Schneeballschlacht, Krippenspiel und Punsch

72 Jugendliche aus dem Kirchenkreis Aurich erlebten das Landesjugendcamp der Evangelischen Jugend in Verden. Nach ihrer Ankunft wurden sie schon von weitem vom strahlenden Weihnachtsbaum begrüßt, der vor dem Zelt des Sprengels Ostfriesland-Ems stand. Nach dem die Zelte mit Luftmatrazen und Schlafsäcke bezogen waren, trafen sich alle auf dem„Weihnachtsmarkt“ der Ev. Jugend Ostfriesland-Ems. Der Geruch von gebrannten Mandeln, Punsch und Zuckerwatte statt Eis, Softdrinks und Bratwürstchen lockte. Schon beim Frühstück erklangt „ Leise rieselt der Schnee“
Neben Getränken und Süßigkeiten konnte man auch die Weihnachtsgeschichte nachlesen. Bei einer Abstimmung in Form von mit Tischtennisbällen gefüllten Rohren konnte die Teilnehmer ihre Meinung zu Fragen wie: „Welches ist deine Lieblingsfigur in der Weihnachtsgeschichte?“ abgeben. Auf einer großen Weltkarte konnten sie nachlesen, wie und wann Weihnachten auf der ganzen Welt gefeiert wird. Abgerundet wurde das Ganze mit dem Escaperoom „Der Stern von Bethlehem“ in dem die Teilnehmer als Sterndeuter verschiedene Rätsel zur Weihnachtsgeschichte lösen mussten.
Kirchenkreisjugendwartin Christine Kruse erklärte,was die Jugendlichen, die diesen Weihnachtsmarkt über Monate vorbereitet hatten, erreichen wollten.
Die Teilnehmer sollen nachdenken, was Weihnachten wirklich ist. Vor allem, weil es jetzt raus aus dem „Normalen“ in den Sommer gerückt ist, da denkt man dann nochmal anders darüber nach. Außerdem soll kritisch gezeigt werden, dass der Advent nicht im August beginnt, wenn man schon den ersten Lebkuchen in den Regalen findet.
Von der Bibelarbeit mit dem Landessuperindenten Dr. Detlef Klahr waren die Jugendlichen aus Aurich, Großefehn, Moordorf und Marcardsmoor begeistert.
Schneeballschlacht in kurzen Hosen, „Oh Du fröhliche“ mitten im Sommer – und dies alles zum Auftakt der Bibelarbeit„Lautstark im Stall“„Frohe Weihnachten, Herrschaften“ wünschte Regionalbischof Klahr
Es folgte ein klassisches Krippenspiel mit zahlreichen modernen Bezügen und Aktionen. Bei der Herbergssuche kommt die Frage auf: „Warum kannst du uns nicht online anmelden?“ „Weil es hier kein Internet gibt“ antwortet Maria lapidar. Dann wird der Bezug zur aktuellen Situation von Flüchtlingen hergestellt, die sich auch immer melden müssen. Die Teilnehmer sprechen darüber, wo sie geboren sind und sich melden müssten und diskutieren: Wen würdet ihr, wenn er auf Wohnungssuche wäre, Zuhause aufnehmen?
Dann bekommen die Hirten im Krippenspiel eine SMS und die im Publikum verteilten Buchstaben setzen die Teilnehmer zum Lösungswort zusammen: „Fürchtet euch nicht“. Sie sprechen über eigene Erfahrungen, wo und wann sie sich fürchten.
Warum singen wir nicht Jesus Happy Birthday, sondern Weihnachtslieder? Gott habe uns Jesus gesandt, um zu zeigen, dass er bei uns sei, so Klahr. Er stimmte „Little Drummerboy“ eines seiner Lieblingsweihnachtslieder an. Ein Junge der Jesus zur Geburt etwas schenken möchte, weil er aber nichts weiter hat als seine Trommel, trommelt er für Jesus. Was schenkt man Jesus? fragte Dr. Klahr weiter und gab als Idee mit: Vielleicht könne man Jesus einen Brief schenken, in dem man über eigene Situation schreibt und dankt.
Auch für den Regionalbischof war „Weihnachten im Sommer“ eine neue Erfahrung und ermöglichte ihm einen anderen Blick auf die Weihnachtsgeschichte.
Bei rund 160 Veranstaltungen konnten die Teilnehmenden unter dem Motto: „Lautstark“diskutieren, mitgestalten und sich inspirieren lassen. Politische Themen wie beispielsweise gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit oder Hatespeech im Internet standen ebenso auf dem Programmplan wie spirituelle Angebote und spielerische Aktionen.
Begleitet wurden Jugendlichen aus dem Kirchenkreis Aurich von den Diakonen Christine Kruse, Torsten Hoffmann und Oltmann Buhr, Pastorin Elske Oltmanns, den Mitarbeitern Tatjana Schrage und Martin Wenzeln und 12 Jugendgruppenleitern.
Das Landesjugendcamp findet alle zwei Jahre auf dem Gelände des Evangelischen Jugendhofs Sachsenhain in Verden statt und ist mit über 2000 Besuchern eine der größten nicht kommerziellen Veranstaltungen in Niedersachsen, dessen Vorbereitung und Durchführung maßgeblich in der Hand von Jugendlichen liegt.