Seminar: Religiöse Vielfalt in Hamburg

sdr

Jugendliche aus den Kirchenkreisen Aurich und Leer waren vom 7.- 9. Dezember 2018 auf der Suche nach dem religiösen Leben in Hamburg.
Hamburg ist nach Expertenmeinung die Stadt mit den wohl meisten Religionsgemeinschaften in Deutschland. 120 Glaubensgemeinschaften sind in der Hansestadt bekannt.

Mit 14 Jugendlichen begaben sich mit Kirchenkreisjugendwartin Christine Kruse und Diakon Olaf Wittmer-Kruse auf Spurensuche. Im Stadtviertel St. Pauli erfuhren sie, dass die Vergnügungsmeile Reeperbahn nur einen kleinen Teil ausmacht. Dort leben 28.000 Menschen, die sich sehr stark sozial engagieren. Auf einen Spaziergang durch den Kiez lernten die Teilnehmer die seelsorgerliche Anlaufstelle für Prostituierte kennen, bekamen Informationen über die Obdachlosenhilfe, der Heilsarmee und dem Hospiz „Leuchtfeuer“.

Unter fachkundiger Führung entdeckte die Gruppe im Stadtviertel St. Georg hinduistische und buddhistische Geschäfte, besuchten unter dem katholischen Mariendom ein Kolumbarium, dieses ist ein Raum mit den Urnen Verstorbener. Sie erfuhren etwas über die fünf katholischen Priester, die während der NS-Zeit mit dem Beil hingerichtet wurden und nun als Heilige verehrt werden. Besonders beeindruckt waren die Jugendlichen vom Besuch der Al Nour Moschee, welche in einer Tiefgarage untergebracht ist.Ein Teilnehmer äußerte sich in im Tagesfeedback:“Wichtig ist nicht welcher Religion man angehört, sondern was man aus seinem Glauben für sich und andere macht.“

Am Sonntag feierten alle gemeinsam eine Andacht zur Jahreslosung“Suche Frieden und jage ihm nach!“ Intensiv diskutierten die Jugendlichen über ihre Vorstellungen, wann Frieden anfangen kann und was es braucht, um Krieg zu vermeiden.

Bildungsreferent Thomas Ringelmann aus dem Landesjugendpfarramt reiste am Sonntagvormittag an und präsentierte den Jugendlichen der Ev. Jugend Aurich das neue Projekt: „Jugend MIT WIRKUNG – Jugendliche profilieren Jugendarbeit.“ In diesem Projekt sollen Jugendliche ab 14 Jahren als Experten ihre „Lebenswirklichkeit“ ihre Ideen, Wünsche und Anregungen für eine gelingende Jugendarbeit einbringen und gemeinsam mit Kirchenkreisjugendwartin Christine Kruse ein Konzept für die Kinder-und Jugendarbeit im Kirchenkreis Aurich entwickeln.

Begleitet wird dieses, in der Landeskirche bisher einmalige Projekt ,von Prof. Wolfgang Schröer und dem Institut für Sozial-und Organisationsentwicklung der Universität Hildesheim. Die Jugendliche stimmten einstimmig für die Umsetzung dieses Projektes.

Die Teilnehmer waren begeistert von diesem Seminar in Hamburg und planen eine Fortsetzung im nächsten Jahr.