haus und Beruf

Für Menschen am Rand der Gesellschaft bzw. Notleidende

Für die versammelte Gemeinde.

Es gibt vier verschiedene Formen des Fürbittengebets:

  1. Aufruf zum Gebet mit Gebetsrufen der Gemeinde (z.B. „Herr, erbarme dich“). Diese Form nennt man Ektenie (griech. Ausdauer)
  2. Diakonisches Gebet, das mehrere Beteiligte erfordert und mit einem Lobpreis beendet wird
  3. Wechselgebet zwischen einzelnen Betern oder Gruppen mit Gebetsaufforderungen oder kurzen Gebetsrufen.
  4. Ohne Gebetsrufe der Gemeinde werden die Gebetsanliegen von einem Beter vorgebracht. (Sabine Bohlen)

Gebet. Das Gebet ist, kurz gesagt, das Gespräch mit Gott. Wer mit Gott reden möchte, braucht keine besonderen Worte finden und muss sich nicht an bestimmte Zeiten und Orte halten. Er kann entweder mit eigenen Worten mit Gott reden, „wie einem der Schnabel gewachsen ist“, oder auch Worte verwenden, die andere gefunden haben, z.B. die Psalmen oder auch einzelne Strophen christlicher Lieder. Im Evangelischen Gesangbuch gibt es ab der Nr. 812 eine sehr vielfältige Auswahl ganz unterschiedlicher Gebete für die ganze Vielfalt des Lebens. (Hermann Reimer)

Glaubensbekenntnis. Das Glaubensbekenntnis ist der öffentliche Ausdruck einer persönlichen oder kollektiven Glaubensüberzeugung, zu der sich die Sprecher bekennen. Das Glaubensbekenntnis fasst die zentralen Lehren und Glaubenssätze der christlichen Religion prägnant und einprägsam zusammen, fördert und würdigt die Gemeinschaft und gemeinsame Überzeugung der Gläubigen (zum Beispiel beim gemeinsamen Sprechen im Gottesdienst) und dient der Selbstvergewisserung der eigenen Überzeugung und der Abgrenzung gegenüber anderen Glaubensrichtungen und Religionen. Das bekannteste und weithin auch ökumenisch (→Ökumene) anerkannte →Glaubensbekenntnis ist das Apostolische Glaubensbekenntnis (→Credo). Daneben gibt es eine Reihe historischer und moderner Glaubensbekenntnisse, die anlassbezogen in der evangelischen →Kirche in Gebrauch sind. (Uwe Tatjes)

Gloria. Dieses lateinische Wort bedeutet übersetzt: Ehre. In der heutigen Liturgie wird es im Wechsel gesungen, wobei der Liturg die Gemeinde zum Lob und zur Anbetung Gottes aufruft: „Ehre sei Gott in der Höhe“. Es folgt im Eingangsteil des Gottesdienstes auf das Kyrie („Herr, erbarme dich“) oder als dankbarer Lobpreis nach dem Empfang des →Abendmahls im Schlussteil des Gottesdienstes. Ursprünglich war das Gloria ein Hymnus im Morgengottesdienst. Es stammt aus der griechischen Ostkirche und wurde im 6. Jahrhundert von der lateinischen Westkirche übernommen. Zunächst war es dem Bischof an Weihnachten vorbehalten, allmählich wurde es an allen Sonn- und Feiertagen, später sogar an jedem Wochentag von allen Klerikern angestimmt. Inhaltlich ist das Gloria als kunstvolles biblisches Mosaik aus lobpreisenden Psalmversen gestaltet. Außerdem klingen weitere liturgische Gesänge darin an. Das Gloria betont die göttliche Würde des auferstandenen und erhöhten Christus. (Alexander Wilken)

Gründonnerstag. Der Donnerstag in der →Karwoche wird Gründonnerstag genannt. Er ist der Tag der Einsetzung des Heiligen →Abendmahls. Der Name Gründonnerstag ist möglicherweise so zu erklären, dass die Büßer, die ihre Bußzeit in der Passion beendet hatten, wieder als frische grüne Triebe am „Baum“ der Kirche begrüßt wurden, oder sich (nach dem mittelhochdeutschen Wort „gronan“) als greinende/weinende Büßer verstanden. Am Gründonnerstag erinnert sich die Christenheit daran, dass sie in erster Linie eine Mahl- und Tischgemeinschaft ist: „In der Nacht, da er verraten ward“ (1. Kor. 11, 23), so beginnen die Einsetzungsworte des Abendmahls. Die alttestamentliche Lesung aus dem 2. Buch Mose, 12, 1-14 vergegenwärtigt die Einsetzung des Passamahls für die Israeliten, die bald vor den Ägyptern aus der Knechtschaft fliehen werden, und verweist somit auf die jüdischen Wurzeln des christlichen Abendmahls. In der Kirche ist der →Altar weiß gedeckt und auch das in der Fastenzeit verstummte „Gloria in excelsis Deo“ – „Ehre sei Gott in der Höhe“ wird wieder im festlichen Rahmen angestimmt. In einigen Gemeinden feiert man am Tag der Einsetzung des Abendmahls auch Tischabendmahlsfeiern oder es schließen sich Gebetswachen an, die das Wort Jesu an die Jünger im Garten Gethsemane aufnehmen: „Könnt ihr nicht eine Stunde mit mir wachen?“ (Silke Kampen)

Hahn. Der Hahn auf dem Kirchturm ist heute in reformierten Gegenden ein Zeichen dafür, dass es sich um eine →reformierte Kirche handelt. In Gegenden, die nicht von der Schweizer Reformation geprägt sind, findet man den Hahn auch auf katholischen Kirchtürmen, allein auf lutherischen Kirchtürmen dagegen den Schwan. Seit dem 9. Jahrhundert gibt es den Hahn auf dem seinerzeit katholischen Kirchturm. Bereits in der Antike war der Hahn ein heidnisches Symbol und wurde mit verschiedenen Gottheiten wie dem Sonnengott Helios oder der Mondgöttin Selene in Verbindung gebracht. Statt das heidnische Symbol zu bekämpfen, wurde es von der christlichen →Kirche umgedeutet und einverleibt. Zwei Motive spielen dabei eine Rolle: Der Hahn kündigt mit seinem Krähen den nahenden Tag an. Er weist so auf das kommende Licht hin, das die Nacht überwindet. Er ist also gleichsam Sinnbild für christliche Hoffnung, wie sie in →Jesus Christus als dem Überwinder von Todes- und Seelennacht verkörpert wird. Als Verkünder des nahenden Lichtes ist der Hahn Hinweis auf →Jesus Christus als Licht der Welt. Weit bekannter ist das zweite Motiv: Der Hahn als Mahner. In dieser Funktion weist er auf die Nacht der Gefangennahme Jesu hin und auf die Verleugnung durch Petrus. „Ehe der Hahn kräht, wirst Du mich dreimal verleugnen“, hatte Jesus zu Petrus gesagt, als dieser ihm hoch und heilig versprach, immer und unter allen Umständen zu ihm zu halten. Als Mahner auf Kirchtürmen will der Hahn also sagen: Mach‘s nicht wie der Petrus. Verleugne nicht deine besten Freunde, verleugne nicht Gott, auch dann nicht, wenn es gerade bequem und opportun wäre. Und vielleicht will der Hahn auch noch das sagen: Versprich nicht zu viel, niemals mehr, als du zu halten im Stande bist. (Wolfgang Beier)

Halleluja. Dieser hebräische Ausruf bedeutet übersetzt: Lobet den Herrn! Mit „Halleluja“ rufen die Beter der →Psalmen zum Lob Gottes auf. Im Psalter dient es auch als Über- und Unterschrift und gliedert somit die Gebetssammlung. Der Begriff entwickelte sich mit der Zeit zum Fachausdruck für Lobgesang. Seit dem 3. bis 4. Jahrhundert hat es in der Liturgie des Gottesdienstes seinen Platz und spielt bis heute eine wichtige Rolle. Häufig singt die Gemeinde das Halleluja vor der Lesung des →Evangeliums. Dazu steht sie auf und grüßt mit ihrem Gesang den Herrn, der in der Lesung des Evangeliums zu ihr spricht. In der Passions- sowie in der →Adventszeit entfällt das Halleluja – als Zeichen der Buße. (Alexander Wilken)

Heiliger Geist. Christen bekennen: „Ich glaube an den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.“

Der Glaube an den Heiligen Geist fasst Bezüge zu vielen Dimensionen des Christseins zusammen und hat sich deshalb in sehr unterschiedlichen Überlieferungen und Bildern niedergeschlagen. Der Heilige Geist ist Geist von Gott, Kraft, Bewegung. Ohne Heiligen Geist gibt es keinen Glauben, ohne Heiligen Geist gibt es keine →Kirche. Der Geist wird durchaus mit unterschiedlichen Anliegen in Verbindung gebracht. Im Kern will er aber sagen und beschreiben, „wes Geistes Kinder“ die sind, die →Jesus Christus ihren Herrn nennen (Lukas 9,55).

In unserer Umgangssprache hat sich die Erinnerung daran erhalten, dass Menschen nicht allein aus eigener Kraft sind, was sie sind, und dass sie für ihr Tun Inspiration brauchen, die nicht aus ihnen selbst kommt. „Der gute Geist des Hauses“ heißt ein Mensch, der dafür sorgt, dass alle in Frieden zusammenleben können.

