Kreisfrauentreffen 2017 in Holtrop

Thema: Frauenblick auf 500 Jahre Reformation

180 Frauen aus vielen Gemeinden des Kirchenkreises Aurich kamen jetzt in Holtrop zum Kreisfrauentreffen zusammen. Im 500. Jahr des Reformationsgedenkens hatte sich Rita Steinbreder, Referentin im Frauenwerk der Landeskirche, thematisch vorgenommen, aus Frauenperspektive auf dieses Ereignis zu blicken. Ohne Unterstützung der Frauen hätte es die Reformation nicht gegeben. Steinbreder sagte: „Die Reformation war nicht nur Männersache, sondern auch Frauensache. Luther habe ein durchaus ambivalentes Frauenbild gehabt. Aber durch das von Luther begründete Priestertum aller Getauften hätten sich auch Frauen in öffentliche Debatten eingemischt, was sich damals eigentlich für Frauen nicht schickte. Steinbreder verdeutlichte diesen Sachverhalt an einer mutigen Frau der damaligen Zeit: an Argula von Grumbach. Sie sei eine sehr versierte Bibelkennerin gewesen, habe in Flugschriften für das Evangelium gekämpft, das der damalige Herzog Wilhelm IV. von Bayern verbieten wollte. Argula von Grumbach bot ihm die Stirn, ging mit wachem Herzen und Verstand durchs Leben, riskierte dafür auch den Frieden in ihrer eigenen Familie.

Das jährliche Kreisfrauentreffen wurde den vier Beauftragten des Kirchenkreises für Frauenarbeit vorbereitet und durchgeführt: Grete Aden, Gerda Baumann, Gisela Loets und Siglinde Schoone.

Superintendent Tido Janssen dankte allen Frauen für ihren heutigen Einsatz in den Gemeinden des Kirchenkreises. „Frauen bewegen auch heute die Kirche“, sagte er. Auch Luther habe ohne seine Frau Katharina von Bora, eine ehemalige Nonne, nicht die Wirksamkeit erlangen können, die er erlangt hat. Luther habe das selbst in einem liebevollen Brief an Käthe zwei Tage vor seinem Tod beschrieben. Janssen schloss mit den Worten, dass eine erneuerte Kirche auch heute starke Frauen brauche.

(von links) Rita Steinbreder, Gerda Baumann, Gisela Loets, Grete Aden, Siglinde Schoone, Superintendent Tido Janssen