Baumstumpf wird zur Luther-Figur

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Weene. Aus einem Baumstumpf wird eine Martin-Luther-Figur: Seit zwei Tagen ist Niels Ejnar Petersen aus Dänemark damit beschäftigt, auf dem Friedhof in Weene aus dem Rest einer alten Esche das Porträt von Luther nachzubilden.

VON WILFRIED FRERICHS, ON
Was für unbeteiligte Beobachter zuerst wie eine Baumfällaktion aussah, entpuppt sich als wahre Künstlerarbeit, die fast ausschließlich mit einer Kettensäge erledigt wird. Die Skulptur soll am kommenden Sonntag, 18. September, im Anschluss an den Gottesdienst enthüllt werden. Das teilte der Kirchenvorstand mit.
Niels Ejnar Petersen zaubert mit einer Kettensäge aus einem Baumstumpf eine Martin-Luther-Figur.
Harm Ehmen zog vor 43 Jahren nach Dänemark
Von Wilfried Frerichs
Weene. Vor 43 Jahren ist Harm Ehmen der Liebe wegen nach Dänemark gezogen. Der 65-Jährige, gebürtig aus Westersander, hat den Kontakt zur Heimat aber nie verloren. Auch die Verbindung zu seiner früheren Kirchengemeinde Weene hielt er aufrecht. Er hatte den Wunsch, der Kirche eine Spende zukommen zu lassen. Ehmen nahm Kontakt zu Hinrich Tjaden vom Kirchenvorstand auf und so entstand die Idee für eine Martin-Luther-Figur. Das Besondere daran: Die Skulptur wurde von Niels Ejnar Petersen mit einer Kettensäge aus einem Baumstumpf angefertigt (die ON berichteten).
Der 51-jährige Künstler kommt ebenfalls aus Dänemark. Ehmen und Petersen kannten sich aber vorher nicht. Petersen kennt sich mit Kettensägen bestens aus. 32 Stück nennt er sein Eigen. Drei Tage hat er für seine Arbeit benötigt, die sich nach Meinung von Weenes Pastor Kurt Booms sehen lassen kann und etwas Außergewöhnliches ist. Ursprünglich war es geplant, dass die Luther-Skulptur zum Reformationstag fertig sein sollte. Doch dann ging es schneller als gedacht. Im Nachhinein betrachtet war es gut, denn das Wetter hätte nicht besser sein können.
Mit der Skulptur soll auch an das Jubiläum 500 Jahre Reformation, das 2017 gefeiert wird, erinnert werden.
Am Sockel der Holzfigur wurden vom Künstler die Jahreszahlen 1517 und 2017 eingeritzt. Die Figur wurde von Petersen aus dem Rest einer etwa 40 bis 50 Jahre alten Esche geformt. Die Wurzeln des Baumes befinden sich noch im Boden. Weiter wachsen werde die Esche aber nicht, weil die Rinde fehle, sagte Tjaden. Mit guter Pflege gehe man von einer Lebensdauer der Skulptur von etwa 30 Jahren aus.
In etwa drei bis vier Wochen ist die Figur getrocknet und soll dann mit einem speziellen Holzöl behandelt werden. Das Kunstwerk ist insgesamt etwa 2,50 Meter hoch. Die Martin-Luther-Figur misst mit Hut 1,75 Meter und kommt damit den Maßen des echten Luther mehr als nahe. Luther war ohne Kopfbedeckung 1,69 Meter groß, weiß Pastor Booms.

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Künstler Niels Ejnar Petersen (links) und Harm Ehmen, der die Kosten für die Martin-Luther-Skulptur übernahm. Foto: Frerichs

Auch für den Spielkreis „Kleine Arche“ der Kirchengemeinde hat Petersen eine Skulptur geschaffen. Vor dem Eingang zum alten Gemeindesaal hat der Künsüer, ebenfalls aus einem Baumstumpf, eine Arche nachgebildet. Wie von den ON berichtet, wird die Nachbildung von Martin Luther am kommenden Sonntag, 18. September, nach dem Gottesdienst enthüllt.
Ehmen freut sich über das Kunstwerk. Gestern war er in Gedanken bei seiner Mutter, die vor rund sechs Jahren gestorben ist. Sie war der Kirche eng verbunden und wäre sicherlich glücklich über dieses Geschenk gewesen, so der 65-Jährige, der in Dänemark als Gartenbauingenieur tätig war. Ende August feierte Ehmen mit anderen Jubilaren in der Kirche in Weene Goldene Konfirmation.

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Niels Ejnar Petersen zaubert mit einer Kettensäge aus einem Baumstumpf eine Martin-Luther-Figur. Foto: Frerichs