Am Pfingstfest, fünfzig Tage nach Ostern, geschah nach dem Zeugnis der Apostelgeschichte, was die Schar der Anhängerinnen und Anhänger Jesu zur Kirche machte (Apg. 2,1-4).

Die →Bibel spricht davon, dass die Gaben des Geistes vielfältig sind und dass sie sich oft auf den Dienst an anderen beziehen. Gaben des Geistes sind z.B. diakonisches Engagement, Teilenkönnen, Barmherzigkeit (Röm.12,8), seelsorgerliche Begabung (1. Kor.14,3), die Fähigkeit, den christlichen Glauben weiter zu geben und zu erläutern. (Anne Ulferts-Tatjes)

Himmelfahrt ist die Kurzbezeichnung für das Fest „Christi Himmelfahrt“ im christlichen Festkalender. Es fällt jeweils auf einen Donnerstag, 39 Tage nach Ostersonntag, auf den 40. Tag des →Osterfestkreises. In Lukas 24,50-53 bzw. Apostelgeschichte 1,1-11 berichtet das →Neue Testament, dass sich Christus nach seiner Auferweckung seinen Jüngern 40 Tage zeigte und dann in den Himmel aufgehoben wurde. Mit seiner „Himmelfahrt“ ist Christus in den verborgenen Machtbereich Gottes des Vaters zurückgekehrt. Er regiert nun verborgen die Geschicke seiner Gemeinde in der Welt, die so ihrer Rettung entgegengeht. (Rainer Münch)

Jesus Christus: In beiden Elementen dieses Namens drückt sich der christliche Glaube aus. Jesus (hebräisch Jeschua = Gott hilft) ist der Mann aus Nazareth, der im Namen Gottes predigte, heilte und handelt. Er verstand sein Reden und Tun als Anfang des kommenden Reiches Gottes. Anfang der 30er Jahre des 1. Jahrhunderts wurde er von den Römern gekreuzigt. Christen erkennen in ihm den von Gott gesandten Retter und Erlöser (Christos, griech. Übersetzung des hebr. Messias) durch dessen Leben, Sterben und Auferstehen das Heil Gottes zu den Menschen kommt. (Andreas Scheepker)

Kantor/in. Als Kantor (lateinisch: cantare – singen; cantor – Sänger) bezeichnet man den Vorsänger oder den Chorleiter im Gottesdienst.
In der evangelischen →Kirche bezeichnet der Begriff Kantor oder Kantorin hauptsächlich die in einer Gemeinde für die Kirchenmusik verantwortliche Person. Kantoren müssen ein Kirchenmusikstudium absolviert haben und sind meist hauptamtlich oder nebenamtlich angestellt.
Zu den Aufgaben des Kantors gehört in der Regel das liturgische und konzertante Orgelspiel und die Begleitung des Gemeindegesangs, ferner die Leitung von Chören und Musikgruppen, etwa einer Choralschola oder einer Kantorei, zu der auch Kinderchor, Kirchenchor, Posaunenchor und eventuell noch ein Instrumentalensemble für Kantaten gehören können.
Regional- und Kreiskantoren haben häufig die fachliche Aufsicht über die Kirchenmusiker der angeschlossenen Gemeinden. (Maxim Polijakowski)

Kanzel. Von lateinisch cancelli, „die Schranken“, ist der erhöhte Standort des →Pastors in christlichen Kirchen, so genannt von den Schranken der altchristlichen Kirche, die den frühen Chorraum vom Kirchenschiff trennten. Als die Predigt schon vor der Reformation eine immer größere Bedeutung erhielt, bekam die Kanzel eine Sonderstellung und wurde erhöht, damit der Prediger von der Gemeinde besser gesehen werden konnte. Damit auch die Verständlichkeit der Predigt verbessert wurde, bekamen Kanzeln in großen Kirchen einen Schalldeckel. (Holger Rieken)

Karfreitag. Am Karfreitag denken die Christen an den Tag der Kreuzigung Jesu auf dem Hügel Golgatha vor den Toren der Stadt Jerusalem. Der Name leitet sich von „karen“ (altdeutsch: wehklagen) ab. Die Gottesdienste, die an diesem Tag gefeiert werden, stehen im Zeichen der Trauer über den Tod Jesu. Nicht der Karfreitag, sondern das Fest der Auferweckung Jesu Christi, das →Osterfest, ist das höchste Fest der Christen. (Edzard Stiegler)

Karwoche. Die Karwoche bezeichnet die letzte Woche der →Passionszeit. Alle christlichen Kirchen widmen sie in besonderer Weise dem Gedächtnis des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Ihren Namen bekam die Karwoche nach dem althochdeutschen Wort chara, „Trauer“, „Wehklage“. In dieser Zeit schweigen darum vom →Gründonnerstag über den →Karfreitag und den Karsamstag bis zur Feier der Auferstehung Jesu am Ostermorgen üblicherweise die Kirchenglocken. (Dr. Andreas Lüder)

Katholisch. Das griechische Wort „katholikos“ bedeutet so viel wie „allumfassend, allgemein“. In der Frühzeit der Kirche war damit stets die ganze →Kirche beschrieben, im landläufigen Sinne wird heute mit diesem Begriff die „römisch“-katholische Kirche von den orthodoxen und protestantischen Kirchen abgegrenzt. Mit der Kirchenspaltung von 1054 begann die Diskussion, wo denn die eigentliche allumfassende Kirche zu finden sei. Mit der Entstehung der Kirchen der Reformation (ev.-luth., ev.-ref. und verwandte Denominationen) hat diese Frage an Komplexität noch gewonnen, sodass der Begriff (z.B. im dritten Artikel des →Glaubensbekenntnisses) sehr unterschiedlich interpretiert wird. Auch →Papst. (Andrea Düring-Hoogstraat)

Kelch. Der Kelch ist ein Trinkgefäß, der beim Ritus des →Abendmahls zur Austeilung des Weins bzw. Traubensafts verwendet wird. Die Verwendung eines Kelches geht schon auf die biblischen Berichte über das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern zurück. (Matthäus 26,17-29; Markus 14, 12-25; Lukas 22,14-20; 1. Korinther 11,23-26).

Die Kelchkunst ist dem zeitlichen Wandel unterworfen. Die zunächst für die Abendmahlsfeier gebrauchten, meist gläsernen Becher unterschieden sich von profanen Gefäßen höchstens durch christlichen Bilderschmuck. Schon im Altertum wurden aber, neben Kelchen aus weniger wertvollen Materialien wie Bronze oder Holz, auch solche aus Gold und Silber angefertigt; seit dem 9. Jahrhundert werden fast ausschließlich Edelmetalle wie Silber, Messing oder Kupfer verwendet. Diese sind häufig kunstvoll mit Ornamenten und christlichen Symbolen verziert.

Der Kelch wird zum Gottesdienst mit zusätzlichen Utensilien zum Gebrauch für die Feier des Abendmahles auf dem →Altar aufgebaut. (Sabine Bohlen)

Kerzen. Während des Gottesdienstes stehen auf oder neben dem →Altar brennende Kerzen. Bereits im Ersten →(„Alten“)Testament symbolisieren Licht und Feuer die Gegenwart Gottes. Kerzen als Spenderinnen des Lichts sind ein Zeichen der Freude und des Festes, aber sie weisen auch auf →Jesus Christus hin, der gesagt hat: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8,12). Mit diesem Bibelwort wird die Taufkerze überreicht, die vorab an der Osterkerze entzündet wurde. In vielen Gemeinden wird die Osterkerze in der Osternacht zum Abschluss der →Karwoche und als Beginn des →Osterfestes entzündet. Sie wird dann in jedem Sonntagsgottesdienst bis Himmelfahrt angezündet, danach bei Gottesdiensten mit Taufen. Ursprünglich dienten die Kerzen auch schlicht zur Beleuchtung der häufig dunklen Kirchenräume. Die Anzahl der Kerzen ist nicht festgelegt, meist sind es jedoch zwei oder sechs. (Silke und Lars Kotterba)

