„Hoogi“ ist schon seit 25 Jahren in Victorbur

hoogi-kleinPastor Jürgen Hoogstraat hat sein gesamtes Berufsleben in Victorbur verbracht. 1991 übernahm der Pewsumer die Stelle gleich nach dem Studium. Für ihn ist die Gemeinde „wie eine überdimensionierte Familie“.

VON JULIA THEERMANN, OZ
Victorbur – „Wenn ich mich morgen früh wieder entscheiden müsste, würde ich es noch einmal so machen“, sagt Pastor Jürgen Hoogstraat über seinen Beruf. Seit dem 1. September 1991 ist der 54-Jährige aus Pewsum nun schon in Victorbur beschäftigt.

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Jürgen Hoogstraat ist glücklich in Victorbur. Bild: Theermann

 

Er war nie woanders

Von MARCO LINDENBECK, ON

Victorbur. Mit seinem Dienstfahrrad dreht Pastor Jürgen Hoogstraat jeden Tag seine Runden in der Kirchengemeinde Victorbur. Seine Markenzeichen, die Mütze und die Aktentasche, dürfen dabei nicht fehlen. Die Dorfbewohner und die Kinder des benachbarten Kindergartens nennen ihren Pastor nur „Hoogi“. Die besondere Beziehung zwischen den Gemeindemitgliedern und dem beliebten Pastor dauert nun schon 25 Jahre.
Vor zwei Wochen hat Jürgen Hoogstraat seine silberne Ordination in der St-Victor-Kirche gefeiert. Und viele Weggefährten waren gekommen, um mit ihrem „Hoogi“ zu feiern. Schon während der Vorbereitungen zu seinem Jubiläum merkt Hoogstraat, dass seine „Schäfchen“ etwas Besonderes mit ihm vorhaben. „Ich wurde überall weggeschickt. Das bin ich gar nicht gewohnt“, sagt er mit einem Lächeln. Eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes werden Hoogstraat und seine Frau Andrea in ein Taxi verfrachtet und zum Gewerbegebiet nach Georgsheil gefahren. Dort steht eine Kutsche bereit. Gemeinsam mit den Jugendlichen aus der Gemeinde, die ihre Fahrräder bunt geschmückt hatten, geht es zum Festgottesdienst.

Die Predigt hält Sandra Wilts aus Hannover. Auch sie ist keine Unbekannte. Sie hat den Jugendkreis der Kirchengemeinde vor 25 Jahren aus der Taufe gehoben. Die Kirche ist proppevoll, alle wollen mit ihrem Pastor feiern. „Das ist schon etwas Besonderes und auch eine Bestätigung für mich“, freut sich Hoogstraat auch noch knapp zwei Wochen später über so viel Zuneigung. Doch Hoogstraat ist bescheiden. Deshalb bittet er auch Sandra Wilts, ihn während der Predigt nicht allzu euphorisch zu feiern. „Ein bisschen mehr Jesus und weniger Hoogstraat“, sagt der Victorburer Pastor.
Der gebürtige Pewsumer kommt 1991 als Vikar nach Victorbur. Als die zweite Pfarrstelle überraschend frei wird, schlägt Hoogstraat zu und bleibt – bis heute. Während seiner Probezeit heiratet Hoogstraat seine heutige Frau Andrea. Der Anfang in Victorbur ist aber nicht leicht. Mit 5000 Mitgliedern ist die Gemeinde ungewöhn-lieh groß. Und dann ist da noch das Problem mit den vertrackten Spitznamen. Da sich einige Menschen in der Gemeinde denselben Nachnamen teilen, muss Hoog-straat sie anhand ihrer Spitznamen auseinanderhalten. Schnell hat Hoogstraat das Gefühl, dass es in Victorbur für ihn klappen könnte. Denn: Auch seine Vorgänger sind lange geblieben. Pastor Hoppe war sogar 38 Jahre in Victorbur tätig, sein Vorgänger 35 Jahre.

Knapp 25 Jahre später freut sich Hoogstraat über den Jubiläumsschmuck in seinem Garten. Bunte Fotos aus den vergangenen Jahrzehnten hat der Jugendkreis aufgehängt. Hoogstraat ist stolz auf seine Gemeinde. „Mir macht die Arbeit noch genauso viel Spaß, wie vor 25 Jahren. Wir haben hier eine vielfältige Gemeinde, die ständig neue Impulse gibt“, sagt Hoogstraat. Auch die anderen Ehrenamtlichen würden sich immer einbringen.
Bei großen Projekten, wie zum Beispiel die Reihe der Sommergottesdienste werden einfach Teams gebildet.
Mit seiner Frau Andrea Düring-Hoogstraat, die auch eine Pastorenstelle besetzt, ergänzt sich Jürgen Hoogstraat auch im Beruf. Sie engagiert sich bei der Arbeit mit Senioren, er übernimmt Aufgaben in der Verwaltung oder kümmert sich um die Kindergartenkinder und lugendlichen. „Die Arbeit in unserem Kindergarten ist wichtig. Seit fünf Jahren haben wir die Trägerschaft. Das war damals sehr umstritten“, erinnert sich Pastor Hoogstraat.
Die lebhafte Kirchengemeinde hat auch in Zukunft einiges vor. „Wir sparen für das neue Gemeindehaus“, sagt der 54-Jährige. Und auch neue Gruppen sprießen immer wieder aus dem Boden, dank der vielen Ehrenamtlichen. So gibt es seit Kurzem in der Kirchengemeinde einen Gospelchor.“

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So kennt ihn in Victorbur jeder: Jürgen Hoogstraat mit seinem Dienstfahrrad, samt Mütze auf dem Kopf und Aktentasche. Foto: Lindenbeck