Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde … Wir machen den Rest

Lambertikirche in Aurich lädt zum Handwerkergottesdienst ein

Am Sonntag, den 18. Februar um 10 Uhr feiert die Lambertigemeinde in Aurich zusammen mit dem Handwerk in Ostfriesland ihren Gottesdienst. Eingeladen haben dazu die Handwerkskammer für Ostfriesland, der Ev.-luth. Kirchenkreis Aurich und das Referat Kirche und Handwerk der Hannoverschen Landeskirche. „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“, heißt es in einer Pressemitteilung der Veranstalter, und die habe sich im Laufe der Jahrmillionen – und besonders in den letzten Jahrzehnten – rasant entwickelt. „Dass daran maßgeblich auch das Handwerk beteiligt war, steht außer Frage. Und auch die Kirche wurde und wird immer wieder herausgefordert, sich zu den Entwicklungen zu verhalten. Und ´Wir machen den Rest!`“ Handwerk und Kirche würden dabei eine gemeinsame Verantwortung für die Zukunft, für den ´Rest` tragen.“
Darum sei es gut, sich miteinander und füreinander Zeit zu nehmen. Die Begegnung im Handwerkergottesdienst in der Auricher Lambertikirche am kommenden Sonntag und auch der sich anschließende Imbiss biete Raum und Zeit für Begegnung und Austausch. Die Predigt hält der Handwerkspastor der Hannoverschen Landeskirche, Claus Dreier.
Gemeinsam mit diesem hatte der Superintendent des Kirchenkreises, Tido Janssen, im vergangenen Jahr schon viele Handwerksbetriebe besucht. Die Idee zu dem Gottesdienst entstand anlässlich des Besuches beim Präsidenten der Handwerkskammer, Albert Lienemann in Holtrop.
„In der Kirche wird die Erfahrung gemacht“ so Janssen, „dass das Verständnis für einen Menschen wächst, wenn man sich Zeit nimmt für ihn, zuhört, Fragen stellt oder diskutiert. Wenn man zusammen isst und trinkt, wenn gelacht wird und Trauer wahrgenommen – dann entsteht aus Distanz Nähe und Verständnis.“
Der Handwerkspastor meint zu der langen Geschichte von Kirche und Handwerk: „Sie reicht ja wirklich von den Anfängen der Menschheit bis in die heutige moderne Zeit. Die Handwerker wechselten, das Handwerk blieb. Das Wissen und das Werkzeug, das haben sie immer wieder weitergegeben an die nächste Generation. Vielleicht war es zuerst nur ein in ein Tuch eingewickelter Faustkeil oder ein einfacher Hammer, den der Alte seinem Sohn mit einem Segenswort übergab. Nach und nach veränderten sich Art und Anzahl der Werkzeuge, Werkstätten kamen hinzu, Geräte und nützliche andere Dinge, die man eben für sein Handwerk brauchte. Die Weitergabe von Wissen und Material an die nächste Generation war die Voraussetzung für die Entwicklung von neuen Techniken und die Veränderungen, die schließlich zu einer Welt, wie wir sie heute kennen, geführt hat. Bis heute ist es so geblieben, dass eine Generation der nächsten den Staffelstab der Verantwortung für die große und die kleine Welt überträgt. Manchmal nur mit guten Wünschen verbunden, dann aber auch mit der Übergabe eines ganzen Betriebes.“
Was solche Betriebsübergaben z.B. im Vorfeld der Entscheidung bedeuten, erführe man auch nur in der Nähe, so Dreier. Will die Kirche hier kompetent mitreden können, müsse sie dort hingehen, wo das Leben spielt, müsste sie Handwerker*innen treffen. „Wir dürfen zugeben, dass das Handwerk für die Kirche oft eine fremde Welt ist. aber das muss ja nicht so bleiben!“ Eingeladen sind alle, die sich dem ostfriesischen Handwerk verbunden fühlen.

Bildunterschrift: Superintendent Tido Janssen beim Betriebsbesuch der Firma Metallbau Horst Schierz, Aurich. Hier mit dem Inhaber Mike Schierz.