KGO →Kirchengemeindeordnung

Kirche. Kirche – dieses Wort hat in alltäglichen Sprachgebrauch viele Bedeutungen: Wir meinen damit eine Religionsgemeinschaft oder die Kultfeier bzw. den Gottesdienst. Das Wort „Kirche“ kommt von dem griechischen Begriff „kyriaké ekklesía“, übersetzt „dem Herrn gehörige Versammlung“. Auch das Gebäude, in dem sich Christen versammeln, heißt Kirche. Kirche ist ein soziologisches Gebilde, aber sie ist noch mehr. In der Theologie wird u.a. die wahre oder unsichtbare Kirche von der institutionellen oder sichtbaren Kirche unterschieden. Dieser spezielle Lehrbereich der Theologie wird Ekklesiologie genannt.
In dem breiten Spektrum des Kirchenbegriffs spiegelt sich der Weg der Christen durch die Geschichte. Denn in den ersten drei Jahrhunderten hatten es die Christen schwer, sich öffentlich zu versammeln. Zunächst fand man sich in Privathäusern ein, gemäß dem überlieferten Wort Jesu: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus, 18,20). Kirche ist Gemeinschaft der Gläubigen, eine Gemeinde vor Ort. Kirche trägt den Samen des Wachsens in sich. „Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker“ (Matthäus 28,19), spricht der Auferstandene zu den Jüngern. So wurde die Gemeinschaft der Christen größer und bildete überörtliche Institutionen und Ämter aus, wurde Staatskirche und konnte unter dem römischen Kaiser Konstantin ab dem 4. Jahrhundert Kirchengebäude errichten. Bis zum heutigen Tag gibt es vielfältige Organisationsformen und natürlich entsprechende Bauwerke. Mit Kirche ist auch die weltweite Christenheit gemeint, die ihre Mitte in →Jesus Christus sieht. Es gibt Kirchengemeinschaften, die sich als etabliert oder universal ansehen, oder solche, die als Sekten gelten. „Die“ Kirche ist in den Kirchen präsent.
Martin Luther vermied allerdings den Begriff der Kirche und sprach
lieber von der der „Gemeinde“. Nicht eine bestimmte Institution prägt und repräsentiert die Christenheit, sondern die Gemeinschaft von Gläubigen mit Christus. Es handelt sich um ein sehr dynamisches Geschehen! Dort, wo das Evangelium verkündigt und die →Sakramente, →Abendmahl und →Taufe, gereicht werden, kann der Glaube gedeihen. So hatte es der Reformator Philipp Melanchthon in den Bekenntnisschriften gegenüber der römisch-katholischen Kirche festgehalten. Menschen erfahren, dass sie das Wort Gottes angeht, berührt und bewegt. Sie begreifen sich als Gemeinschaft oder wie einen Leib, wie der Apostel Paulus es bezeichnete (vgl. 1. Korinther 12, 27). Schon seit dem 5. Jahrhundert bekennen Christen die „Gemeinschaft der Heiligen“ im sog. Apostolicum – nicht, weil sie sich für außergewöhnlich halten, sondern weil →Jesus Christus sie belebt und begeistert, weil sie mit der Taufe in ein neues Leben mit Gott eingetaucht sind und selbst der Tod ihnen nichts anhaben kann. Kirche, das ist die Gemeinschaft der Lebenden und der bereits Verstorbenen; Kirche ist eine Glaubens-, Sakraments-, Erfahrungs- und Erinnerungsgemeinschaft, die nicht bei sich bleibt, sondern Gottesdienste feiert, Gemeinschaft lebt und tatkräftige Liebe übt, Zeugnis ablegt für den dreieinigen Gott und sich wie das Volk Gottes auf dem Weg der Verheißung sieht. (Silke Kampen)

Kirche im Tourismus. Die evangelische Kirche im Tourismus lädt mit ihren Angeboten und Kirchenräumen Urlauberinnen und Urlauber ein, miteinander ins Gespräch zu kommen, Gottesdienste und Andachten zu feiern, sich auf einen spirituellen Weg zu machen, zu Ruhe und Einkehr zu finden, der Seele Flügel zu verleihen. „Ihr sollt merken, dass ein lebendiger Gott unter euch ist.“ (Josua 3,10)  Das vielseitige Angebot der Kirche im Tourismus möchte dazu beitragen, dass Menschen, ob groß oder klein, diese Lebendigkeit auch dort erfahren, wo sie ihre feie Zeit verbringen.

Unsere Schwerpunkte: Offene Kirchen, Kirchenführungen, Kur- und Urlauberseelsorge (auch durch UrlauberpastorInnen), Kirche Unterwegs (auf dem Campinglatz), (Strand-)Gottesdienste unter freiem Himmel,
Urlaub als Zeit des Entdeckens und Lernens, Pilger– und Besinnungswege, Musik in der Kirche
www.kirche-im-tourismus.de (Pastor Hartmut Schneider)

Kirchenamt. Das Kirchenamt in Aurich berät die beruflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der →Kirchenkreise Aurich, Harlingerland und ab 2013 Norden und unterstützt sie damit, ihren kirchlichen Auftrag zu erfüllen. Als Verwaltungsstelle ist das Kirchenamt in Aurich Dienstleister für insgesamt rund 160.000 Gemeindeglieder, 80 Kirchengemeinden, 42 Kindertagesstätten, 69 Friedhöfe und für eine Vielzahl diakonischer Einrichtungen und Beratungsstellen. Zu diesem Zweck wurde das Kirchenamt in Aurich 2009 durch den „Ev.-luth. Kirchenkreisverband Ostfriesland-Nord“ gegründet. Weitere Informationen unter. www.kirchenamt-aurich.de

Kirchengemeindeordnung (KGO). „Die Kirchengemeinde als Ortsgemeinde umfasst die in einem abgegrenzten Bezirk wohnenden Kirchenglieder.“ (§1 (1) KGO) Sie stellt nach innen wie nach außen die Lebensform der ev.-luth. Christen im Bereich der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers dar. Die Synode der Landeskirche hat Leben und Alltag der Kirchengemeinden mit der Kirchengemeindeordnung eine rechtliche Ordnung gegeben. Darin werden u.a. Mitgliedschaft in der Kirchengemeinde, ihr Auftrag und ihre Organe (wie →Kirchenvorstand, Pfarramt usw.) geregelt. (Rainer Münch)

Die gegenwärtige Fassung dieser Ordnung ist einzusehen unter www.kirchenrecht-evlka.de/showdocument/id/20826

Kirchenjahr. Der Begriff ist eine protestantische Erfindung des 16. Jahrhunderts, bezogen zunächst auf die kirchlichen Hauptfeste, um die christlichen Inhalte zu reflektieren. Es ist kein göttliches Gebot. Das Kirchenjahr erzählt die Geschichte Jesu von seiner Erwartung bis zu seinem Tod, seiner Auferstehung und Sendung des →Heiligen Geistes (Halbjahr d. Herrn). (Rainer Hecker)

Kirchenkreis (KK). Der Kirchenkreis ist in ein Zusammenschluss mehrerer benachbarter Kirchengemeinden. Zum Kirchenkreis Aurich gehören 33 Gemeinden in den vier →Regionen Aurich, Großefehn, Ihlow und Südbrookmerland. 73.666 Gemeindemitglieder gehören zu unserem Kirchenkreis. (Tido Janssen)

Kirchenkreisamt (KKA) →Kirchenamt

Kirchenkreiskonferenz (KKK). Einmal monatlich finden an einem Mittwochvormittag die Kirchenkreiskonferenzen für hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im →Kirchenkreis statt. Jede Konferenz hat einen inhaltlichen Schwerpunkt. Die Themen werden in der Regel am Anfang des Jahres als Ideen zusammen getragen und abgestimmt. Ein Team bereitet jeweils den Jahresplan vor. Außerdem dienen die Konferenzen als „Infobörse“ über Aktuelles aus dem →Kirchenkreis, Veranstaltungen und Neuerungen. (Tido Janssen)

Kirchenkreistag (KKT). Der Kirchenkreistag ist das „Parlament“ des Kirchenkreises. Die meisten der Mitglieder werden von den Gemeinden des →Kirchenkreises benannt, bis zu zehn beruft der →Kirchenkreisvorstand. Ferner gehören der Superintendent und die im Kirchenkreis wohnenden Mitglieder der Landessynode dem Kirchenkreistag an. Insgesamt werden dem neu zu bildenden Auricher Kirchenkreistag etwa 75 Mitglieder angehören. Zwei- bis dreimal jährlich tritt der Kirchenkreistag zusammen. Er berät und beschließt u.a. übergemeindliche Angelegenheiten im Kirchenkreis, den Haushalts- und den Stellenplan, er nimmt die Jahresrechnung ab und hört die Tätigkeitsberichte des Superintendenten und des Kirchenkreisvorstandes.
Für bestimmte Aufgaben, z.B. Jugendarbeit, Diakonie, Bauangelegenheiten, Finanz- und Stellenplan bildet der Kirchenkreistag Ausschüsse. Der Kirchenkreistagsvorstand bereitet die Sitzungen vor und leitet sie. Die Vorsitzende nimmt regelmäßig an den Sitzungen des Kirchenkreisvorstandes teil. (Tido Janssen)

Kirchenkreistagsvorstand →Kirchenkreistag (KKT)

Kirchenkreisvorstand (KKV). Der Kirchenkreisvorstand leitet zusammen mit dem →Superintendenten den →Kirchenkreis. Seine Aufgabe ist es, das kirchliche Leben zu fördern. Konkret bedeutet dies, dass der Kirchenkreisvorstand die Finanz- und Stellenplanung mit den Ausschüssen des Kirchenkreistages vorbereitet.
Außerdem entscheidet der Kirchenkreisvorstand zwischen den Sitzungen des →Kirchenkreistages über alle wesentlichen Dinge des Kirchenkreises. Zum Kirchenkreisvorstand gehören neben dem Superintendenten, der dieses Gremium leitet, drei weitere Ordinierte des Kirchenkreises und sechs Ehrenamtliche, die alle vom Kirchenkreistag gewählt werden. Regelmäßig nehmen der Vorsitzende des Kirchenkreistags und der Leiter des →Kirchenamtes an den Sitzungen des Kirchenkreisvorstandes teil. (Tido Janssen)

