Fliegt, schöne Klänge, fliegt über das Meer…

Hintergründe zur Opernaufführung des Bibel-Epos Nabucco am Großen Meer in Südbrookmerland

Am 17.08.2016 erklingen kräftige Stimmen vor dem Haus am Meer in Südbrookmerland. Guiseppe Verdis bekannte Oper NABUCCO wird als Sommer-Klassik Open Air von der Festspieloper Prag aufgeführt. Der Gefangenen-Chor singt mit kraftvoller Melodik die berühmteste Hymne an die Freiheit, die je komponiert wurde: „Va pensiero, sull’ali dorate“ (Flieg Gedanke auf goldenen Schwingen!). Diese mitreißende Oper ist mehr als ein bloßes Historiendrama, denn sie erzählt biblische Geschichte. Verdi verknüpfte das Drama um Liebe und Eifersucht mit antiken Stoffen und biblischen Motiven. Schauplätze der Oper sind Jerusalem und Babylon um 587 v. Chr. Als Hintergrund der Handlung hat Verdi die Eroberung Jerusalems durch den babylonischen König Nabucco (dt. Nebukadnezar) und die Wegführung des jüdischen Volkes in babylonische Gefangenschaft, wie es in der Bibel im zweiten Buch der Könige erzählt wird, aufgegriffen.
Die Erstaufführung fand am 09.03.1842 in Mailand statt. „Nabucco“ markiert den Beginn der „Galeerenjahre“ Verdis, in denen er sich zum Schreiben von zahlreichen Opern treiben ließ. „Seit Nabucco habe ich sozusagen keine ruhige Stunde mehr gehabt. Sechzehn Jahre Galeerenarbeit“ schreibt der Komponist in einem Brief von 1858. Zugleich war „Nabucco“ der erste ganz große Erfolg Verdis auf der Opernbühne.
Nabucco – eine Freiheitsoper
Die Oper handelt von der Belagerung Jerusalems durch den babylonischen Herrscher Nabucco. Die bedrohten Juden nehmen seine Tochter Fenema als Geisel, die jedoch von Ismael gerettet wird. Sie kehrt zu ihrem Vater Nabucco zurück und wird kurz darauf Herrscherin von Babylon. Ihre Schwester Abigail will jedoch die Macht für sich allein. Sie verbreitet das Gerücht, dass Nabucco tot sei und entreißt der Schwester die Krone. In diesem Moment taucht Nabucco auf und verlangt, dass er als Herrscher und als Gott angebetet wird.
Die himmlische Strafe für die Gotteslästerung erfolgt sofort: Nabucco verliert den Verstand.
Abigail wird Königin. Sie lässt ihre Schwester Fenema gefangen nehmen und erlässt ein Todesurteil für sie. Als Nabucco erkennt, dass er durch einen Betrug das Todesurteil für sein eigenes Kind unterzeichnet hat, will er die Hinrichtung verhindern. Daraufhin lässt Abigail auch ihn einsperren. In seiner Verzweiflung wendet er sich dem Gott der Juden zu und fleht ihn um Rettung an. Er wird von seinem Wahnsinn geheilt, ergreift das Schwert und eilt, seine Tochter Fenema zu retten.
Biblischer Hintergrund
Der babylonische König Nabucco eroberte im Jahre 587 v. Chr. Jerusalem, zerstörte den Tempel und veranlasste die Umsiedlung von Teilen der jüdischen Bevölkerung nach Babylon. Die Zerstörung des Jerusalemer Tempels setzte im Alten Testament eine bedeutende Zäsur. Auch das babylonische Exil wird in der Bibel ausführlich beschrieben: Babylon wird als Ort des Unglaubens und der Unterdrückung dargestellt, eine Sichtweise, die sich später im Neuen Testament wiederfindet. Für die Theologie war die Zeit des babylonischen Exils unter Nebukadnezar außerordentlich fruchtbar. Es musste erklärt werden, warum der Tempel zerstört und das auserwählte Volk aus dem Heiligen Land vertrieben worden war. In Jerusalem entstanden die ersten Synagogen, Gebete traten an die Stelle der Tempelopfer. Auch die Inspiration für den berühmten Gefangenenchor kam aus der Bibel: der Psalm 137 beschreibt die Sehnsucht der verschleppten Juden nach Jerusalem und den Wunsch, Gott wieder auf dem Tempelberg anbeten zu können. Im babylonischen Exil wurde das Glaubensgebäude neu errichtet.

Weitere Informationen zur Opernaufführung am Großen Meer unter 04942/2047 2000 oder unter www.grossesmeer.de.

Schön ist es, zu leben

Zu einem ökumenischen Gottesdienst unter der Überschrift „ Schön ist es, zu leben“ lädt am kommenden Samstag, 21. Mai der Arbeitskreis der Thomasmesse an die Klosterstätte in Ihlow ein. „Man hat das Gefühl, es gibt nur noch schlechte Nachrichten“, sagt Paul-Fooko Ohling aus dem Vorbereitungsteam. „Darum wollen wir mit unserer Thomasmesse davon erzählen, wie schön das Leben sein kann.“ Ein Gottesdienst für alle Sinne. Weiterlesen!