Die vollständige BasisBibel ist da:

2-1-0-1-0-1-2-0-2-1: Das ist keine Telefonnummer oder ein Code … Es ist „nur“ ein besonderes Datum. Am 21. Januar 2021 ist die vollständige Ausgabe der BasisBibel erschienen. Nach rund 17 Jahren liegt die sogenannte Basisbibel nun erstmals auch in einer kompletten Ausgabe mit Neuem und Altem Testament vor. Die Version der Deutschen Bibelgesellschaft soll wegen ihrer zeitgemäßen leichten und verständlichen Übersetzung vor allem junge Menschen neugierig machen.

Mit kurzen Sätzen, einer klaren Sprache und einem modernen Design setzt sie sich von anderen Angeboten ab. «Die Basisbibel, das ist die Bibelübersetzung für das 21. Jahrhundert». So biblisch wie nötig, so einfach wie möglich. So biblisch wie nötig, so einfach wie möglich, könnte es bei der Basisbibel auch heißen. Denn langatmige Verschachtelungen und altbackene Begriffe werden dort abgelöst von Sätzen, die in der Regel nicht länger als 16 Wörter sind. Alle Informationen eines Satzes sind klar gegliedert, Schachtelsätze sind tabu. Zentrale Begriffe der Bibel wie „Gnade“, „Messias“ und „Reich Gottes“ werden nicht umschrieben, sondern in einem kurzen Text am Seitenrand erläutert. Der Text ist außerdem für das Lesen an Bildschirm und Display konzipiert. „In keiner anderen Übersetzung wurde das bislang in dieser Art berücksichtigt“, lobt die Bibelgesellschaft, die als kirchliche Stiftung von Stuttgart aus rund 700 Bücher im Programm führt, darunter 300 Bibelausgaben. Denn die Generation Internet liest vor allem Chats, E-Mails, Schlagzeilen und Blogbeiträge. Intensiv beschäftigen sich junge Menschen nur noch selten mit schwerer zu greifenden Texten. Ziel sei es daher, vor allem ihnen einen Zugang zur Bibel zu ermöglichen. Entstanden ist die in mehreren Bänden erschienene Bibelversion auf Initiative des in Berlin lebenden Pädagogen und Gründers der „Jesus Freaks“, Martin Dreyer. „Wir wollen entkirchlichte junge Menschen ansprechen, die sonst nie eine Bibel in die Hand nehmen“, sagt der 55-Jährige, der sich stark aus dem Projekt zurückgezogen hat und das Feld rund zwei Dutzend jüngeren Übersetzern im Netz überlässt. Vor allem die Kirche geht naheliegenderweise mit einem solchen Versuch hart ins Gericht. „Gotteslästerlich“ sei das, „ein ziemlich gruseliges und peinliches Elaborat“. Befürworter loben dagegen „einen unverkrampften Umgang mit der Botschaft, die Gott den Menschen nahebringen möchte“ und bezeichnen die „Volkxbibel“ als „Sprachschlüssel zu den Herzen der heutigen Jugend“. Dreyer verteidigt sein Projekt: „Will Gott, dass man ihn versteht oder will er das nicht?“. Lutherbibel ist „eher etwas für Fortgeschrittene“. Die Lutherbibel wird vom Rat der EKD „für den kirchlichen Gebrauch“ empfohlen. Die Lutherbibel sei „eher etwas für Fortgeschrittene“, so lässt sich der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Christof Rösel, zitieren. Früher hätten manche ihre Bedeutung „vermutlich etwas überhöht“ und geschwärmt, dass sie „das einigende Band des Protestantismus“ sei. Sie weise die größte Sprachkraft auf und werde in ihrer Wirkungsgeschichte von keiner anderen Übersetzung eingeholt, so Rösel. Viele Menschen verwendeten geflügelte Worte aus der Lutherbibel, ohne dass ihnen dies bewusst sei.
Alwin Pfanne Geschäftsführer der Ostfriesischen Bibelgesellschaft e. V.