Kirchenschiff. Der Begriff stammt aus dem Griechischen kyriake (Haus des Herrn) und bezeichnet ein in länglicher Form gestaltetes Gebäude von West nach Ost. Es handelt sich um den Versammlungsraum der Gemeinde, in der sie Gottesdienst feiert und Gemeinschaft, Geborgenheit und Schutz erfährt und so „gemeinsam unterwegs ist, im Meer der Zeit“. Siehe auch EG 572. (Rainer Hecker)

Kirchenvorstand (KV). Die gewählten und berufenen Mitglieder einer Kirchengemeinde bilden zusammen mit dem →Pastor/der →Pastorin den Kirchenvorstand (das Leitungsgremium der Gemeinde). Der Kirchenvorstand ist das Team aus Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, das gemeinsam mit dem Pfarramt die Kirchengemeinde leitet. Er vertritt die Kirchengemeinde in allen Belangen. Er trägt die Verantwortung und trifft verbindliche Entscheidungen für alle Aufgaben und Aktivitäten, für rechtliche, finanzielle und geistliche Fragen im Leben der Gemeinde. (Edzard Stiegler)

KK →Kirchenkreis

KKA →Kirchenkreisamt

KKJD →Kirchenkreisjugenddienst

KKK →Kirchenkreiskonferenz

KKT →Kirchenkreistag

KKV →Kirchenkreisvorstand

Klingelbeutel. Der Klingelbeutel ist ein kleiner Beutel, entweder an Handgriffen oder langen Stäben befestigt, unten mit einer Glocke versehen. In vielen Gemeinden wird durch die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher während des Gottesdienstes der „Klingelbeutel eingesammelt“. Das Geld ist bestimmt für die Diakoniekasse der Kirchengemeinde. Es soll bedürftigen Gemeindegliedern vor Ort zu Gute kommen. Manche Gemeinden haben zu diesem Zweck eine eigene Kollektendose am Ausgang. (Kurt Booms)

Kloster. Das Kloster ist ein der Öffentlichkeit nicht zugängliches Gebäude-Ensemble für eine spirituell ausgerichtete Lebens- und Arbeitsgemeinschaft mit exklusivem Charakter. Zur unmittelbaren Anlage zählen neben einem Bet- oder Gotteshaus, eine Bibliothek (oft kombiniert mit einem Urkunden- und Dokumentenarchiv) sowie Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Häufig gehören auch Ländereien, manchmal sogar Betriebe und Handwerksstätten dazu. Der Begriff „Kloster“ leitet sich von dem lateinischen Wort „claustrum“ ab, was „verschlossener Ort, abgeschlossener Bereich“ bedeutet. Fast in allen Religionen gibt es solche Einrichtungen. In ihnen leben Frauen oder Männer, in der Regel ehelos, die hier einen langen Zeitraum (oft bis an ihr Lebensende) unmittelbar und umfassend in der Auseinandersetzung mit ihrer Glaubensrichtung verbringen wollen. Während des Mittelalters hat es in Ostfriesland ungefähr 30 Gründungen christlicher Ordensgemeinschaften gegeben. Alle diese Niederlassungen sind im Zuge der Reformation aufgelöst worden. An diese reiche Klosterlandschaft Ostfrieslands erinnert heute einzig und allein die →Klosterstätte „Stille Räume Ihlow“. Sie ist allerdings kein aktives Kloster, sondern ein kultur-touristischer Erinnerungsort, an dem auch gottesdienstliche Feiern wieder einen Platz gefunden haben. (Oliver Vorwald)

Klosterstätte „Stille Räume Ihlow“. Die Klosterstätte Ihlow liegt in einem Wald acht Kilometer südlich von Aurich. Herzstück ist die sogenannte Imagination: Die bundesweit einzigartige Konstruktion bildet mittels moderner Architektur die Kirche der zerstörten Zisterzienserabtei Scola Deï nach (Schule Gottes). Auf einer Länge von fast 70 Metern und einer Breite von bis zu 35 Metern veranschaulichen Stahl, Stein und Licht die Silhouette der früheren Ihlower Klosterkirche. Träger der „Stillen Räume“ ist der „Klosterverein Ihlow“. Kooperationspartner sind die Gemeinde Ihlow und der Evangelisch-lutherische →Kirchenkreis Aurich. Neben Führungen und Ausstellungen finden an der Klosterstätte kulturelle, touristische sowie kirchliche Veranstaltungen statt.

Mehr zur Klosterstätte Ihlow unter www.kloster-ihlow.de. (Oliver Vorwald)

Kollekte. Der Gedanke der tätigen Nächstenliebe, die auch das Finanzielle nicht unberührt lässt, ist tief in unserem Glauben verankert und hat seine Wurzeln bereits im Alten Testament. Dort wird die Gabe des zehnten Teils von allem Einkommen „für den HERRN“ gefordert. Jesus rühmt die Großzügigkeit einer armen Witwe, die am Tempel zwar nur eine kleine Münze in den „Gotteskasten“ wirft, die diese Münze jedoch nicht aus ihrem Überfluss gibt, sondern aus dem, was sie eigentlich nötig zum Leben braucht. Ein regelrechter Kollektenaufruf ist uns von Paulus erhalten: Er fordert die Gemeinde in Korinth zu einer Kollekte für die notleidende Gemeinde in Jerusalem auf.

In unseren Gottesdiensten sammeln wir regelmäßig für verschiedene Zwecke. Ein Teil der Kollekten wird von der Landeskirche festgelegt, ein Teil steht dem Kirchenvorstand zur freien Entscheidung zur Verfügung. (Viola und Andreas Chrzanowski)

Konfirmation. In unserer Volkskirche ist es üblich, dass Menschen zumeist als kleine Kinder getauft werden – in einem Alter also, in dem sie selber zu dieser Entscheidung noch nicht ihr eigenes „Ja“ sagen können. Daher sollen diese Kinder später dann noch einmal Grundlegendes über den christlichen Glauben erfahren und ihr eigenes „Ja“ zu diesem Glauben sprechen (lateinisch „confirmatio“ = „Bestätigung, Bekräftigung“). Traditionell beinhaltet die Konfirmation auch die Berechtigung zur Teilnahme am Abendmahl; heute werden jedoch in vielen Gemeinden schon Kinder zum Abendmahl zugelassen.

Natürlich können auch ungetaufte Kinder am Konfirmandenunterricht teilnehmen. Sie werden dann vor der Konfirmation oder anstelle der Konfirmation noch getauft. (Viola und Andreas Chrzanowski)

Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Die Konföderation wurde 1971 gebildet. Grund war die Tatsache, dass das Land Niedersachsen einen einheitlichen Ansprechpartner in kirchlichen Fragen haben wollte.

In Niedersachsen gibt es fünf Landeskirchen. Die größte ist die Hannoversche Landeskirche. Die Braunschweigische, die Oldenburgische und die Schaumburg-Lippische Landeskirche gehören auf evangelisch-lutherischer Seite ebenfalls dazu. Die Reformierte Kirche gehört als fünftes Mitglied zur Konföderation. (Tido Janssen)

Kreisjugenddienst (KKJD). Das Ziel des KKJD ist es, dass Kinder und Jugendliche durch die Bildungs-, Beratungs- und Freizeitarbeit den Glauben als eine Hilfe zum gelingenden Leben kennen lernen, der Halt, Sinn und Orientierung verleiht und sie zur Verantwortung für die Schöpfung Gottes ermutigt. Der Kirchenkreisjugenddienst ist eine Servicestelle für die Kinder- und Jugendarbeit, die mit spezifisch ausgebildeten Mitarbeiter/Innen besetzt ist und von Jugendlichen, Ehren- und Hauptamtlichen genutzt wird. Für die Kinder- und Jugendarbeit werden Know-how, Ideen, Leistungen, Arbeitshilfen, Materialien und Geräte zentral zur Verfügung gestellt. (Anja Kostka/Stefan Wolf)

Kreuz. Das Kreuz war zur Zeit des Römischen Reiches eine grausame Form der Todesstrafe. Zu dieser Strafe wurde Jesus verurteilt. Was für seine Jünger erst unbegreiflich schien, wurde später für sie zum zentralen Glaubensinhalt. Daher entwickelte sich das Kreuz zum Symbol des Christentums schlechthin.

Wenn das Kreuz mit dem gekreuzigten Christus zusammen dargestellt wird, nennt man es Kruzifix. Neben dem bekannten Kreuz mit dem nach unten verlängerten Senkrechtbalken, das für →Jesus Christus steht, gibt es auch andere Kreuzesformen wie z.B. das schrägstehende Andreaskreuz oder das Kreuz der orthodoxen Kirche mit zwei zusätzlichen Balken. (Viola und Andreas Chrzanowski)

Küster/in. Vom eigentlichen Wortsinn bedeutet Küster bzw. die Küsterin so viel wie „Wächter“ oder „Hüterin“ (lat. custos/custor). Der Aufgabenbereich des Küsters hat in jeder Gemeinde einen anderen Zuschnitt. Im Normalfall bereitet die Küsterin die gottesdienstlichen Räume auf den Gottesdienst vor und unterstützt den →Pastor in seiner Arbeit. Zum Beispiel schließt sie die Kirche auf, steckt die Lieder an, entzündet rechtzeitig die →Kerzen, sorgt für das Taufwasser und reinigt den Kelch beim →Abendmahl. In manchen Gemeinden ist der Küster gleichzeitig zuständig für die Reinigung der kirchlichen Räume und für andere Hausmeistertätigkeiten, beispielsweise dem Winterdienst. Oft zeigt es sich, dass die Küsterin über ihre eigentliche Aufgaben hinaus Ansprechpartnerin für viele Gemeindeglieder ist, die „etwas loswerden“ wollen und darauf vertrauen, dass ihr Anliegen über die Küsterin den Kirchenvorstand bzw. den →Pastor erreicht. (Hermann Reimer)

KV →Kirchenvorstand.

