Tauferinnerung mit allen Sinnen

Superintendent Tido Janssen besucht vorab Erlebnis-Raum Taufe in Wittenberg

Am 20. Mai 2017 wird in Wittenberg die Weltausstellung Reformation eröffnet. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers ist dort mit dem Erlebnis-Raum Taufe vertreten. Jetzt gab es für die 50 Superintendentinnen und Superintendenten der Landeskirche, die zu einer Tagung in Wittenberg waren, eine Vorabführung. Unter den Premieren-Gästen war auch Superintendent Tido Janssen aus Aurich.

Auf 120 Quadratmetern können Besucherinnen und Besucher im „Erlebnis-Raum“ die Bedeutung von Taufe mit allen Sinnen erfahren, unter anderem in einer aufwendigen Videoinstallation. „Das Panorama-Kino erzeugt eine starke Wirkung“, sagte Tido Janssen. „Wie Wasser unsere Welt prägt und die Menschen verändern kann, wird in ganz dichter Atmosphäre gezeigt.“

Gleich im Eingangsbereich spürt man die besondere sphärische Atmosphäre. Blaues Licht und der flauschige Flokati-Teppich tragen dazu in dem früheren Ladenlokal entscheidend bei. Abseits des Trubels der Wittenberger Fußgängerzone können sich die Besucherinnen und Besucher mit Hilfe von Tablets, die in die blauen Sitzgelegenheiten eingelassen sind, über unterschiedliche Aspekte des Themas Taufe informieren. „Warum ist das traditionelle Taufkleid den Kindern meistens zu groß?“ lautet eine Frage im Tauf-Quiz. Grün leuchtet die passende Antwort auf: „Weil der Täufling im Laufe seines Lebens noch in das Kleid, ebenso wie in den Glauben hinein wachsen wird.“

Im letzten Ausstellungsraum, dessen Wände matt golden schimmern, steht in der Raummitte ein historisches Taufbecken. „Wir haben uns die Mühe gemacht, einen 500 Jahre alten und 500 Kilo schweren Taufstein hierher zu schaffen. Es gibt wohl kein passenderes Zeichen, um an 500 Jahre Reformation zu erinnern“, sagte Arend de Vries. An diesem alten Taufbecken werden ab dem 20. Mai Ehrenamtliche stehen und den Besucherinnen und Besuchern mit Wasser ein Kreuz auf die Stirn oder die Hand zeichnen.

Tido Janssen fühlte sich an Martin Luther erinnert. „Ich bin getauft!“ Das soll Luther mit Kreide auf den Tisch geschrieben haben, wenn ihn Zweifel an seiner Glaubensfestigkeit, an seinen theologischen Positionen und an seinem Tun plagten. „So tut es mir auch immer wieder gut, mich an meine Taufe zu erinnern.“ Am Ausgang bekam er denn auch ein Stück Kreide mit auf seinen Weg nach Aurich.