Neuer Pastor läuft Marathon

Kirchengemeinden Mittegroßefehn und Timmel bekommen einen sehr sportlichen Seelsorger

VON WILFRIED FRERICHS, ON

Timmel/Mittegroßefehn. So ein Ergebnis wünscht sich wohl jeder Politiker: 99 Prozent der Wähler haben jetzt Christoph Schoon zum neuen Pastoren der Kirchengemeinden Mittegroßefehn und Timmel bestimmt. Der 53-Jährige tritt zum 1. Juni dieses Jahres die Nachfolge von Jens Blume an, der, wie von den ON berichtet, die Gemeinden auf eigenen Wunsch verlassen hat.
Mit Christoph Schoon erhalten die beiden Kirchengemeinden nicht nur einen neuen, sondern auch einen sehr sportlichen Pastoren, denn das Laufen ist sein großes Hobby. Der bald Großefehntjer hat auch schon an verschiedenen Marathons teilgenommen, wie er im ON-Gespräch sagte. Zudem ist Schoon ein großer Fußballfan. Sportlich ist auch die Tochter Jana-Elisabeth, die in der Fußball-Landesliga der Frauen dem runden Leder nachjagt.
Mit seinem Amtsantritt kehrt Schoon, der nach eigenen Angaben ein „ausgeprägter Teetrinker“ ist, in seine ostfriesische Heimat zurück. An seinem Plattdeutsch müsse er noch arbeiten, aber verstehen könne er alles. Aufgewachsen ist Schoon im Pfarrhaus in Rechtsupweg, denn auch sein Vater war Pastor. Der inzwischen 86-jährige Hinrich Schoon lebt in Aurich und war neben Rechtsupweg auch in Moordorf sowie zuletzt in Riepe tätig. Weitere Verwandte leben in Spetzerfehn, dem Geburtsort von Hinrich Schoon.
Wegen seines Studiums verließ Christoph Schoon vor 35 Jahren Ostfriesland. Seine erste Pfarrstelle trat er in Bremerhaven an, wo er von 1992 bis 1998 tätig war. Anschließend ging er als Pfarrer nach Apensen, wo er jetzt seit rund 19 Jahren arbeitet. Der Abschied falle ihm nach so langer Zeit nicht leicht. „Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, so der 53-Jährige.

Der Umzug in das Timmeler Pfarrhaus ist im Mai geplant
In den knapp 20 Jahren habe er in Apensen zahlreiche Freunde dazu gewonnen und viele enge Verbindungen geknüpft. Seine beiden Kinder, 16 und 19 Jahre alt, seien dort aufgewachsen. Mit Anfang 50 habe man noch die Chance, sich beruflich zu verändern, so Schoon. Dazu habe er sich nun nach reiflicher Überlegung entschlossen. Für Mai ist der Umzug ins Timmeler Pfarrhaus geplant. Er freue sich schon auf seine neue Aufgabe.
Die Ausschreibung der Kirchengemeinde Mittegroßefehn und Timmel habe ihn gereizt, sich zu bewerben, sagt Schoon. Eine Zusammenarbeit mit Gruppen, Institutionen, Feuerwehren und anderen Vereinen sowie ein enger Kontakt zu den Kommunen liege ihm am Herzen. Viele Besuche stünden deshalb nach seinem Amtsantritt am 1. Juni an. Zudem möchte Schoon zusammen mit dem Kirchenvorstand Konzepte entwickeln. In diesem Zusammenhang wies er auf die niedersächsischen Kirchenvorstandswahlen im kommenden Jahr am 11. März hin.
In seiner jetzigen Kirchengemeinde warten auf Schoon noch zahlreiche Aufgaben. Unter anderem stehen zwei Konfirmationsgottesdienste auf dem Programm. In Apensen gebe es durch den Zuzug von jungen Familien sehr viele Taufen. Die Kirchengemeinde, zu der 15 Ortschaften gehören, wird von zwei Pastoren betreut. Im Durchschnitt besuchten rund 120 Menschen den wöchentlichen Sonntagsgottesdienst, so Schoon.
Neben seiner Arbeit freut sich Schoon auf die ostfriesische Landschaft. Seinen möglichen Abschied in Apensen hatte er Ende Januar in einem Gottesdienst angekündigt. Das wurde von den Kirchenbesuchern mit einem langen „Oh“ bedauert, wie es auf der Internetseite der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Apensen zu lesen ist.

Superintendent Tido Janssen (von links), Michael Poetzsch, Bruno Smit, Hannelore Eilers (alle vom Kirchenvorstand) sowie Pastor Christoph Schoon mit Sohn Jan freuten sich über das gute Wahlergebnis. Foto: privat