Kyrie eleison. Dieser griechische Ruf (deutsch: „Herr, erbarme dich!“) galt schon in vorchristlicher Antike als Huldigungsruf an einen Herrscher oder eine Gottheit. Das Christentum hat diesen Ruf übernommen und ihn auf den „einen Herrn“, →Jesus Christus bzw. den dreieinigen Gott bezogen. In die gottesdienstliche Liturgie ist das „Kyrie eleison“ in der Regel zweifach eingebunden: als Teil des Fürbittengebetes und als Bestandteil der Eingangsliturgie, wobei das →„Evangelische Gesangbuch“ 14 Melodievarianten für ein explizites „Kyrie eleison“ führt. Im Rahmen der Eingangsliturgie hat der Ruf „Herr, erbarme dich“ im Grund die antike Funktion: die Gemeinde weiß zu Beginn des Gottesdienstes um die Last von Schuld, Sorgen und Nöten. Sie ruft Gott um Hilfe an und bekennt („huldigt“) in diesem Rufen zugleich Gott. Dass nämlich Gott allein es ist, der sich erbarmen und dadurch helfen kann. (Jens Blume)

Lamm. Häufigstes Opfertier im →Alten Testament und in der antiken Kultur. Symboltier, in dem man die Person Jesu verkörpert sieht, der genauso bereitwillig wie ein Lamm still hält und den Tod erwartet. Symbol der Unschuld und Demut. Die Entwicklungslinie zieht sich über das beim jüdischen Passahfest geopferte Lamm, dessen Blut an die Zeltpfosten der Nomaden gestrichen wird und Wüstendämonen (= den Tod) abwehren soll, den Vergleich des leidenden Gottesknechtes beim Propheten Jesaja (Jes 53,7) mit dem Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, bis zu Johannes dem Täufer, der Jesus als das Gotteslamm bezeichnet, das die Sünde der Welt trägt (Joh 1,29.36). In dieser Bedeutung kehrt es im christlichen →Abendmahl und seiner Liturgie wieder (→Agnus Dei). Sehr häufige Nennung auch in der Offenbarung des Johannes.

Als bildliche Darstellung begegnet das Lamm oft mit einem Kreuz, das zugleich als Siegesbanner gestaltet ist. (Roman Ott)

Landeskirche

Landeskirchenamt (LKA). Das Landeskirchenamt Hannover ist für die Verwaltung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers zuständig. Die kirchliche Behörde befindet sich in der Straße Rote Reihe im Stadtteil Calenberger Neustadt in Hannover. Präsident ist ein Jurist. Leitender Theologe ist der geistliche Vizepräsident. Geleitet wird das Landeskirchenamt durch das Kollegium, das unter Vorsitz des Landesbischofs tagt. In ihm sind der Präsident, der geistliche Vizepräsident, der rechtskundige Vizepräsident und die Oberlandeskirchenräte als Leiter der Abteilungen sowie durch den Kirchensenat berufene außerordentliche Mitglieder vertreten. Im Landeskirchenamt ist das Rechnungsprüfungsamt der Landeskirche untergebracht. Dem Landeskirchenamt angegliedert sind die Landeskirchlichen Ämter für Bau- und Kunstpflege. Im Landeskirchenamt sind etwa 200 Mitarbeiter tätig. (Tido Janssen)

Landessuperintendent

Leinerstift. Auf Initiative des (Mitte-)Großefehntjer →Pastors Johann Heinrich Leiner 1868 als „Rettungshaus“ eröffnet, ist das Leinerstift ein modernes Jugendhilfezentrum mit Sitz in Großefehn/Ulbargen: Ein eingetragener Verein, eine diakonische Einrichtung und ein freier Träger der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Eine Vielzahl unterschiedlicher Förder- und Beratungs-Angebote (ergänzt durch die „Leinerschule“) ermöglicht es, Kindern und Jugendlichen individuell angemessene Entwicklungs- und Bildungschancen zu bieten und deren Familien beratend zu begleiten. (Jens Blume)

Lektor/in. Lektor, wörtl. der (Vor-)Leser; bezeichnet a) jemanden, der im Gottesdienst eine der biblischen Lesungen vornimmt, b) jemanden, der ohne ausgebildeter →Pastor oder →Pastorin zu sein nach entsprechender Ausbildung berechtigt ist, sogenannte Lesepredigten (= Predigten, die von anderen Verfassern stammen; durchaus mit Anpassung an eigenen Sprachgebrauch und leichten Änderungen) vorzutragen und den Gottesdienst zu leiten. (Roman Ott)

Liturgie. Wörtlich übersetzt bedeutet dieser aus dem Griechischen übernommene Begriff „Öffentlicher Dienst“. Er bezeichnet die Ordnung und den Ablauf der gemeinschaftlichen Anrufung des Namens Gottes im Gottesdienst durch die christliche Gemeinde. Sie geschieht in Lesung, →Gebet, Lied, bei Predigt, →Taufe und →Abendmahl. Erwachsen ist diese Form des Gottesdienstes in der Geschichte der christlichen Kirche. Sie hat dabei auf den Gottesdienst des Volkes Israel zurückgegriffen. Zuletzt neu geordnet worden ist das liturgische Leben für die Landeskirche Hannovers im →Evangelischen Gottesdienstbuch des Jahres 2000 und seinen Ergänzungsbänden (Agende I-IV). (Rainer Münch)

Liturgische Farben →Farben, liturgische.

LKA →Landeskirchenamt

Losungen. Viele Menschen lesen Tag für Tag die Losungen und machen gute Erfahrungen mit diesen aufbauenden Worten aus der Bibel und der christlichen Tradition.
Für jeden Tag ist ein Wort aus dem →Alten Testament)(„Losung“) und aus dem →Neuen Testament („Lehrtext“) sowie ein Liedvers oder ein Gebet angegeben. Diese Texte stehen für sich und werden nicht kommentiert oder ausgelegt. Sie verbinden Menschen aus verschiedenen Konfessionen und mit unterschiedlicher Frömmigkeit.
Zusammengestellt werden sie von der Herrnhuter Brüdergemeine, einer evangelischen Freikirche. Dabei wird das Bibelwort aus dem Alten Testament ausgelost, daher der Name „Losungen“. Nähere Informationen unter www.losungen.de (Hermann Reimer)

Lutherisch. Lutherisch nennen sich diejenigen evangelischen Kirchen, die sich besonders auf Martin Luther und die lutherischen Bekenntnisschriften wie vor allem die Augsburger Konfession von 1530 berufen. In der Lehre sind die Unterschiede zur Evangelisch-Reformierten Kirche geringfügig, die Ausgestaltung der Gottesdienste (zum Beispiel mit liturgischen Gesängen) und der Kirchen (z.B. mit Kerzen, Kreuz, Bildern und Symbolen) ist reichhaltiger. (Peter Schröder-Ellies)

Die Mitarbeitervertretung (MAV). Mitbestimmung wird in den Betrieben und im öffentlichen Dienst vom Betriebsrat bzw. vom Personalrat wahrgenommen. Bei uns im kirchlichen Dienst gibt es dafür die Mitarbeitervertretung. Die MAV hat die beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Belange der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern. MAV und Dienststellenleitung sollen im Rahmen ihrer jeweiligen Aufgaben und Zuständigkeiten vertrauensvoll zusammenarbeiten. Die MAV hat in fast allen Angelegenheiten, die Mitarbeitende betreffen, ein Beteiligungsrecht. Das heißt: Entscheidungen der Dienststellenleitungen (KV, KKV oder Diakonievorstand) dürfen erst umgesetzt werden, wenn die MAV vorher beteiligt worden ist. (Heinrich Hillen)

Militärseelsorge

Neues Testament. Das Neue Testament besteht aus 27 ursprünglich auf Griechisch geschriebenen Schriften im zweiten Teil der →Bibel. Die vier Evangelien und die Apostelgeschichte erzählen vom Leben und Wirken des Jesus von Nazareth und von den Anfängen der Christenheit in Israel-Palästina, in Kleinasien und in Griechenland. Die Briefe, die überwiegend vom Apostel Paulus stammen, aber auch anderen Personen aus dem Umfeld von Jesus zugeschrieben werden, zeigen, wie die Christenheit in den ersten zwei bis drei Generationen nach dem Tod und der Auferstehung Jesu sich zu organisieren begann und welche strittigen Glaubensfragen dabei zu klären waren. Mit der Offenbarung des Johannes umfasst das Neue Testament auch eine frühchristliche Schrift, die in prophetischer Rede einen Ausblick auf die jenseitige Welt Gottes gibt. (Dr. Andreas Lüder)

Notfallseelsorge

Oblaten werden in vielen christlichen Kirchen als Abendmahlsbrot verwendet. Dünne Teigplatten werden aus ungesäuertem Teig, bestehend aus Weizenmehl und Wasser, gebacken und in Kreisen ausgeschnitten – eine Erinnerung an das ungesäuerte Brot beim jüdischen Passahfest. Das lateinische Wort oblatum bedeutet „dargebracht“ und weist auf den Kreuzestod Jesu hin. Häufig werden Abendmahlsoblaten darum auch mit einem Kreuzeszeichen geprägt. (Andreas Scheepker)

OGV →Ostfriesischer Gemeinschaftsverband.

