KKT tagte in Sandhorst

Klimaschutz war Thema

Am vergangenen Montag tagte der Kirchenkreistag des ev.-luth. Kirchenkreises in der Sandhorster Kirche. Der Fokus der Sitzung lag auf dem Thema „Der klimafreundliche Kirchenkreis“. Zu Beginn wurde eine „Wand der guten Nachrichten“ gestaltet. Auf ihr waren einige umweltschonende Aktivitäten der einzelnen Gemeinden zu lesen. Plastikfasten oder auch das Vermeiden von Papiertischdecken ist in vielen Gemeinden fest im Gemeindealltag verankert. Bereits 2007 verabschiedete die Landeskirche Hannovers Klimaziele, die allerdings nicht oder nur teilweise erreicht wurden. Grund genug, um das Thema wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Superintendent Tido Janssen gab den Anwesenden einen theologischen Impuls zu dem Thema und sagte: „Die Schöpfung ist erschöpft!“. Der Mensch sei in der Verantwortung zu handeln und der Kirchenkreis sollte sich dem Thema noch stärker widmen.

Vier Workshops beschäftigten sich im weiteren Verlauf der Sitzung mit den Themengebieten „Friedhöfe“, „Land und Verpachtungen“, „Gebäude“ und „E-Mobilität.“ Ziel war es, Gedanken und Ideen zu den einzelnen Bereichen zu entwickeln und diese dann dem Ausschuss für Bau, Energie und Klimaschutz des Kirchenkreises Aurich vorzulegen. Die Arbeitsgruppe Friedhof machte sich für die Biodiversität auf Aurichern Friedhöfen stark. Es ist zu beobachten, dass viele Gräber mit Kies, Platten oder für Insekten unfreundliche Pflanzen bedeckt sind. „Wir empfehlen, Mustergräber auf den Friedhöfen anzulegen, um den Nutzungsberechtigten die Vielefalt der Gestaltungsmöglichkeiten nahezubringen, die umweltfreundlich, aber auch pflegeleicht sind“, so Pastorin Sunnive Förster, die die Ergebnisse der Arbeitsgruppe zusammentrug. Auch andere Möglichkeiten sollen geprüft werden, um den Insekten einen Lebensraum zu schaffen. Der Friedhof der Lambertikirche Aurich z.B. stellt der Imkerin Daniela Didi Platz zur Verfügung, um ein Bienenvolk zu betreuen.
Der Arbeitskreis „Land und Verpachtungen“ überlegte wie die rund 860ha Land der Kirchengemeinden Aurichs zukünftig verpachtet werden sollten. Ein Pachtvertrag, den die Landeskirche vorgibt, sieht vor, dass die Pächter „umweltschonend“ das Land zu bewirtschaften haben. Der Arbeitskreis rät, die Ländereien kartieren zu lassen, um einen Überblick zu bekommen, wo die Ländereien liegen. Die bisherige Bewirtschaftung solle geprüft werden, um eventuelle zukünftige Ergänzungen in den jeweiligen Pachtverträgen aufzunehmen. „Natürlich muss nicht jeder Pächter ein zertifizierter Bio-Landwirt sein, aber der Begriff ´umweltschonend´ muss in den Verträgen näher definiert werden“, sagte Pastorin Cathrin Meenken, die zusammen mit Gerhold Lambertus aus dem Kirchenamt den Workshop leitete.
Die Ideen zu den Gebäuden des Kirchenkreises waren sehr vielfältig. Mareke Weber, die Gebäudemanagerin der Kirchenkreises Aurich, warb für die Einführung von grünen Datenkonten in den Kirchengemeinden. So können die Gemeinden sehr viel Geld sparen, wenn sie ihre Energieverbräuche genau im Auge behalten und gegebenenfalls energetische Maßnahmen durchführen. Sanierungen sollen auf diesem Hintergrund vorher bedacht werden und es ist zu überlegen, dass der Kirchenkreis klimafreundliche Maßnahmen zukünftig mehr fördert als andere.
Die Arbeitsgruppe zur E-Mobilität schlug die Anschaffung von E-Dienstfahrrädern für die Mitarbeiter des Kirchenkreises vor. Auch der Kauf von E-Dienstfahrzeugen solle geprüft werden. Außerdem müsse ein Augenmerk auf Fahrradparkplätze gelegt werden. Viele Gemeindehäuser haben keine überdachten Fahrradparkplätze. Solche Parkplätze an Kirchen und Gemeindehäuser zu schaffen und dann am Besten noch mit einer Ladestation auszustatten, müsse der Bauausschuss auf den Weg bringen.
„Da hat der Ausschuss für Bau, Energie und Klimaschutz des Kirchenkreises viel zu tun. Aber wir freuen uns über die vielen Ideen und werden schnellstmöglich das ein oder andere anpacken“, sagt Pastorin Cathrin Meenken, die Vorsitzende des Bauausschusses, „wir sind fleißig dabei, die Wand der guten Nachrichten weiter zu füllen“.