Weihnachtsoratorium in der Lambertikirche

„Nein, aufgeregt bin ich nicht. Das war mal.“, antwortete eine Sängerin der Kantorei zu Beginn der Aufführung. Tatsächlich war es an Professionalität kaum zu überbieten, was die Lambertikantorei gemeinsam mit dem Ostfriesischen Kammerorchester den über 700 Besuchern am Abend des 2. Weihnachtstages in der Lambertikirche präsentierte. Die 6. Kantate des Weihnachtsoratoriums von J.S. Bach ist „die vielleicht politischste Kantate, die Bach geschrieben hat“, erwähnte Superintendent Tido Janssen zu Beginn. Dem Hörer leuchtete diese Aussage beim Auftakt der Kantate sofort ein. „Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben“ war der Beginn einer meisterhaften Darbietung, die die Hörenden nur ahnen ließ, wieviel Mühe und Arbeit in dieser Aufführung steckt. Zusammen mit den Solisten Lisa Sörös (Sopran), Christine Konrad (Alt), Manuel König (Tenor) und Adrian Mills (Bass) bildete der Chor mit dem Orchester eine geniale Einheit. „Das einzige Ensamble weit und breit, dass dieses auf die Beine stellen kann“, sagte Superintendent Tido Janssen. Tatsächlich erlebte die Stadt Aurich eine Aufführung unter der Leitung von Maxim Polijakowski, die ihresgleichen suchte. Bach ließ die 6. Kantate triumphal und siegessicher zu Ende gehen, was sowohl das Orchester als auch der Chor erstklassig interpretierte. Nach langem Beifall predigte Landesbischof Detlef Klahr der Gemeinde. Bei vielen sei Weihnachten wie immer, aber doch hören wir die Weihnachtsbotschaft immer anders. „Nach sechs Jahren ist ein Zyklus der Kantaten zu Ende gegangen. Aber Sie sind auch im nächsten Jahr ein gern gesehener Gast“, verabschiedete Tido Janssen den Landesbischof unter lautem Beifall der Gemeinde. „Das Oratorium ist ein gewaltiges Werk. Da kann viel schief gehen!“, sagte Tido Jannsen. Aber nein, die Töne stimmten. Alles war wie immer, aber doch ganz anders. Genau das ist es, was die Aufführung dieses Jahr wieder so aufregend machte!