OKT →Ostfriesischer Kirchentag.

Ökumene in Aurich. Zur „Oekumene in Aurich“ haben sich mehrere lutherische Kirchengemeinden des Stadtgebietes Aurich, die Reformierte Gemeinde, die katholische Ludgerus-Gemeinde, die Freie Evangelische Gemeinde, die Baptistengemeinde, der →CVJM sowie die Evangelische Gemeinschaft EC →(„Entschieden für Christus“) zusammengefunden. Neben einem interkonfessionellen Austausch auf einer jährlichen Vollversammlung werden über das Jahr verteilt gemeinsame Gottesdienste und Projekte gestaltet: der Hirtenstall auf dem Auricher Weihnachtsmarkt liegt wie der Stadtfestgottesdienst in der Regie der Ökumene; der Holocaustgedenktag, eine Kreuzwegandacht, der ökumenische Pfingstmontag, der Gedenkgottesdienst für verstorbene Kinder, der Motorradgottesdienst und manches mehr begleitet Menschen ökumenisch durch das Jahr. (Susanne Schneider)

Ordination. In der evangelischen →Kirche ist die Ordination die gottesdienstliche Einsegnung und Beauftragung eines →Pastors oder einer →Pastorin in das geistliche Amt. Diese Ordination gilt einmalig auf Lebenszeit. Die Ordinierten haben das Recht, öffentlich in der Kirche zu predigen, zu →taufen und das →Abendmahl einzusetzen. Sie sind verpflichtet, ihr Leben gemäß ihres Amtes zu führen. (Andreas Scheepker)

Osterkreis. Mit dem Ostersonntag beginnt eine fünfzigtägige Freudenzeit, die bis zum →Pfingstfest anhält. Mit je eigenen Akzenten erschließen die sechs auf das Osterfest folgenden Sonntage das Ostergeschehen in seiner Bedeutung für die Christenheit. Die Erhöhung des auferstandenen →Christus zur Rechten Gottes steht am vierzigsten Tag nach →Ostern ganz im Mittelpunkt – dem immer auf einen Donnerstag fallenden Feiertag →Christi Himmelfahrt. Seit dem 4. Jahrhundert wird der Osterfestkreis am siebten Sonntag nach Ostern mit der Feier der Ausgießung des →Heiligen Geistes zu →Pfingsten abgeschlossen. (Dr. Andreas Lüder)

Ostern. Ostern ist das älteste Fest der Christenheit. Möglicherweise geht es auf eine frühchristliche Passafeier nach jüdischem Vorbild zurück, seit dem 2. Jahrhundert wird es jedoch alljährlich zum Gedächtnis der Auferstehung →Jesu Christi gefeiert. Im Gegensatz zu Weihnachten ist es ein bewegliches Fest, doch hat sich als Termin dafür seit dem 4. Jahrhundert der erste Sonntag nach dem Frühlingsvollmond durchgesetzt. Nach der stillen →Karwoche feiert die Christenheit Ostern als Freudenfest und Befreiung von der Macht des Todes. Dem dienen besonders aufwendige Gottesdienstformen ebenso wie die Feier der →Taufe, die zunächst ganz auf das Osterfest beschränkt war. (Dr. Andreas Lüder)

Ostfriesischer Gemeinschaftsverband (OGV). Der Evangelische Ostfriesische Gemeinschaftsverband e.V. ist ein freies missionarisches Werk innerhalb der Evangelischen Landeskirchen, bestehend aus ca. 24 Gemeinschaften und befreundeten Kreisen. Der OGV ist dem Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband e.V. mit Sitz in Kassel angeschlossen.

Kernkompetenzen: Leben mit der →Bibel, gemeinsames Gebet, Gemeinschaftspflege, öffentliche und evangelistische Verkündigung des Evangeliums und Durchführung von diakonischen Aufgaben. Die Arbeit des OGV finanziert sich zu 100% durch Spenden und wird durch hauptamtliche Prediger und zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter gestaltet. (Michael Senner)

Weitere Informationen unter : www.ogv.de.

Ostfriesischer Kirchentag (OKT). Ein regionaler Kirchentag, der alle zwei Jahre in Ostfriesland stattfindet.

Palmsonntag. Der Palmsonntag ist der sechste und letzte Sonntag der →Passionszeit. Mit seinem Namen erinnert er an die Palmzweige, die nach Darstellung aller vier Evangelien von den begeisterten Einwohnern von Jerusalem ausgestreut wurden, als Jesus vor Beginn des Passafestes auf einem Esel reitend in ihre Stadt einzog. Auf den Palmsonntag folgt die →Karwoche, auch Stille oder Heilige Woche vor dem Osterfest genannt. (Dr. Andreas Lüder)

Papst. Als „Papst“ (von lat. „Papa“) bezeichnen verschiedene Kirchen ihren leitenden Bischof, „der“ Papst ist das geistliche Oberhaupt der römisch-katholische (rk) Weltkirche mit Sitz im Vatikan. Er versteht sich als direkter Nachfolger von Petrus, dem Jesus zusagte: „Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.“ So erhebt der Papst Anspruch darauf, „Erster unter Gleichen“ zu sein. Der Papst ernennt die Kardinäle und beruft die Bischöfe in der rk. Kirche. Die Kardinäle weihen die Bischöfe, die Bischöfe die Priester. Daraus ergibt sich die Struktur der persönlichen Bindung. Priester und Bischof stehen in einem Verhältnis zueinander wie der mittelalterliche Lehensmann zu seinem Lehensherrn: der Priester verspricht Gehorsam und Treue, die ihm der Bischof mit persönlichem Schutz und lebenslanger Versorgung beantwortet. →Pastoren und Bischöfe, die nicht in der sog. „apostolischen Nachfolge“ geweiht wurden, wie z.B. alle evangelischen Amtsträger/innen, werden von der rk. Kirche nicht anerkannt und können ihrer Meinung nach die Sakramente nicht gültig einsetzen und austeilen. Seit 1870 gilt der Papst als „unfehlbar.“ (Andrea Düring-Hoogstraat)

Passionszeit. Die Passionszeit, die von Aschermittwoch bis zum Ende des Karsamstags, der Osternacht, dauert, erinnert an die Passion (lat. = Leiden) Jesu, an seinen Weg zum Kreuz. Im Gedenken an diesen Leidensweg Jesu ist sie von alters her eine Buß- und Fastenzeit gewesen. Diese Tradition wird seit einiger Zeit wiederbelebt mit der Aktion „7 Wochen ohne“: als Besinnung darauf, was wir zum Leben wirklich brauchen. (Thomas Henneberger)

Pastor/in, Pfarrer/in ist die regional unterschiedliche Bezeichnung für den gleichen Beruf. →PastorInnen bzw. PfarrerInnen sind kirchliche Amtsträger, die ein Theologiestudium und eine kirchliche Ausbildung durchlaufen haben und von der →Kirche durch ihre →Ordination beauftragt sind zur öffentliche Verkündigung des Wortes Gottes, zur Darreichung der →Sakramente (→Taufe und →Abendmahl), zur Seelsorge und zur theologischen Bildung. Gemeinsam mit dem →Kirchenvorstand leiten sie eine Kirchengemeinde. (Thomas Henneberger)

Patenamt. Bei der →Taufe versprechen die Eltern, dass sie ihr Kind in der Verantwortung vor Gott erziehen und das Ihre dazu tun wollen, damit in ihrem Kind der Glaube an →Jesus Christus wachsen kann. Die TaufpatInnen sollen den Eltern bei der Erfüllung dieser Aufgabe zur Seite stehen und ihrem Patenkind helfen, dass es in den Glauben und in das Leben der Gemeinde hinein finden kann. PatInnen müssen darum selber einer christlichen Kirche angehören und konfirmiert sein. (Thomas Henneberger).

Pfingsten (griechisch: pente kosta = 50): Etwa 50 Tage nach →Ostern empfingen die →Jünger Jesu den →Heiligen Geist, in dessen Kraft sie das →Evangelium von →Jesus Christus verkündigen konnten. – Deswegen wird Pfingsten als „Tag der Ausgießung des Heiligen Geistes“ gefeiert und kann auch als „Geburtstag der →Kirche“ bezeichnet werden. (Hans Bookmeyer)

Pilgerweg „Schola Deï“. Der Pilgerweg führt vom Zisterzienserkloster Schola Deï in Ihlow über Engerhafe, Marienhafe zur Ludgerikirche in Norden. Er nimmt damit die mittelalterliche Wallfahrtsstrecke auf. 2007 machte sich die erste Pilgergruppe auf den 40 Kilometer langen Weg. Begleitet werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von ausgebildeten Pilgerführerinnen und -führern.
Initiator ist der „Arbeitskreis Pilgerweg“, zu dem Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Gemeinden und Kirchen der →Region gehören. (Georg Janssen)

Prädikant. Das Wort leitet sich von dem lateinischen „praedicare“ ab, das „predigen“ heißt. Prädikanten sind ehrenamtliche Predigthelfer in der evangelischen →Kirche. Im Unterschied zu Lektoren, die Lesepredigten vortragen sollen, dürfen sie selbstständig Predigten verfassen. Grundsätzlich kann sich jeder evangelische Christ zum Prädikanten, zur Prädikantin ausbilden lassen. Dies zeigt an, dass der ehrenamtlichen Arbeit in der evangelischen Kirche eine hohe Bedeutung zugemessen wird: Ehrenamtliche arbeiten den →Pastorinnen und →Pastoren nicht nur zu, sondern ergänzen vielmehr deren Arbeit. (Stefan Wolf)

Psalmen. Das alttestamentliche Buch der Psalmen (vom griechischen Begriff psalmos, „Saitenlied“) umfasst 150 →Gebete aus der israelitisch-jüdischen Frömmigkeit des 1. Jahrtausends v. Chr. Viele von ihnen werden dem König David, aber auch anderen Personen(gruppen) im antiken Israel zugeschrieben. Sie spiegeln das Verhältnis einzelner Beter, aber auch des ganzen israelitischen Volkes zu Gott vor dem Hintergrund der unterschiedlichsten Lebenssituationen wider und haben dadurch für das Christentum eine besondere Bedeutung sowohl im Gottesdienst als auch in der persönlichen Frömmigkeit gewonnen. (Dr. Andreas Lüder)

Reformation/Reformationstag. Reformationstag: jährlich am 31.10. erinnert die evangelisch-→lutherische Kirche an das Lebenswerk Martin Luthers und seiner Zeitgenossen zur Erneuerung der →Kirche. Seine Anliegen werden zumeist in Abendgottesdiensten am Reformationstag thematisiert und gelten als Ansporn für einen immerwährenden Erneuerungsprozess innerhalb der evangelischen Kirche. (Jürgen Hoogstraat)

Reformiert. Neben den evangelisch-→lutherischen Kirchen bildeten sich in Aufnahme der Anliegen von Reformatoren wie Calvin und Zwingli seit dem 16. Jahrhundert evangelisch-→reformierte Gemeinden. Ihr Schwerpunkt liegt auf der durch Äußerlichkeiten ungestörten Verkündigung des Wortes Gottes, die alle Lebensbereiche durchdringt. Die gute Zusammenarbeit zwischen evangelisch-lutherischen und evangelisch-reformierten Gemeinden hat früher betonte Unterschiede mittlerweile in den Hintergrund treten lassen. (Jürgen Hoogstraat)

Regionen. Die Zusammenarbeit der Kirchengemeinden im großen →Kirchenkreis Aurich mit rund 73.000 Gemeindegliedern z.B. bei regionalen Veranstaltungen oder auch bei den Vertretungen findet in vier Regionen statt: in der Stadt Aurich mit rund 25.000 Gemeindegliedern (Aurich-Lamberti, Aurich Paulus, Middels, Plaggenburg, Sandhorst, Tannenhaus-Georgsfeld, Walle, Wallinghausen); in der Region Großefehn/Wiesmoor mit rund 23.000 Gemeindegliedern ( Aurich-Oldendorf, Bagband, Hinrichsfehn, Holtrop, Marcardsmoor, Mittegroßefehn, Ostgroßefehn, Spetzerfehn, Strackholt, Timmel, Wiesmoor, Wiesens); in der Region Ihlow mit rund 10.000 Gemeindegliedern (Bangstede, Barstede, Ihlow, Ochtelbur, Riepe, Weene, Westerende), in der Region Südbrookmerland mit rund 15.000 Gemeindegliedern (Engerhafe, Forlitz-Blaukirchen, Moordorf; Münkeboe-Moorhusen, Victorbur, Wiegboldsbur). (Kurt Booms)

Sakrament. Sakramente sind im Wortsinne „heilige“ Handlungen: Rituale, die →Jesus Christus „eingesetzt“ hat. Die evangelische Kirche kennt zwei Sakramente: →Taufe und →Abendmahl. Diese Zeichen werden im Namen Christi und im Auftrag der Kirche von →Pastoren/-innen bis heute wiederholt. Das Abendmahl dürfen ausschließlich →Pastor/inn/en einsetzen (weitere nur mit Sondergenehmigung der Landeskirche), taufen darf (in Notsituationen) jede/r Christ/-in (siehe „Die Nottaufe“ EG 791). Durch das Sprechen der Worte Jesu, durch Wasser, Wein/Saft und Brot – erfahren Menschen Gottes Liebe sinnlich. Durch den Segen der Hände spüren sie den heilenden Gott hautnah. Im Abendmahl werden Freud und Leid mit Gott und anderen Menschen geteilt.
Die katholische Kirche bezeichnet – neben den von Christus eingesetzten Ritualen – auch weitere kirchliche Segenshandlungen als Sakrament. Die sieben →katholischen Sakramente sind: Taufe und Eucharistie (Abendmahl) – dazu Firmung, Buße, Krankensalbung, Weihe und Ehe. (Silke und Lars Kotterba)

Schwan. Auf vielen Kirchturmspitzen Ostfrieslands ist der Schwan anstelle eines Wetterhahns zu finden. Er kennzeichnet die →Kirche als eine →lutherische Kirche im Unterschied zur →reformierten Kirche. Denn der Schwan gilt als ein Wappentier von Martin Luther. Nach seinem Tode sind viele Bilder mit dem Motiv „Luther mit dem Schwan“ entstanden. (Holger Rieken)

Sekten. Mit „Sekten“ werden im umgangssprachlichen Gebrauch religiöse Gruppierungen bezeichnet, die sich von den christlichen Hauptlinien getrennt haben, und die in irgendeiner Weise als gefährlich oder problematisch angesehen werden können oder eine „Irrlehre“ vertreten (eine Lehre, die der biblischen Grundlage widerspricht).
Der Begriff Sekte ist dabei in der Regel abwehrend gemeint. Die Kriterien dafür sind u.a.: die Gruppierung lehnt grundlegende Aussagen der Bibel ab oder stellt eigene Anschauungen gleich- oder höherwertig daneben, sie betont die eigene Lehre als die einzig wahre, fordert bestimmte religiöse Praktiken oder die unbedingte Anerkennung der Autorität ihres religiösen Führers. In den Medien bekannt geworden sind besonders solche Gruppen, die eine aggressive Mitgliederwerbung (Mission) betreiben, die Persönlichkeitsrechte ihrer Mitglieder einschränken oder sich möglichst von der Außenwelt abschotten.
Die Vielfalt der religiösen Strömungen sowohl außerhalb als auch innerhalb der christlichen Kirchen macht es heute schwieriger, eindeutig von Sekten zu reden. Um so wichtiger ist es, mit ihren Wahrheitsansprüchen umzugehen und ihre Nähe oder Ferne zu unserem Bekenntnis auszuloten. Ein wichtiges positives Signal ist die Beteiligung an der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), in der es um die ökumenische Verständigung und die Vertiefung der Zusammenarbeit der Kirchen geht.
In konkreten Fällen geben die Weltanschauungsbeauftragten in →Kirchenkreis und Landeskirche detailliert Auskunft. Vielfältige Informationen bietet auch die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, im Internet unter: www.ekd.de/ezw/. (Uwe Noormann)

Sonntag. Nach der biblischen Schöpfungsgeschichte hat Gott sechs Tage lang die Welt erschaffen, am siebten Tag ruhte er sich aus. Dieser israelitisch-jüdische Ruhetag (Sabbat) wird in christlich geprägten Ländern am Sonntag, dem ersten Tag der Woche, gefeiert. Denn in den ersten christlichen Gemeinden war jeder Sonntag eine Erinnerung an die Auferstehung Jesu Christi, also ein kleines Osterfest. Die Sonntagsruhe ist schon lange nicht mehr selbstverständlich, sondern muss immer wieder neu gegen kommerzielle Interessen verteidigt werden. (Stefan Wolf)
Siehe auch: www.sonntagsruhe.de

Spende. Eine freiwillige und unentgeltliche Leistung in Form einer Geld-, Sach-, Leistungs- oder Zeitgabe oder auch Sakramentsgabe Segens und Trostgabe. (Rainer Hecker)

Sprengel. Das Wort „Sprengel“ leitet sich von dem Bezirk ab, in dem früher ein Bischof mit seinem Wedel (Sprengel) „sprengen“, also segnen durfte. Leiter des Sprengels Ostfriesland ist seit Oktober 2007 Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr. Der Sprengel Ostfriesland hat 159 Kirchen- und Kapellengemeinden mit 328.000 Mitgliedern und besteht aus den sieben →Kirchenkreisen Aurich, Emden-Leer (ab 1.1.2013), Emsland-Bentheim, Harlingerland, Norden und Rhauderfehn. Der Amtssitz des Landessuperintendenten befindet sich seit 2012 in Emden. (Tido Janssen)

Superintendent. Der Superintendent, wörtlich „Aufseher“, ist der leitende Geistliche eines →Kirchenkreises. In der Kirchenkreisordnung heißt es: „Der Superintendent soll das kirchliche Leben im Kirchenkreis anregen und fördern, für die Zusammenarbeit aller Kräfte im Kirchenkreis sorgen sowie Missständen und Gefahren entgegenwirken.“
Dieser Aufgabe kommt er durch die Begleitung der →Pastorinnen und →Pastoren sowie der weiteren hauptamtlichen Mitarbeiter durch regelmäßige Konferenzen, weitere Veranstaltungen und Personalgesprächen nach. Die Pastorinnen und Pastoren führt er in ihr Amt ein. Weiter visitiert er die Kirchengemeinden und unterstützt sie dabei, den christlichen Glauben einladend und zeitgemäß zu leben. Er hält Kontakt zu vielen Institutionen der Region.
Im Kirchenkreis Aurich ist der Superintendent mit einem kleineren Anteil auch Pastor in der Auricher Lamberti-Gemeinde. (Tido Janssen)

Superintendentur. Die Superintendentur ist der Amtssitz des Superintendenten. Im Kirchenkreis Aurich wird sie im Laufe des Jahres 2012 vom Lambertshof 10 in die Julianenburger Str. 23 verlegt.
In der Superintendentur arbeitet die „Ephoralsekretärin“. Sie erledigt Organisationsaufgaben, Schreibarbeiten und Schriftverkehr, Post und Publikumsverkehr. Sie führt den Terminkalender, erledigt organisatorische Aufgaben im Rahmen der Visitation und vieles mehr. Ephoralsekretärin ist seit 2011 Karin Wessels aus Aurich. (Tido Janssen)

Talar. Lateinisch talus = Ferse, Knöchel, bezeichnet eine knöchellange Amtstracht – nicht allein für Geistliche. Der Talar wird als Amtstracht von Akademikern verschiedener Fachrichtungen getragen (von Theolog/inn/en ebenso, wie von Jurist/inn/en oder Professor/inn/en; dort auch als „Robe“ bezeichnet). Seit einer Verordnung vom 1.1.1811 durch König Friedrich Wilhelm III. von Preußen zur Vereinheitlichung der Amtstrachten staatlicher Bediensteter, hat sich der schwarze Talar in evangelischen Kirchen durchgesetzt. Absicht einer Amtstracht war (und ist), die Funktion des Amtsträgers / der Amtsträgerin zu betonen und die Individualität der jeweiligen Person zu „verhüllen“. (Jens Blume)

Taube. Nicht nur Kinder lieben diesen Anblick: Weiß, unschuldig und schön schwebt die Taube über mancher Kanzel und auf vielen Bildern in der Kirche. In der christlichen Tradition gilt die Taube als Symbol für den Heiligen Geist. Sie senkt sich bei der Taufe Jesu auf sein Haupt. (Markus 1,10)

In der Geschichte der Sintflut sendet Noah von der Arche zweimal eine Taube aus. (1. Mose 8,11) Erst als sie beim zweiten Mal mit einem Ölzweig zurückkehrt, wissen Noah und die Seinen: Das Land taucht wieder auf. Das Wasser geht zurück. Die Erde soll weiterbestehen. Und damit alles, was lebt. Gott schließt Frieden mit den Menschen. Die weiße Taube mit dem Olivenzweig ist zu einem weltweiten Symbol für den Frieden geworden. (Wolfgang Beier)

Taufe. Mit der Taufe bringen wir zum Ausdruck, dass Gott in Beziehung zu dem Leben des Täuflings steht. Die Taufe ist eine Zeichenhandlung, die uns vergegenwärtigt, dass Gott diesen Menschen schon immer gewollt hat und dass er ihn annimmt, wie er ist. Im Wasser der Taufe bringen wir das zum Ausdruck. Wir feiern ein neues Leben – und das in der Öffentlichkeit des Gottesdienstes. Zwar kann sich ein Kind oft nicht an die eigene Taufe erinnern, dennoch kommt für die Eltern zum Ausdruck, dass Gott es gut mit uns meint, schon lange bevor wir Menschen das selber im Glauben nachvollziehen können.

Mit dem Wasserzeichen der Taufe machen Eltern sich also auch klar, dass ihre Kinder ein Geschenk Gottes sind. Durch die Taufe werden sie zu Gottes Kindern, und die Eltern haben nicht das alleinige Verfügungsrecht über ihr Leben – sie sind Gäste im Leben der Kinder. Im Matthäusevangelium gibt Jesus den Auftrag an seine Jünger zu taufen:

Mt. 28,18-20: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Daher kommt die Taufpraxis der →Kirche. Sie ist neben dem →Abendmahl eines der beiden evangelischen Sakramente. Die Taufe wird nur einmal vollzogen und wird von anderen Kirchen in der Regel anerkannt, wenn sie Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) sind. (Anne Ulferts-Tatjes)

Teetafel: Das Teetrinken ist in Ostfriesland Ausdruck von Gastfreundlichkeit und Gemeinschaft. Oft wird im Anschluss an eine Einsargung und Trauerfeier zu einer Teetafel eingeladen, um die Gäste freundlich zu bewirten und um nach einem Abschied nicht nur als Familie, sondern auch als Gemeinschaft und Gemeinde zusammen zu sein. Diese Sitte stammt aus der Zeit, in der weiter angereiste Gäste verpflegt wurden, bevor sie wieder nach Haus aufbrachen. Diese Teetafeln finden in Gaststätten und oft auch in Gemeindehäusern statt. (Andreas Scheepker)

Trinitatiszeit. Die Trinitatiszeit beginnt mit dem Sonntag Trinitatis, dem Tag des Gedenkens an die drei Erscheinungsformen Gottes als Vater, Sohn und →Heiliger Geist, am Sonntag nach →Pfingsten. Aus der Vielzahl von Sonntagen nach Trinitatis sind besonders hervorzuheben das →Erntedankfest und die letzte Woche des Kirchenjahres, die mit dem Volkstrauertag beginnt und über Buß- und Bettag mit dem →Ewigkeits- bzw. Totensonntag endet. Die Anzahl der Sonntage hängt davon ab, wann Ostern gefeiert wird. Fällt →Ostern auf einen frühen Termin, gibt es viele Sonntage nach Trinitatis. Die liturgische Farbe dieser Zeit ist grün, Farbe des Wachsens und Reifens. (Silke und Lars Kotterba)

Vaterunser. Dies ist das bekannteste →Gebet der Christenheit. Jesus selbst hat es seine Jünger gelehrt. Es wird von Christinnen und Christen aller Konfessionen gebetet, sowohl im persönlichen Bereich als auch im Gottesdienst. Selbst vielen Menschen, die mit der Kirche nicht sehr verbunden sind, ist es bekannt. Im Vater-Unser werden alle Bereiche des Lebens vor Gott zur Sprache gebracht – kurz und knapp und am Wesentlichen orientiert. (Hermann Reimer)

Volkstrauertag. Auf Vorschlag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge fand erstmals 1926 ein Gedenktag für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges statt – damals noch am Sonntag Reminiscere. In der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Tag zum Heldengedenktag umbenannt und fand damit auch eine ganz andere inhaltliche Ausrichtung. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde ab 1948 wieder die alte Tradition des Volkstrauertages aufgenommen und nach Gründung der Bundesrepublik fortgeführt. Heute begehen wir diesen Tag im November am vorletztenden Sonntag des Kirchenjahres. In vielen Kirchengemeinden des Kirchenkreises finden an diesem Tag in Zusammenarbeit mit den Vereinen und Parteien Andachten und Kranzniederlegungen an den Ehrenmälern statt. (Kurt Booms)

Weihnachtsfestkreis. Die Weihnachtszeit unterteilt sich in eine vorweihnachtliche Buß- und Fastenzeit (Adventszeit) sowie eine weihnachtliche Freudenzeit. Der Advent (lat.= Ankunft Jesu Christi) eröffnet nach dem →Ewigkeitssonntag bzw. nach dem Christkönigsfest zugleich das neue Kirchenjahr und beginnt mit dem 1. →Advent, der in der Regel am vierten Sonntag vor Weihnachten gefeiert wird. Die Weihnachtszeit endet je nach Konfession an Epiphanias (evangelisch) bzw. am Sonntag nach dem Hochfest Erscheinung des Herrn oder am Dreikönigstag (6. Januar), an dem in den Ostkirchen die Taufe des Herrn gefeiert wird. Der zweite bis vierte Advent wird in den Gottesdiensten mit eingeschränkter Liturgie gefeiert.
Der Weihnachtsfestkreis eröffnet das Kirchenjahr mit den vier Adventssonntagen und führt über das Weihnachtsfest ( 24.-26. Dezember ) und Epiphanias bis zum Beginn des →Osterkreises.
Die →liturgische Farbe ist für den Advent violett als Farbe der Vorbereitung, der Stille und des Nachdenkens. Die Weihnachtszeit trägt die liturgische Farbe weiß als Farbe der Freude über →Jesus Christus. (Silke und Lars Kotterba)